Das Schwein im Grünen – Teil 1

Grüne Schweinefigur

Eine Wanderung durch die Natur verrät es. Es gibt Pflanzen, die einen Bezug zu Schweinen haben. Z. B. erscheint das Wort Schwein, Eber oder Sau im Pflanzennamen oder es ist eine Futter- und Heilpflanze, die den Schweinen angeboten wurden. 
Einigen Pflanzen wie der Eberwurz, dem Eberfarn und die Eberesche wurden magische Kräfte nachgesagt. 

Die Vielzahl der mit Schweinen in Verbindung gebrachten Pflanzen lässt vermuten, dass das Schwein in der Vergangenheit eine besondere Stellung im Alltag der Menschen hatte. Was kein Wunder ist, lebten die Menschen doch eng mit ihren Haustieren wie Schweinen, Rindern und Schafen unter einem Dach. Dies ist leider heute nicht mehr der Fall. 

Aber die Pflanzen erinnern uns daran, dass Schweine eine bedeutende Rolle gespielt haben und es immer noch tun.

Um daran zu erinnern und mal mit offenen Augen durch die Wiesen und Felder zu gehen, eine kleine Auswahl an „schweineartigen“ Pflanzen. Doch Vorsicht, manche Pflanzen trachten Euch nach dem Leben:

Saubohne
Saubohne oder Ackerbohne

Saubohne oder Ackerbohne (Vicia Faba)

gehört zu den Schmetterlingsblütengewächsen, sehr eiweißreich und wurde als Schweinefuttermittel verwendet.

Sie war im Mittelalter eines der wichtigsten Nahrungsmittel, waren aber bereits in der Steinzeit bekannt.

Schweinsohr oder Drachenwurz
Schweinsohr oder Drachenwurz

Schweinsohr oder Drachenwurz (Calla palustris)

weitere Bezeichnungen sind Sumpf-Schlangenwurz (Aronstabgewächs), als Schweinsohr wurde die Pflanze vorwiegend im Raum Frankfurt an der Oder bezeichnet und in Preußen nannte man sie Schweinkraut. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die Blätter haben die Form von einem Schweineohr.

Schweineohr_pilz
Schweineohr - Pilzart

Von „Marco“, Pilzfotograf – Deutsche Gesellschaft für Mykologie, CC BY-SA 3.0, Link

Schweinsohr (Gomphus clavatus)

Wenn auch keine Pflanze gibt es eine ganze Ordnung von Pilzen, die den Namen Schweinsohrartige trägt.

Das Schweinsohr ist ein Speisepilz. Er wird auch Purpurleistling genannt. Schweinsohren kommen von Sommer bis Herbst meist büschelig verwachsen in Hexenringen (kreisförmige Anordnung) oder Reihen vor allem in Bergnadelwäldern mit Kalkböden vor. Sie sind recht selten.

 

Schweinsrübe
Schweinsrübe oder Sumpf-Ziest

Schweinsrübe oder Sumpf-Ziest (Stachys palustris)

gehört zu den Lippenblühtengewächsen und wurde als Futterpflanze verwendet.

Topinambur
Schweinerübe - Tobinambur

Von <a href=“//commons.wikimedia.org/wiki/User:Earendil“ title=“User:Earendil“>Earendil</a> – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Schweinerübe – Topinambur 

Der Topinambur wurde ebenfalls als Schweinerübe bezeichnet und ist mit der Sonnenblume verwandt. Vor allen in Rumänien wurde die Knolle so genannt und eher mit abfälligem Ton, da der Topinambur vorwiegend an Schweine verfüttert wurde, bevor sie für den Menschen als Nahrungsmittel wieder interessant wurde.

Heute gilt sie als Delikatesse und Heilpflanze. Übrigens ist sie im Garten leicht selbst zu ziehen.

Ferkelkraut
Ferkelkraut

Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)

zählt zu den Korbblütlern und wurde früher in der Volksmedizin verwendet. Futterpflanze. Sie sieht dem Löwenzahn sehr ähnlich, die Stiele der Blüten sind aber wesentlich länger.

Eberwurz
Eberwurz - Silberdistel

Von Frank Vincentz – <span class=“int-own-work“ lang=“de“>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 3.0, Link

Eberwurz (Carlina acoulis simplex)

Diese Pflanze ist unter den Namen Saudistel, Wetterdistel (schließt sich bei feuchtem Wetter) oder als Silberdistel bekannt. Sie gehört zu den Korbblütengewächsen. Früher wurde die aromatische, aber giftige Pfahlwurzel in der Humanmedizin und Tierheilkunde gegen zahlreiche Krankheiten eingesetzt. Sie wirkt abführend, antibiotisch, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend und fand auch in magischen Praktiken Anwendung.

Es gibt noch zahlreiche Unterarten.

Das Schwein im Grünen – Teil 2

Das Schwein im Grünen – Teil 3

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