650.000 Schweine „müssen weg“…

650.000 Schweine müssen weg
sagt Hubertus Beringmeier in einem Interview mit der Website „Nordbayern.de“. Herr Beringmeier ist Schweinebauer und ganz nebenbei der Präsident des Bauernverbandes Westfalen-Lippe.
 
Als solches zeigt seine Aussage, wie es in Deutschland um den Schutz und das Wohlbefinden von Schweinen bestellt ist. Empathie mit den Tieren? Reue und Scham aufgrund der tierquälerischen Zuständen die überall herrschen? Einsicht, dass das Schweineproduktions-System in Deutschland kaputt und krank ist und es vor allen Dingen nur Tierelend produziert? Fehlanzeige.
 
„Müssen weg“ ist nur die Vorstufe von weiteren Aussagen, die sicherlich auch bald kommen werden. Wohin sollen die Tiere denn „weg“? In die Mülltonne am Besten? Dort wo ohnehin viele Millionen der Tiere landen, die das System Schweinemast nicht bis zum Ende erleben?
 
Wie können wir Tierschützer(innen) oder Tierrechtler(innen) jemals Mitgefühl für die persönlichen Sorgen der Landwirte entwickeln, wenn sie durch Aussagen solcher Verbandspräsidenten nur eines zeigen: das Leid der Tiere ist ihnen egal. Es geht nur um das Geld, den Gewinn und den Preis, den sie für ein ermordetes Schwein einstecken können.
 
Bisher sackt der Handel einen Großteil der Gewinnmarge ein. Und deswegen haben viele Landwirte auch folgerichtig beim Handel ihre Traktoren geparkt und Lager blockiert.
 
Aber selbst wenn es schön zu sehen ist, dass einige Landwirte endlich einen der wahren Hauptschuldigen eines infamen Systemes erkannt haben und bloßstellen. Wenn auf der anderen Seite die Veranwortlichen in ihren Verbänden nach Außen eine Einstellung zu den Tieren offenbaren, die keine Spur von Ethik und Moral zeigen, ist es ganz außerordentlich schwierig, für die Sorgen der Landwirte ein offenes Ohr zu haben. Unmöglich bisweilen.
 
Es wird Zeit, dass die Landwirte nicht nur vor Aldi und Lidl protestieren sondern auch endlich in ihren eigenen Verbänden einen Hausputz durchführen.
 
Damit solche Aussagen, wie die von Herrn Beringmeier, zu dem führen, was moralisch und ethisch geboten wäre: einen Rauswurf aus dem Verband und eine Distanzierung von solchen Personen.
 
650.000 Schweine müssen laut Herrn Beringmeier weg. In anderen Ländern wurden dazu auch mal Massengräber ausgehoben, wo Tiere lebendig begraben wurden. Wir sind in Deutschland nicht weit weg von einer solchen Mentalität. Die Aussagen des Bauernpräsidenten sind nur eine kleinen Deut entfernt.
 
Und das ist für uns Schweinefreunde unendlich erschreckend. Zeit für einen internen Wandel liebe Landwirte. Bevor es zu spät ist. Die wahren Leidtragende des Schweinestaus seid nicht ihr. Es sind die Schweine…
 
Unser Video zum Schweinestau:
Originalfoto: Stefan Bröckling

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