Deutsche Wissenschaftler und die armen Schweine

Deutsche Wissenschaftler und die armen Schweine
Am Montag haben wir an dieser Stelle bereits über das Verbot der betäubungslosen Kastration von männlichen Ferkeln berichtet. Obwohl es auf den ersten Blick wie ein Erfolg für den Tierschutz aussieht, haben wir mit unserem Artikel unsere Zweifel dargelegt.
 
Warum ist die Kastration von Ebern eigentlich ein Problem? Warum muss kastriert werden? Nun, die Begründung hierfür ist der von der Fleischwirtschaft geprägte „Ebermakel“, wenn das Fleisch der getöteten Tiere einen unangenehmen Geruch von sich gibt. Manche Menschen reagieren darauf eher empfindlich, andere wiederum nehmen es gar nicht wirklich wahr.
 
Entstehen kann dieser Geruch nach Erlangung der Geschlechtsreife der Eber und infolgedessen war und ist es Tradition, dass männliche Schweine einfach nach der Geburt kastriert werden. Ohne viel Federlesen.
 
Tatsächlich bilden sich nur bei 2–10 % der nicht kastrierten Eber dieser Geruch im Fleisch aus. Mit anderen Worten, für den armen Verbraucher besteht – bei einer angenommenen Geschlechterverteilung der Schweine von 50 % – eine 1–5 %ige Chance, Fleisch zuzubereiten, welches anfängt, unangenehm zu riechen.
 
Für diese Chance von 1 bis 5 % leiden alle männlichen Schweine. Denn auch eine Kastration unter Betäubung, hilft dem Tier nach Ende der Narkose nicht weiter. Der Wundschmerz bleibt dennoch erhalten. Weder wird dieser behandelt noch bleiben die Ferkel unter besonderer Aufsicht in den riesigen Ställen der Massentierhaltung.
 
Aber wie sonst können wir dem Verbraucher und auch den armen Schweinen helfen?
 
Eine klassische Fragestellung für Wissenschaftler. Denn schließlich ist es ihre Aufgabe, die Mysterien des Universums zu entschlüsseln und die Lebensumstände der Menschheit zu verbessern.
Deutsche Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts haben sich dieser Fragestellung angenommen. Kann ja nicht sein, dass ein deutscher Verbraucher bestenfalls eine 95 % Chance hat, sein Schweinekotelett zu genießen.
 
Also schaut man sich die Genetik der Schweine und der Eber genauer an und beginnt, „zu erforschen“, ob es nicht doch einen „tiergerechten“ Weg geben könnte. Denn den Tieren soll es ja besser gehen.
Das Ergebnis: männliche Schweine mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen! Wow, darauf hätte der liebe Gott auch mal von alleine kommen können, nicht wahr? Ist eigentlich ganz einfach.
 
Tja, so einfach wohl doch nicht. Genetik ist ja kein Kinderspiel. Und so wird diese Forschungsarbeit sicher einige Zeit in Anspruch genommen haben. Über die Fehlversuche, die auf diesem Weg zu einem absolut grotesken Endergebnis geführt haben, wird der Mantel des Schweigens gehüllt. Wie viele Mutationen hat diese Versuchsreihe wohl hervorgebracht? Wie viele Schweine in der Versuchsreihe haben für die 5 % Chance auf Ebergeruch wohl über die Klinge springen müssen? Denn eines ist klar: hierbei handelt es sich um Tierversuche. Die produzierten Tiere werden allesamt beseitigt. Deren Leben wurde auf dem Altar des wissenschaftlichen „Fortschritts“ geopfert.
 
Moralische und ethische Erwägungen bleiben bei dieser Forschung außen vor.
 
Die Wissenschaft muss sich nicht rechtfertigen. Nicht beantworten, warum man Gott spielen muss, damit deutsche Verbraucher sich nicht die Nase rümpfen müssen.
 
Als angenehmen Nebeneffekt erklären die Wissenschaftler zudem, dass mit der Erfindung von Ebern mit weiblichen Geschlechtsorganen, nun ein Großtier für die Erforschung von Geschlechtsidentitätsstörungen beim Menschen neue Chancen bietet.
 
Was in einem männlichen Tier mit weiblichen Geschlechtsorganen so vor sich geht, egal. Spielt keine Rolle. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Und, wenn man neben diesem unsäglichen Kastrationsproblem der Tierindustrie auch noch Menschen mit Geschlechtsidentitätsstörungen weiterhelfen kann, dann ist das eine „Win-win-Situation“, nicht wahr?
 
Nicht für die Schweine. Aber die werden bekanntlich niemals gefragt. Diesen deutschen Wissenschaftlern geht es nicht um das Wohl der Tiere. Sie fragen sich nicht, ist es moralisch und ethisch vertretbar, einer Industrie unter die Arme zu greifen, die erwiesenermaßen Leid, Elend, Klimawandel und Hunger auf der Welt verursacht. Soweit kann man als Wissenschaftler nicht über den Brillenrand schauen.
 
Auf die Frage zur Ethik rund um diese deutsche Kreation von Schweinemutanten antwortete ein verantwortlicher Wissenschaftler des FLI:
„Da müssen sich dann sowohl die Verbraucher, als auch die Produzenten letztendlich fragen, was sie wollen.“
 
Und somit beweisen deutsche Wissenschaftler einmal mehr, dass Moral sowie Ethik, wenn sie einmal erfolgreich ausgeknipst sind, keinen Stellenwert in diesem Land mehr haben.
Aber vielleicht findet sich ja noch ein Forschungsteam, dass das menschliche Erbgut so anpassen kann, dass Ethik und Moral im Menschen gar nicht mehr vorkommt. Sollten wir genauso abschaffen, wie den Ebergeruch.

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