Gestern war Welttierschutztag…

Ein Schwein in einem dunklen Maststall

Ob es die Tiere wohl gemerkt haben? Ob in Afrika ein Wilderer tatsächlich gedacht hat „Heute töte ich dieses Nashorn nicht“? Ob ein Schlachter irgendwo auf der Welt gedacht hat „Heute darfst Du leben, liebe Kuh?“. Ob ein Zirkusdompteur wohl gedacht hat „Heute mal ohne Peitsche?“. Ob in Deutschland ein Jäger wohl gedacht hat „Heute bringe ich die Wildschweinmutter nicht um…?“.

Wohl kaum. Denn dieser Tag gestern ist nicht mehr als ein Feigenblatt. Eine leere Worthülse für das, was wir Menschen gerne über uns denken. Klar sind wir alle Tierfreunde. Klar ist uns das Thema wichtig. Natürlich lieben wir unsere Haustiere.

Wenn man genauer hinsieht, ist der Welttierschutztag auch umringt von wichtigen gesellschaftlichen Dingen wie dem Tag der Bratwurst. Ohne Scheiss. Gibt es wirklich. Warum? Keine Ahnung.
Aber es zeigt, dass diese „Gedenktage“ längst nicht mehr funktionieren. Früher war es vielleicht so, dass durch solch einen Tag ein Zeichen gesetzt werden konnte. Das Thema ins Bewußtsein der Menschen kam. In Zeiten von social media ist die Aufmerksamkeitsspanne der Menschen aber zu gering, um so etwas noch wahrzunehmen. Auch diesen Text sollte ich persönlich lieber kürzer halten, damit er überhaupt gelesen wird.

Doch stellen wir uns mal vor, am Welttierschutztag würden Tiere tatsächlich nicht gequält, getötet, mißhandelt, genutzt und gegessen? Auf der ganzen Welt. Das wäre doch was, oder? Könnten wir Deutsche uns das für unser Land vorstellen? Und dann weltweit? Gute Frage.

Ein ganzer Tag in einem Jahr. Das ist dann am Ende 0,27% verhindertes Tierelend, Tiermord und Tierschmerz. Schon das hinzubekommen gleicht einem unüberwindlichen Kraftakt. Wie sollen wir das schaffen?

Die Antwort ist einfach: Du kannst es schaffen. Nicht nur an einem Welttierschutztag, sondern immer. Wenn Du noch Fleisch isst, esse ab heute weniger und bewußter. Wenn Du schon weniger Fleisch isst, esse noch weniger. Wenn Du schon so viel weniger Fleisch isst, werde Vegetarier. Wenn Du Vegetarier bist, esse weniger Milchprodukte. Wenn Du als Vegetarier schon ganz nah dran bist, dann werde doch Veganer. Und wenn Du Veganer bist: Glückwunsch, Du bist am Ziel einer langen Reise. Aber auch Du kannst vielleicht noch etwas mehr tun. Wege finden sich immer.

Die Tiere auf der Welt verdienen soviel mehr als nur einen Tag der leeren Worthülse. Du hast es in der Hand. An jedem Tag in Deinem wundervollen Leben.

Beitragsfoto (c) Stefan Bröckling

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.