Schweinerassen – Eine Einführung Teil 1

Schweinerassen

Schweine sehen alle gleich aus? Von wegen.

Auf der ganzen Welt haben sich im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schweinearten entwickelt.

Es gibt weltweit 730 verschiedene Arten. 270 gelten als vom Aussterben bedroht. Einige Arten sind auf bestimmte Regionen begrenzt, einige wurden weltweit exportiert.

In dieser Beitragsreihe möchten wir die Vielfalt der Schweinerassen und der faszinierenden Entstehungsgeschichten vorstellen. Leider sind bei einigen Rassen nur sehr wenige Informationen verfügbar gewesen, die ggf. im Laufe der Zeit ergänzt werden können.

Doch beginnen wir am Anfang …

Domestikation

Seit etwa 10 000 Jahren hält der Mensch gezähmte Schweine, dies machte ihn unabhängiger von der Jagd auf Wildtiere.

Es wurde angenommen, dass unsere existierenden Schweinerassen auf das europäische und das asiatische Wildschwein zurückzuführen sind. Diese Ansicht wird heutzutage nicht mehr geteilt. Es wird eine monophyletische Abstammungsgemeinschaft angenommen, die nur die asiatischen Wildschweine als Urahn benennen. 

Die Menschen gaben das Nomadentum auf und wurden sesshaft, mit einigen wenigen Ausnahmen. Das Schwein war mit einer der letzten Tierarten, welches an verschiedenen Stellen der Erde domestiziert wurde, wobei im asiatischen Raum dies weit eher geschah, als in Europa. Sie dienten als lebende Fleischlieferanten, aber auch als Opfertiere.

Die Römer waren vor 2000 Jahren erfolgreiche Schweinezüchter, die das Vieh der Germanen als unterentwickelt bezeichneten. Das Hausschwein der Germanen wurde als grobknochig, mit langem Kopf, hochbeinig und mit einer Art Karpfenrücken beschrieben. Die Ähnlichkeit lässt an unser europäischen Wildschweine oder an das heute ausgestorbenen Weideschwein erinnern. 

Durch die Haustierwerdung entstanden zwei verschiedene Typen:

„scrofa“-Typ (Comberg 1984):
spätreif, kleinere Würfe (4 – 8 Frischlinge), relativ lange Gliedmaßen (hochbeinig), flachrippig, gestreckter, langer Schädel, kräfitger Hals, Ohren breit, kurz und aufrecht stehend 

„vittatus“-Typ (Nitzsche 1964):
extrem frühreif, große Würfe, fetter und tiefer und gedrungener als der europäische Typ, kürzer Beine, Schädel und Rüssel kurz und breit, Rumpf mehr zylinderähnlich, Rückenlinie meist eingesenkt.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde der Schweinezucht kaum Bedeutung beigemessen, es ist erstaunlicherweise (im Gegensatz zu Rinder- und Pferdezucht) so gut wie keine früheren Aufzeichnungen zu finden.

Vielmehr wurden die Schweine im Hinterhof  oder freilebend nahe der Siedlung gehalten. In der Dorfgemeinschaft gab es einen Schweinehirten (es war in der Regel Männersache, wobei auf Bildern auch Frauen gezeigt werden), der sämtliche Schweine des Dorfes und manchmal des Nachbardorfes auf die Weiden, Äcker und vor allem zur Eichelmast in die Wälder begleitete, um sie am Abend wieder zu den Besitzern zurückzubringen.  

Einer Familie reichte ein Schwein für die Versorgung im Winter mit Fleisch aus. Die Schweine wuchsen langsam und besaßen einen hohen Fettanteil, da die körperlich harte Arbeit der Bauern, entsprechende energiehaltige Nahrung verlangte. Die Unterbringung und die Versorgung der Tiere war mit nicht viel Aufwand verbunden. Dies änderte sich mit der industriellen Revolution.

Fortsetzung Teil 2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.