Tönnies-Skandal…da war doch was?

Muttersau im Kastenstand

Noch vor ein paar Wochen machten Nachrichten rund um den Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachthof dicke Schlagzeilen. Inclusive der grotesken Wort-Schöpfung „Schweine-Stau“, weil die „just-in-time“-Logik der Fleischindustrie mit dem geschlossenen Schlachthof nicht gerechnet hat und das „System Schweineproduktion“ fast kollabierte.
Schnell machten Politiker den Arbeiterschutz zu einem Thema. Um die Tiere ging es höchstens am Rande. Und eine „Tierwohl“-Abgabe war dann die Idee von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner. Nur eine Idee wohlgemerkt. Und eine schlechte obendrein.

Von all dem ist nun nicht mehr viel zu lesen oder zu hören. Inzwischen liefern wieder Unmengen an LKWs Schweine zum industriellen Tötungsort in Rheda-Wiedenbrück. Auch in unerträglicher Sommerhitze, wie Aufnahmen von Tierschützern beweisen.
Die dazu gerufene Polizei sieht mehr oder minder tatenlos zu und so machen Tönnies und seine Erfüllungsgehilfen genau dort weiter, wo sie nach dem Corona-Ausbruch aufhören mussten: industrielle Akkordschlachtung zum Wohle…des Reichtums der beteiligten Industriebosse.
Inzwischen hat Tönnies gar 15 Tochterunternehmen gegründet weil demnächst Werksverträge verboten sein werden. Wie diese Tochterunternehmen dann „wirtschaften“ und „kontrolliert“ werden, können wir uns alle sicher gut vorstellen. Denn seit Jahrzehnten wird bei der Fleischindustrie alles schön unter den Teppich gekehrt und weggeschaut. Wieso sollte es nun anders sein?

Die Menschen haben ihre Aufmerksamkeit, die eh nicht lange hält, längst anderen Themen zugewandt. Der zweiten Welle zum Beispiel. Und dies ist auch der Grund, warum die Mächtigen in der Politik und der Industrie mit ihren Methoden weitermachen können, wie bisher.
Deutschland 2020 – Tierschutz auf dem Abstellgleis und irrelevant? Traurige Realität.

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