Schweinefreunde e.V.
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und Minischweinfreunde

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Der Minischwein-Ratgeber

Dies ist die Langfassung unseres Minischwein-Ratgebers. Er soll Ihnen bei den wichtigsten 30 Fragen rund um die Anschaffung und Haltung von Minischweinen.  Der Einfachheit halber sprechen wir in diesem Ratgeber oftmals von "dem Minischwein". Dennoch weisen wir nochmals daraufhin, dass Schweine nicht alleine gehalten werden sollten.



Minischweine
  1. Die Grösse eines Minischweins
  2. Körpertemperatur
  3. Herzschläge

  4. Atemfrequenz

  5. Blutmenge

  6. Geschlechtsreife
  7. Brunstzyklus

  8. Trächtigkeitsdauer

  9. Eber oder Sau?

10. Sauberkeit

11. Minischweine in Wohnungen

12. Schweine-Basis-Erziehung
13. Ihr Schwein braucht Gesellschaft

14. Die ersten Monate

15. Wie wird das Ferkel stubenrein?

16. Was frisst ein Schwein?
17. Minischweine und Kinder
18. Schweine und andere Tiere

19. Schweine und Nachbarn

20. Wo soll das Schwein leben?
21. Rutschige, glatte oder weiche Böden
22. Reaktionen von Mitmenschen

23. Minischweine hinterlassen Spuren

24. Wer ist ideal um ein Schwein zu halten?

25. Impfungen
26. Entwurmen
27. Erste Krankheitsanzeichen

28. Krankheiten und ihre Ursachen

29. Kleine Hausapotheke für's Schwein

30. Wo finde ich ein Minischwein?

 

Die Grösse eines Minischweins   (zurück)

Ihr süsses kleines Ferkel kann ein grosses, schweres Tier werden. Ein Minischwein ist erst mit ca. 4 Jahren voll ausgewachsen. Die durchschnittliche Schulterhöhe eines ausgewachsenen Minischweins ist 50 cm, seine Körperlänge beträgt ca. 80 - 100 cm und es wiegt bis zu 100kg. Ein guter Vergleich ist ein grosser, fetter Rottweiler mit kurzen Beinen. Die Fütterung hat keinen Einfluss auf die schlussendliche Grösse eines Schweines, nur auf sein Gewicht; Sie können also über das Futter die Endgrösse Ihres Minis nicht "steuern" nur sein Gewicht.

Allerdings muss man dazu sagen, dass heutzutage Minischweine in fast allen möglichen und unmöglichen Grössen angeboten werden. Passen Sie gut auf, bei den in Mode kommenden Kleinstschweinen; zum Teil sind diese armen Tiere infolge von Inzucht sehr stark degeneriert und werden kaum älter als 5 Jahre. Zudem haben sie die Robustheit, für die Minischweine eigentlich berühmt sind verloren und glänzen durch zahlreiche Erkrankungen, Herzschwäche, Skelettschäden, etc.  

Körpertemperatur   (zurück)

bei ausgewachsenen Schweinen beträgt sie zwischen 38,5 - 39,5 °C. Bei Ferkeln etwas mehr zwischen 39,0 - 40,5 °C

Im Idealfall misst man die Temperatur beim gesunden Tier und notiert sie sich. Bei evtl. ersten Krankheitszeichen, misst man dann zuerst wieder die Temperatur und kann sofort sehen, ob die Temperatur tatsächlich erhöht ist.  

Herzschläge    (zurück)

bei ausgewachsenen Tieren: 60 - 80/Minute bei Ferkeln:   120 - 200/Minute

Auch hier sollte man beim gesunden Tier ruhig einmal den Puls ertasten und mitzählen.  

