Schweinefreunde e.V.
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und Minischweinfreunde

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Nestbau und Nachwuchspflege der Schweine

Schweinemütter sind sehr fürsorglich, wachsam und behutsam im Umgang mit ihrem Nachwuchs. Die Vorzeit der Geburt ist geprägt durch den Nestbautrieb, der allen Schweinen innewohnt. Wildschweine erkunden einige Tage vor der Geburt intensiv ihre Umgebung um einen guten Nestplatz zu finden.
Bei Hausschweinen ist dieser Abschnitt gekennzeichnet von einer merklichen Unruhe. Offensichtlich ist durch die enorme Beschränkung der Tiere auf einen engen Stall ein Ausleben des bei Wildschweinen üblichen Erkundungsdrang in dieser Zeit nicht möglich.

Die Bache beginnt mit der Suche von Nistmaterial und trägt es zu der von ihr ausgesuchten Mulde bzw. Senke. Ein fertiges Nest kann durchaus einen Meter hoch sein. Das Ausleben dieses Verhaltens ist den Hausschweinen leider nicht vergönnt. In heutigen Haltungssystemen wird die Sau zur Bewegungsunfähigkeit verdammt und durch Stahlkonstruktionen und durch Gurte fixiert.

Diese enorme Einschränkung der Tiere wird durch die Landwirtschaft mit der Möglichkeit des Erdrückens des Nachwuchses erklärt. Neueste wissenschaftliche Ausarbeitungen bei Schweinen in Freilandhaltungen zeigen jedoch, dass die Gefahr des Erdrückens zwar besteht, die Verluste jedoch in beiden Haltungsformen vergleichbar sind. Aus tierschützerischer Sicht sind die Qualen des Muttertiers daher in keinster Weise akzeptabel und weit von der wesensgerechten Haltung entfernt.

Muttersauen beschmutzen niemals ihr Nest. Die Reinlichkeit von Schweinen, die an anderer Stelle noch beleuchtet wird, ist entgegen der landläufigen Meinung äußerst ausgeprägt. Auch hier bleibt festzuhalten, dass die heutige Tierhaltung dieses artgemäße Verhalten verhindert, weil die Sau durch die Fixierung gezwungen wird, in unmittelbare Nähe ihres Nachwuchses zu Harnen und zu Koten. Dabei geschieht dies durch die Sau sehr zögerlich und widerwillig, was ihren Allgemeinzustand durchaus beeinträchtigt.

Mutterschweine sind sehr aufmerksam und bereit ihren Nachwuchs zu verteidigen. In freier Natur ist es daher wenig ratsam, sich einer Bache mit Nachwuchs allzu sehr zu nähern. Auch Hausschweine zeigen diese Verhaltensmuster indem sie Warnlaute ausstoßen und Drohgebärden zeigen. Mit Gurt fixierte Sauen zeigen indes kaum Regungen wenn ihnen ein Ferkel weggenommen wird und dieses quiekt. Vermutlich ist die hier gezeigte Apathie direktes Zeichen der Resignation des angebundenen Tieres.

Nach etwa 10 Tagen verläßt das Muttertier mit ihrem Nachwuchs das Nest. Ab diesem Zeitraum beginnen die Ferkel die unmittelbare Umgebung zu erkunden und zeigen vermehrt Verhaltensweisen, welche nicht direkt mit der Nahrungsaufnahmenahme oder dem Schlafen zu tun haben. Sau und Ferkel halten stets engen Kontakt. Hierbei dient eine Vielzahl an Lauten der Kommunikation. Die wichtigsten sind hierbei der Warnlaut und diverse Locklaute seitens der Sau, sowie Hungerlaute und Angstschreie durch die Ferkel.

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Sau in "eisener Jungfrau"

Eine Qual für das Mutterschwein: Bewegungslosigkeit in der "eisernen Jungfrau"

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Die Mutter bleibt stets in Kontakt mit ihrem Nachwuchs.

Wildschwein mit Frischlingen
Schweine sind äußerst wehrhaft und verteidigen ihren Nachwuchs.

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