Erfolg? Oder ein schwarzer Freitag…? Kommentar zum Kastenstand in der Schweinehaltung.

Sau im Kastenstand bzw. Eiserne Jungfrau

Die gestrige Entscheidung des Bundesrates zur sogenannten Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung lässt mich zwiegespalten zurück.
Auf der einen Seite ist es erfreulich, dass durch die tatkräftige Sammlung von Unterschriften durch Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen und auch der Arbeit der Grünen eine Verbesserung in der Schweinehaltung langsam in Sicht kommt.
Ohne diese Proteste hätte die althergebrachte Landwirtschaftspolitk der CDU unter Frau Klöckner eine nochmalige Verschlimmerung der Haltungsbedingungen festgeschrieben. Unbemerkt oder aber mindestens toleriert von der Öffentlichkeit. Dies ist nun nicht in der ganzen Härte erfolgt.

Doch letztlich ändert sich für die meisten Tiere erst einmal nichts. Großzügige Übergangsfristen erlauben es weiterhin, Schweine in körperenge Kisten zu sperren. Zudem wird der Kastenstand nicht wirklich komplett verboten, nur die Nutzung auf einen kürzeren Zeitraum festgelegt.
Der eisernen Jungfrau dabei den perfiden Begriff „Ferkelschutzkorb“ zu geben ist natürlich massive Augenwischerei und lenkt von den eigentlichen Problemen der massenhaften, artwidrigen Haltung von Schweinen ab.

Am Ende muss ich als Schweinefreund folgende Frage in den Raum stellen: wer wird die Einhaltung dieser Zeiträume durchführen? Amtsveterinäre sicherlich nicht. Die sind oftmals mehr damit beschäftigt, Haltern von Heimschweinen unsinnige Auflagen zu erteilen…
Können wir aber Landwirten, die über Jahrzehnte die Ausbeutung von Tieren gelernt haben und die auch heute noch Greueltaten in ihren Ställen Tag für Tag ungesühnt und unkontrolliert durchführen, tatsächlich vertrauen? Die Regelungen mögen in den Verordnungen stehen…aber deren Einhaltung wird keine Priorität genießen. Das eigentliche Leben eines Schweines ist in Deutschland eben nichts wert.

Der Ablauf der politischen Debatte zum Thema Schweinehaltung offenbart abermals den offensichtlichen Würgegriff, den gewisse politischen Parteien samt Lobbyisten beim sogenannten „Staatsziel Tierschutz“ ausüben. Statt sich die politischen Verantwortlichen auch bei den „Nutz“tieren endlich zu einem ethischen Umdenken durchringen, wird der schwarze Peter freundlich wieder anderen zugespielt. Dem Verbraucher. Die Politik ist nicht Schuld…

Welche Hoffnung haben daher die Schweine, Küken, Kälber, Rinder und andere Nutztiere in diesem Land in einer augenscheinlich tierfeindlichen politischen Gemengelage? Nur eine:

Dich! Werde Vegetarier/Veganer. Noch heute. Damit für Dich weder eine Sau in den Kastenstand muss noch ein Küken für Dich geschreddert wird. Du hast es in der Hand. Sei Teil der Lösung, nicht des Problems…

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