Atemfrequenz     (zurück)

in Ruhe: 10-20 pro Minute in Bewegung: 30-80 pro Minute  

Blutmenge      (zurück)

pro kg Körpergewicht: ca. 74 ml  

Geschlechtsreife     (zurück)

im Alter von ( 3 ) 4 - 8 Monaten  

Brunstzyklus      (zurück)

bei der Sau: alle 21 Tage während 2 - 3 Tagen ist sie rauschig. Beim Eber: ist immer sprungbereit  

Trächtigkeitsdauer     (zurück)

112 - 115 Tage (+-3) 

Eber oder Sau?     (zurück)

Viele Menschen haben Vorurteile gegen Eber, wo doch gerade sie sehr lieb und verschmust sein können. Eber sind meistens anschmiegsamer als Sauen. Sauen sind öfter dickköpfig und eigensinnig. Egal, für welches Geschlecht sie sich entscheiden: am besten wäre es gleich zwei davon zu adoptieren, da Schweine zu zweit einfach glücklicher werden und die Einzelhaltung aus Tierschutzgründen abzulehnen ist.

Wenn Sie noch keine Erfahrung mit Schweinen haben, kaufen Sie bitte kein Paar (im Sinne von Eber und Sau)! Oder lassen sie den Eber dann schnellstmöglich kastrieren. Es gibt schon zu viele Züchter. Bitte bedenken sie, das ein Eber bis 6 Wochen nach der Kastration noch lebensfähige Spermien erzeugt, und somit einer Bedeckung in dieser Zeit nichts im Wege steht.

Sauberkeit      (zurück)

Schweine sind sehr reinliche Tiere. Haben sie die Möglichkeit (sprich genügend Platz) verunreinigen sie niemals ihren Schlaf- und Liegebereich mit Kot und Harn. So muss das Stroh in der Behausung des Schweines, bei artgerechter Haltung kaum gewechselt werden. Jede Woche etwas frisches Stroh aufschütten genügt völlig. Mit dem Stroh bauen sich die Schweine gerne ein grosses warmes Schlafnest. Allerdings gibt es auch das Phänomen des "Protestpinkelns". Wenn dem Schwein etwas nicht passt, kann es unter Umständen seine Reinlichkeit vergessen.

Minischweine in Wohnungen (zurück)

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, Ihren Tieren eine - wenn auch nur kleine - Weide mit Behausung zu bieten, in der es wenigstens zeitweise draussen sein kann, sollten Sie von einem Schweinekauf gänzlich absehen. Die ausschließliche Haltung in der Wohnung mit Katzentoilette und ähnlichen Hilfsmitteln ist in keinster Weise artgerecht.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Haltung:

1. Haus und Garten

Das heisst, ihre Schweine leben grundsätzlich im Haus, sind aber nach Bedarf (Arbeit, Einkauf o.ä.) im Garten in dem ihnen zugewiesenen Areal.

 

2. Stall und Garten

Ihre Schweine leben Grundsätzlich im Stall, haben aber die Möglichkeit ihr eigenes Areal im Garten aufzusuchen. Vielleicht ein kleiner Offenstall, damit ihre Schweine selbst entscheiden können ob sie rein oder raus wollen. Zu ihnen ins Haus kommen können sie ja trotzdem noch.

 

3. Freilandhaltung

Die Schweine haben ihren Stall in ihrem Areal und leben das ganze Jahr draussen.

Zu ihnen ins Haus....s.o. (Auflagen siehe auch Schweinehaltungs-Hygiene Verordnung SchHaltHygV §4)

 

Bitte beachten sie, das die Schweinehaltung der Genehmigung durch den Amtsveterinär bedarf. Je nach Haltungsform existieren unterschiedliche Auflagen. Die Behörden gehen durchaus unterschiedlich mit der Privathaltung von Schweinen um. Grundsätzlich gelten aber fast alle Auflagen in der Massentierhaltung auch für die Privathaltung von Schweinen. So absurd das auf den ersten Blick auch sein mag.

 

Ausserdem weisen wir darauf hin, das die Tiere bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden müssen. Leider gibts es keinerlei Ausnahmen für Mini- oder Hobbyschweine. Diese Meldung muss innerhalb von 14 Tagen erfolgen.

