Schweinerassen – Auckland Island Pig (Neuseeland)

Schweinerassen
Auckland Pig

Bild von StockSnap auf Pixabay

Die Schweine aus Auckland sind eine Touristenattraktion. Sie werden auch die schwimmenden Schweine genannt, da sie zwischen den Inselgruppen hin und her schwimmen.

Die Auckland Islands liegen 320 km südlich von Neuseeland. 1806 wurde sie entdeckt. Durch gestrandete Schiffe (meist Wahlfänger) kamen Schweine, Ziegen, Schafe, Kaninchen auf die Inseln. 1807 wurden Schweine zusätzlich von Kapitän Abraham Bristow für die Schiffsbrüchigen auf die Inseln gebracht.
1840 folgten weitere Tiere von Sir James Clark Ross, der auf seinem Weg zu einer Forschungsexpedition in die Antarktis in Auckland einen Zwischenstopp einlegte. 
1842 schließlich besiedelten einige Stämme der Maoris von den Chatham Inseln auf die Auckland Inselgruppe und brachten Schweine mit neuseeländischer Abstammung mit.

Vereinzelt folgten bis Ende des 19. Jahrhunderts weitere Freilassung von Schweinegruppen auf den Inseln. Somit werden die Entstehungsrassen auf die englischen und einheimischen Schweine zurückgeführt, was das unterschiedliche Aussehen der Tiere erklärt. Danach entstand, ohne weitere äußere Einflüsse, über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren hinweg das Auckland Island Pig von heute.

Das Aussetzen von einer Tiergruppe, die nicht ursprünglich in der Region beheimatet ist, birgt natürlich Gefahren. Die Schweinepopulation stieg an. Auf der Nahrungssuche zerstörten sie einheimische, seltene Pflanzen und Getreidefelder und plünderten Nester von seltenen Vogelarten. Die Frage des Abschusses der Tiere wurde laut.
1980 begann die Rare Breeds Conservation Society of New Zealand einen Teil der Tiere von den Inseln zu holen, darunter erst mal Rinder und Kaninchen.
Am 12.01.1999 kamen die Schweine durch eine aufwendige Rettungsaktion an der Reihe.  Allein die Quarantänefrage mit dem Landwirtschaftsministerium verbrauchte sehr viel Zeit. Die Quarantänestation befindet sich heute in Invercargill/Neuseeland.
Mit Freiwilligen, einem Veterinär, einem Filmteam, vielen Spenden und Hundeführer mit ihren auf Schweine trainierten Hunde, sowie Netzen, Schlingen und Betäubungsmittel und bürokratischem Aufwand,  startete die Expedition endlich am 12.01.1999.

Es stellte sich heraus, dass die Population gar nicht so hoch war, wie vermutet. Das Aufspüren und einfangen im dichten Wald, war nur dank der trainierten Hunde möglich. Die Schweine wurden an den Beinen gefesselt und im Basiscamp in Käfige entlassen. Dabei ging es nicht immer ohne Verletzungen zu, wobei diese nicht nur auf der Seite der Schweine begrenzt war.

Am 23.01.1999 kamen die Schweinefänger in Bluff Harbour mit 17 Schweinen an, darunter auch schwangere Sauen. Alle Tiere überlebten und erholten sich schnell von den Strapazen. Es stellte sich heraus, dass die Inselschweine andere Verhaltensweisen als die wilden Schweine auf dem Festland von Neuseeland aufwiesen.
Sie kamen mit der Gefangenschaft gut zurecht (z.B. begannen sie sofort innerhalb der ersten 24 Std. zu fressen), sie waren sehr sozial untereinander. Sie quietschend nicht und versuchten auch nicht auszubrechen.
Diese Schweinegruppe legte den Grundstein für den Erhalt der Auckland Island Pigs.  Einige Tiere wurden später in Forschungslabore in Southland gebracht. Die Auckland Schweine gelten als absolut virusfrei, was für die Forscher zur Bekämpfung von Diabetes und Parkinson sowie für Organspenden bedeutend erscheint.

Die Farben der gefangen Tiere variierten von rötlich-braun mit schwarzen Flecken (Black and tan), der Großteil schwarz oder mit weißen Abzeichen an den Beinen, die an die Zeichnung von Berkshire erinnerten. Vom Typ waren die meisten wie die uns bekannten Wildschweine: schmaler Kopf mit langer und gerader Schnauze und auffällig langem, gerade herabhängendem Schwanz. Dichtes Borstenkleid, teilweise gelockt.

Sau

Gewicht: 60 – 70 kg

Eber

Gewicht: 70 – 100 kg

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