Den Ringelschwanz der Schweine

Vergleich zwischen intaktem und kupiertem Schweine-Ringelschwanz

erkennt eigentlich jedes Kind auf Anhieb. Neben der Rüsselscheibe ist er ein absolutes Markenzeichen und Wiedererkennungssymbol.
Doch wusstest Du, dass der Ringelschwanz tatsächlich ein Zufallsprodukt der Hauschweinzüchtung ist? Denn Wildschweine haben ganz normale, ungeringelte Schwänze.
Bei vielen Hausschweinrassen ist im Schwanz selber eine Sehne verkürzt und dies führt dann zu dem besagten Ringeleffekt. Wobei die Tiere aber den Schwanz auch „entringeln“ können.

Aber was machen wir Deutschen mit unseren Schweinen nach der Geburt? Wir schneiden die Schwänze ab. Trotz eines geltenden EU-Verbots seite den 90er Jahren im übrigen.

Wir Deutschen haben einfach die Ausnahme, die im Verbot eingeräumt wird, zur Regel erhoben.
Doch welchen Grund hat das „vorsorgliche“ Abschneiden der Schwänze beim Schwein? Nun, es liegt genau genommen an der Intelligenz und Neugier der Schweine. Sie sind von Natur aus agil und aktiv und untersuchen ihren Lebensraum ständig nach Futter und Beschäftigung.

In deutschen Ställen findet ein Schwein so etwas aber nicht vor. In eine enge Bucht gepfercht, wird der Ringelschwanz des Buchtnachbarn schnell zum einzig verbleibenden Spielzeug und interessanten „Ding“, an dem dann auch herumgekaut wird. Die Landwirtschaftsindustrie nennt das dann „Kannibalismus“, damit die Ursache bloß nicht bei der Haltungsform vermutet wird sondern durch Fehlverhalten der Tiere begründet wird. Schöne Verzerrung von Ursache und Wirkung…

Die durch Schwanzbeißen entstehenden Verletzungen will der deutsche Landwirt und die Politik aber auch nicht sehen. Und daher ist es der einfachste Weg, den Schwanz aus „Pseudo-Tierschutzgründen“ zu kupieren. Weil wir helfen damit ja den armen Tieren…

Beim Hund sind derlei Dinge schon lange verboten, aber beim Schwein machen wir so weiter wie bisher.
Anstatt den Tieren mehr Raum und Beschäftigungsmaterial zu bieten, sperren wir die Schweine-Kinder in enge Buchten mit Spaltenböden, an denen sie ihre empfindlichen Klauen verletzen können und auf dessen Beton sie auch schlafen müssen.

Freya, Loki und Gandhi stammen von einem Bauernhof, der auf das Kupieren der Schwänze verzichten kann. Den Tieren wird mehr Platz eingeräumt und sie stehen auf Stroh. Trotzdem, oder gerade deswegen, macht der Bauer ein gutes Geschäft und kann seine Produkte gut vermarkten.

Die Politik in diesem Land versucht aber weiterhin aktiv, das Thema Tierschutz bei Nutztieren unter den Teppich zu kehren und mit Pseudo-Maßnahmen die Verbraucher zu beschwichtigen.
Der sogenannte „Aktionsplan“ Ringelschwanz ist ein ganz großes Armutszeugnis für Deutschland. Statt das Kupier-Verbot ein für allemal umzusetzen und dafür Sorge zu tragen, das die Schweinehaltung in Deutschland endlich aus der Ecke der absoluten barbarischen Tierquälerei kommt, wird den Bauern weiterhin ein Hintertürchen spendiert um sie als Wählerschaft nicht zu vergraulen. Und trotzdem findet man in einschlägigen Medien Artikel, wie die Bauernschaft unter den angeblich schlimmen neuen Regeln zu leiden hat. Absurdistan 2020.

Wenn Du demnächst mal wieder über ein Erkennungszeichen der Schweine stolperst…denke daran: in Deutschland werden Schweine jeden Tag gequält und geschunden. Ändere Deine Einstellung zum Fleischkonsum und nehme Einfluss auf das Leid der Tiere bei der Abgabe Deiner Stimme bei einer der nächsten Wahlen. Denn am Ende des Tages sind es die Politiker und die Industrie, die am längeren Hebel sitzen.
Die Industrie können wir nicht wählen, unsere Volksvertreter schon. Und wenn Du empfänglich für das Thema bist, dann hast auch Du das Wahlrecht, Tag für Tag: esse weniger Fleisch und aus besserer Haltung oder werde Vegetarier/Veganer. So oder so setzt Du dann ebenso ein Zeichen für eine bessere Zukunft.

#Schweineschutz
#WirSindSchweinefreunde

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