Behördenirrsinn bei Schweinen und Minischweinen

Keine Rechte für Schweine?
Am Anfang der Woche hatten wir über den Fall Puschel berichtet. Ein zahmes Wildschwein, welches durch eine vollkommen überzogene Entscheidung eines lokalen Amtsveterinär ermordet wurde.
 
Warum „ermordet“? Ganz einfach: dieses Tier stand unter dem Schutz und der Obhut eines lieben Menschen. Wenn wir auch als Gesellschaft derzeit den Tieren keine echten Tierrechte zubilligen…so hatte doch der Mensch, dessen Freund und Gefährte Puschel war, auch Rechte. Man stelle sich vor, wenn ein Amtsveterinär solche Entscheidungen ohne Widerspruch bei Hunden durchführen wurde. Ein Schrei des Entsetzen ginge durch unser Land. Und das Wort „Mord“ wäre nicht wirklich unpassend.
 
Bei Schweinen tickt das deutsche Recht aber „anders“. Schweine haben keine Rechte. Schweine sind „Vieh“.
 
Und Menschen, die Schweine in ihre Obhut aufnehmen, müssen mit solcher Behördenwillkür wie im Fall Puschel tatsächlich rechnen. Ihre Rechte als Menschen werden ebenfalls mit Füßen getreten. Grundrechte außer Kraft gesetzt.
 
Wie auch im jetzt von uns verfolgten Fall einer lieben Tierfreundin, die ein Minischwein auf ihrem Hof hält. Wir sind gerade im Begriff, ihr eine Gefährtin für das einzeln gehaltene Minischwein zu vermitteln.
 
Doch wir haben die Rechnung ohne den zuständigen Amtsveterinär gemacht. Der stuft nun die Haltung dieses einen Minischweins als „Freilandhaltung“ ein und kommt mit einem ganzen Sack voller Auflagen für die Tierfreundin daher.
 
Kadavertonne, Hygieneschleuse, Doppeleinzäunung, vorherige Anerkennung der Haltung, Schutzkleidung und so weiter.Oder sonst….
 
Wie bitte? Oder sonst? Oder sonst, was? Antwort: wir nehmen Dir das Schwein weg. Töten es.
 
Keine Rechtsbehelfbelehrung unter dem Schreiben, keine Quellenangabe zur Begründung der Entscheidung. Nichts dergleichen.
 
Ein „Bescheid“, der voll darauf abzielt, die Tierfreundin einzuschüchtern und Regelungen durchzusetzen, die für Heimtiere niemals erstellt wurden.
Alle Regelungen, die die Behörde der Tierfreundin nun zur Auflage macht, stammen aus der „Schweinehaltungshygieneverordnung“. In der heißt es:
 
§ 1 Geltungsbereich
Diese Verordnung gilt für alle Betriebe, die Schweine zu Zucht- oder Mastzwecken halten.
Nun muss uns diese Behörde mal plausibel erklären, warum diese Verordnung für Menschen mit Minischweinen relevant sein soll. Weder werden hier Minischweine „gemästet“ noch werden sie „gezüchtet“. Und ein „Betrieb“ ist das ja wohl auch nicht.
 
Blanker Behördenirsinn, wie er gerne praktiziert wird. Und wie er auch oftmals Erfolg hat, denn viele Menschen werden sich mangels Wissen oder wegen der Furcht, nicht zur Wehr setzen.
 
Wir Schweinefreunde halten nicht still. Wir werden uns wehren. Unsere Petition ist dabei nur der Anfang. Wir werden uns auch aktiv für die Tiere und ihre Menschen einsetzen, die jetzt im ganzen Land von solchen Bescheiden bombadiert werden.
 
Wenn auch Du (!) einen solchen Bescheid von einem Amt erhältst, scheue Dich nicht, uns zu kontaktieren. Wir können Euch zwar keine Rechtsberatung anbieten, aber wir können versuchen, auch in Eurem Fall durch Öffentlichkeitsarbeit etwas zu erreichen.
 
Bitte unterstützt uns weiterhin bei unserer wichtigen Arbeit. Teilt den Link zu unserer Petition und diesen Beitrag. Mehr Menschen müssen über dieses Unrecht in Kenntnis gesetzt werden.
 
Damit morgen nicht ein weiterer Fall Puschel ungesühnt in diesem Land stattfinden kann. Unsere Tiere sind kein „Vieh“ und ihr Leben zählt. Jedes Schwein, welches durch irrsinnige Behörden umgebracht wird, ist eines zuviel!

Unsere Petition für alle Tiere:

https://www.change.org/heimtierstatus

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