Schweineschutz in NRW?

Kastenstand in der Schweinehaltung - eine Qual für die Tiere

Die Landesregierung von NRW plant eine Anpassung der Brandschutzverordnung, um künftig das gewaltsame Ableben von Schweinen bei Stallbränden zu verhindern. Die eigentliche Nachricht zum Thema Brandschutz in Schweineställen könnt Ihr auf dem NRW Portal nachlesen:

https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/landesregierung-will-brandschutz-stalleinrichtungen-verbessern


Wir Schweinefreunde begrüßen natürlich jegliche Verbesserung in der Schweinehaltung. Auch wenn sie noch so gering ausfällt. Im vorliegenden Fall geht es jedoch nur um bauliche Voraussetzungen, die letztlich das gewaltsame, grausame und unschöne Ableben der Tiere verhindern soll. Niemand, selbst der hartherzigste Landespolitiker, kann und wird Nachrichten über 8000 qualvollst verendete Schweine gutheißen.

Doch wir Schweinefreunde möchten diese Nachricht kritisch hinterfragen. Zu offensichtlich ist es, dass es sich hier um eine möglichst medienwirksame Verbesserung geht. Brennende Ställe zu kommentieren ist unschön und der Öffentlichkeit wird bei solchen Fällen nur zu schnell vor Augen geführt, wie schlimm es um die Tierhaltung in der Landwirtschaft bestellt ist.
Die Verbesserung zielt primär nicht auf das gute Leben der Schweine in den Ställen, sondern lediglich deren Überleben. Fernab von jeglichen Kameras und der Öffentlichkeit pferchen wir Schweine auf engsten Raum, abgeschottet von der Außenwelt. Gerne stehen solche Ställe nahe von Autobahnen, da dort ohnehin kaum jemand wohnen mag und das Bauland schön billig ist. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Und genau hierauf zielt diese Verbesserung im Kern: bloß keine Schlagzeilen mit toten Tieren! Wir schotten den ganzen Wirtschaftskreislauf zum Thema Fleisch hermetisch ab und es bleibt nur ein einziger Einblick in das Elend übrig: die Tiertransporte, die man auf der Autobahn sieht oder eben andere Katastrophen, die durch Menschen verursacht werden. Alles andere passiert hinter verschlossenen Türen. Dafür gibt es dann aber alle 6 Monate eine neues, schickes Siegel zum „Tierwohl“ über den fein säuberlich gefüllten Fleischtheken.

Von einer CDU geführten Landesregierung darf man als Tierschützer ohnehin nicht viel erwarten. Uns ist nicht wirklich ein einziger Fall bekannt, wo die CDU federführend eine Tierschutzverbesserung durchgesetzt hat, die weit über das Niveau hinausgeht, welches andere Parteien oder Tierschützer generell anstreben. Das „christlich“ im Namen der CDU beinhaltet offensichtlich keineswegs den sorgsamen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen und deren Rechte. Christlich sind halt nur wir Menschen.

Was die Landesregierung NRW wirklich vom Tier- und Schweineschutz hält, wird man an ihrem Abstimmungsverhalten im Bundesrat hinsichtlich der Änderungen der Nutztierhaltungsverordnung sehen. Gerade die Frage, wie die Einpferchung der Sauen in sogenannten „Kastenständen“ (für uns „Eiserne Jungfrauen“) neugeregelt wird, wird ein Schlaglicht auf den Tierschutz Marke NRW werfen.

Auch hier ist es eine (Bundes)Ministerin der CDU, die federführend eine Novelle einer Verordnung durchpeitscht, die letztlich den Tierschutz mit Füßen tritt. Weitere 15 Jahre Übergangszeit für Kastenstände ist ein Armutszeugnis für ein Land, welches sich gerne als Vorreiter im Tierschutz feiert und oftmals mit dem Finger auf andere Länder zeigt.

Bis zur Beantwortung der Frage wie die Landesregierung abstimmt, halten wir den Vorschlag in NRW hinsichtlich der baulichen Bedingungen für eine reine Nebelkerze, die von den wahren Problemen der Massentierhaltung ablenken soll.

Für Schweinefreunde e.V.
Jörg Kipka

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