Die Tierseuchenkasse gewährt Entschädigungsleistungen bei seuchenrechtlichen Massnahmen. Ein Schweinehalter ohne Anmeldung haftet persönlich mit seinem Vermögen. Das kann im schlimmsten Fall in die Zigtausend gehen. Für weitere Infos zu diesem Thema bieten wir Ihnen eine umfassende Broschüre an.

 

Versichern sie ihr Schwein (Haftpflicht)! Sprechen sie mit ihrem Versicherungsfachmann, es gibt hierzu mehrere Möglichkeiten.

Schweine-Basis-Erziehung     (zurück)

Schweine zu erziehen fordert von Ihnen Entschiedenheit, Konsequenz, viel Geduld und sehr viel Liebe. Schweine leben in der Natur in Rotten, in denen eine strenge Rangordnung herrscht. Deshalb müssen Sie von Anfang an klar machen, dass Sie das Leittier sind. Während der ersten 2-3 Lebensjahre wird das junge Schwein Sie ziemlich viel Nerven kosten; sie haben zwei pubertäre Phasen im Leben: die erste wenn sie ca. 6 Monate alt sind und die zweite mit ca. 2 Jahren. In dieser Zeit, wird das Schwein alles versuchen um Ihnen den Rang als Rottenführer abzulaufen und um jeden Preis seinen Kopf durchzusetzen!

Sie können nun auf keinen Fall ein Schwein zu etwas zwingen. Wenn Sie es schlagen oder sonst Gewalt anwenden, werden Sie seine Liebe für immer verlieren. Arbeiten Sie vielmehr mit positiven Erfahrungen, d.h. loben Sie es, wenn es etwas gut und richtig macht, geben Sie ihm dann auch eine Leckerei als Belohnung. Denken Sie auch daran, wenn das Schwein gerade Ihre frisch eingepflanzten Blumen und Sträucher ausgegraben hat, oder Ihren englischen Rasen umgepflügt hat, dass dies in seiner Natur liegt! Wühlen liegt ihm im Blut.

Da Schweine sehr intelligente Tiere sind, langweilen sie sich schnell. Vorallem im Winter, wenn der Boden gefroren ist und sie sich nicht mit wühlen die Zeit vertreiben können. Dann kann es auch vorkommen, dass das Schwein zerstörerisch tätig wird. Sie können das vermeiden, indem Sie es beschäftigen, ihm etwas zu Tun geben (z.B. einen soliden Ball oder anderes "Spielzeug").

Wenn sie mit ihrem Schwein spazieren gehen wollen, gewöhnen sie es von klein auf sanft an sein Geschirr. Solange es auf ihrem Grundstück stattfindet, ist das ok. Ihr Schwein im PKW zu transportieren ist verboten. 

Minischweine brauchen Gesellschaft     (zurück)

Als ein sehr soziales Tier, braucht das Schwein Gesellschaft. Ein Schwein, dass sich auf Dauer langweilt, wird seelisch verkümmern und aggressiv werden. Seinen Unmut wird es mit allerlei Unsinn kundtun.

Bitte bedenken sie, das Schweine Rottentiere (Herdentiere) sind. (Selbst in der Massentierhaltung muss gewährleistet sein, das Schweine Sichtkontakt zu Artgenossen haben). Ab einem gewissen Alter reicht der Mensch dem Schwein nicht mehr als Rottenangehöriger.. Sie sind nette Gesellschaft, aber Sie sprechen nicht seine Sprache und können somit den Artgenossen nicht ersetzten. Hund, Katze oder Ziege können es auch nicht. Daher nochmals unsere Betonung: kein Schwein ist gern allein!

