Pflegestelle 67308 Einselthum: Minischwein-Wollschwein-Mix Ursel

Kontaktdaten:

Silke Arnold

Tel.: 06355 / 965761

wutzilla@gmail.com

 

*** Ursel verbringt ihren Lebensabend auf dem Hof von Silke Arnold ***

Steckbrief Ursel

geboren am / Alter: ca. 15 Jahre, übernommen am 28.09.2013

Geschlecht: weiblich

Rasse: Minischwein-Wollschwein-Mix, schwarz mit weißen Abzeichen

 

Geschichte: 

Als wir das erste mal von Ursel erfahren haben, war sie bereits ca. 6- 9 Jahre alt. Sie wurde wohl in einem Schweinekoben ohne Luft und Licht gehalten und zu allem Unglück auch noch völlig falsch gefüttert.
Ein tierlieber Mensch erbarmte sich und holte sie da raus, konnte sie jedoch nicht selbst behalten. Sie wendete sich an uns.
Fast gleichzeitig meldete sich eine Schweinebesitzerin, die für ihren 6 Jahre alten, alleinlebenden Borg eine Gefährtin suchte. Ihr Veterinäramt  hatte ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass ein zweites Schwein angeschafft werden musste. So kam sie zu uns und sagte am Telefon, es wäre ihr völlig egal, wie das Schwein aussieht, Hauptsache ihr Borg bekommt Gesellschaft.

Ganz selten trifft sich das so schnell so gut, also haben wir eine Vorkontrolle organisiert und es sah alles nicht so schlecht aus. Platz war genug. Es musste nur am Stall und an den Zäunen nachgebessert werden. Ursel und ihr neues Hause waren nur 56 km auseinander.  Ein Katzensprung im Vergleich zu manch anderer unserer Vermittlungsfahrten.

Den Transport übernahm Silke. 
Mit Hänger und Hilfe traf sie bei dem vorübergehenden Zuhause von Ursel ein. Schnell stellte sich heraus, dass das Minischwein eigentlich nicht wirklich Mini war und sicher einen guten Anteil Großschwein in sich hatte. Aber friedlich und gelassen ließ sich die Dame verladen. Die Retterin gestand, dass sie Angst vor Ursel hatte, da sie doch ein wenig groß war. Und Ursel röhrt wie ein Elch, wenn ihr was nicht passt.

Im neuen Zuhause angekommen lief Ursel wieder völlig ruhig und gelassen vom Hänger, entdeckte einen Berg Stroh und begab sich zur Ruhe. Silke half sogar noch mit, die Zäune notdürftig zu sichern und ihr ans Herz gelegt, Stall und Zäune so schnell wie möglich anzupassen. Offensichtlich war in den Wochen zwischen Telefonat und Transport nichts dahingehend passiert. Offensichtlich hatte sich die neue Besitzerin auch nicht die Bilder von Ursel angeschaut. Man hörte sie immer nur sagen: „Oh ist die groß, aber egal sie darf bleiben.“ Mit einem doch etwas ungutem Gefühl, fuhr Silke nach Hause.

Keinen Tag danach ging es rund. Ursel hat den Zaun durchbrochen und jagte den Borg, ganz nach Schweineart (keiner wurde verletzte) durchs Gehege. „Ursel hört nicht, sie ist so groß, sie lacht mich aus“ und dann der entsetzte Anruf: „Sie hat mich angegriffen umgeworfen und wollte mich umbringen!“
Silke konnte nicht glauben, was sie da hörte und auf Nachfrage bekam sie dazu folgende Beschreibung:
Die Besitzerin ging durch die Weide und Ursel kam auf sie zu. Die Dame bekam Angst, rutschte aus und stürzte, worauf Ursel zu ihr kam und sie heftig anschubste. Was vollkommen normal ist. Der Nachbar, der vom Geschrei alarmiert dazukam, hatte dann solange auf Ursel mit einer Schaufel eingeschlagen, bis das Schwein wegging. 
Silke versuchte die Schweinebesitzerin zu beruhigen. Ein Angriff sieht anders aus und sie hat ja nicht gebissen usw., aber das nutze nichts.
Also bot Silke an mit Material und Hilfe einen Tag später zu kommen und Ursel so einzuzäunen, dass nichts mehr passieren konnte.
Es verzögerte sich dann doch unverhoffter weise um einen Tag, weil Silke arbeiten musste.
Selbst die 24 Std.-Verspätung war für die Frau schon zuviel und hing sofort wieder am Telefon: „Holt das Schwein da weg, sofort, sonst lass ich sie vom Nachbar erschießen!“
Ursel hatte den – immer noch nicht gerichteten -Zaun durchbrochen und war spazieren gegangen, was dann zu einem Einsatz der Polizei bei Nacht geführt hatte.

Silke blieb nichts anderes übrig, als ihren Mann zu schnappen und in Richtung Ursel aufzubrechen. Sie waren noch nicht fertig mit Hänger aufmachen, ging schon das Geschrei los. Einzelheiten ersparen wir uns. Die Besitzerin hatte die Vorstellung, dass das Schwein auf den Hänger gezaubert werden konnte, wie bei Harry Potter, ohne ihr Grundstück zu betreten.
Silkes Mann hat sie sogar des Grundstückes verwiesen, worauf er hilflos von der Straße aus zuschauen musste. Silke wurde verboten, mit Leckerchen das Grundstück zu betreten, da die Dame der irrigen Meinung war, dass sonst die Esel und Schafe ausflippen würden. 

Während all dem Geschrei und hysterischem Getue, schlief Ursel friedlich in einem, na ja nennen wir es mal, Unterstand. Silke ging die Wutz dann wecken. Obwohl die Frau, die Bretter, die sie als Zaun bezeichnete, nicht wegmachen wollte und ohne Unterlass Theater machte,  ging Ursel mit unserer Silke ganz gelassen auf den Hänger. Klappe zu und weg so schnell es ging. Die Frau wollte Silke nicht mal erlauben, die Belüftung des Hängers für Ursel, noch auf ihrem Grundstück aufzumachen.

Leider hat unserer Vermittlungsteam mit manchen Menschen mehr Probleme, als mit den Schweinen.

Aufgrund ihres Alters und der fortschreitenden Arthrose, haben wir uns entschlossen, Ursel nicht mehr zu vermitteln. Sie darf jetzt bei Silke in Ruhe und gut behütet alt werden – ohne viel Geschrei.