Wenn die ersten Probleme auftauchen, wie Beissen oder Protestpinkeln, und sie sich dann erst entscheiden ein zweites Schwein aufzunehmen, wird es sehr schwierig. Sie können das neue Schwein nicht einfach zum ersten dazusetzen. Das "alte" Schwein wird von seinem Hausrecht gebrauch machen und das "neue" unterdrücken und im schlimmsten Fall ordentlich zerbeissen. Sie müssen in der Anfangszeit strikt getrennt sein und nur Sichtkontakt geniessen, um sich aneinander zu gewöhnen. Das kann dauern! Wenn man sie dann schliesslich zusammenlässt, muss genug Platz vorhanden sein damit der Unterlegene ausweichen kann. Dann brauchen sie Nerven. Die Hierarchie wird ausgefochten werden. Einer ist immer der Rottenführer. Bei diesen Machtkämpfen kann auch durchaus Blut fliessen. Mischen sie sich nach Möglichkeit nicht ein. Das zögert nur hinaus. Es sieht meistens schlimmer aus als es ist. Das ist aber die Sprache, die Schweine sprechen.                

Die ersten Monate     (zurück)

Die ersten Monate im neuen Heim sind die kritischste Zeit. Wenn das Minischwein die Basisdinge lernt (wie Rottenhierarchie, die Sozialisierung mit den anderen Rottenmitgliedern), wird Ihr zukünftiges Zusammenleben viel leichter werden. Dafür müssen Sie aber in der ersten Zeit sehr viel Zeit mit ihm verbringen.

In dieser Zeit muss das Schweinchen auch unbedingt lernen, dass Sie es überall berühren und untersuchen können. Vorallem seine Klauen, Ohren und die Augen. 

Beherzigen Sie auch, dass ein Schwein einen Platz braucht, der nur ihm allein "gehört" (z.B. das Schlafhäuschen, etc.) und wohin es sich zurückziehen kann, wenn es seine Ruhe haben will oder einfach in Ruhe gelassen werden will.

Der häufigste Fehler bei Ferkeln ist, dass man sie von Beginn an, im ganzen Haus bzw. der ganzen Wohnung, laufen lässt. Wenn das Ferkel ankommt, sollte es in einem begrenzten Raum - ein Zimmer - gehalten werden, bis es sich eingelebt hat, stubenrein ist und auch einen Teil der Erziehung und Sozialisierung begriffen hat. Erst nach 1-2 Monaten lässt man es auch in andere Wohnbereiche.  

Wie wird das Ferkel stubenrein?    (zurück)

Stellen Sie ihm in dem Raum indem Sie es während den ersten 1-2 Monaten halten wollen, ein Katzenklo oder ein ähnliches flaches Kistchen zur Verfügung. Als Einstreu nehmen Sie Katzenstreu oder Sand. Anfangs lassen Sie immer ein klein wenig vom Kot im Kistchen liegen, damit das Ferkel genau versteht wofür die Kiste ist. Allerdings darf es natürlich nicht zu sehr verunreinigt sein, denn sonst graust es das Ferkel und es macht sein Geschäft woanders hin. Später wenn Sie es im ganzen Haus laufen lassen, sollten Sie anfangs an mehreren Stellen Kistchen anbieten, damit möglichst wenig daneben geht. Die meisten Schweine begreifen jedoch schneller als Hunde, wie das läuft. Wenn es die Möglichkeit hat, nach draussen zu gehen, wird es bald selber hinaus gehen oder hinausgelassen werden wollen, um sein Geschäft zu erledigen.  

Was frisst ein Schwein? (zurück)

Vorneweg gleich das Wichtigste: nicht zuviel füttern! Häufig sieht man ziemlich unschön überfütterte Minischweine, abgesehen davon, dass man diesen Schweinen so jede Lebensqualität raubt, verkürzt es auch erheblich ihre Lebenszeit. Schliesslich wollen Sie Ihr Schwein ja nicht mästen.

Im Handel finden Sie Schweinefutter, dass jedoch meistens Mastfutter ist und somit als Alleinfutter für Minischweine nicht geeignet, zudem ist auch häufig Tiermehl in solchem Fertigfutter.

Manche Futtermittelverkäufer empfehlen auch Pferdefuttermischungen; das ist nicht zu empfehlen, denn dem Pferdefutter sind natürlich Mineralienzusätze beigemischt (auf Pferde abgestimmt) die unkompatibel mit dem schweinischen Bedarf sind. !! Kein Mineralienzusatz für Pferde an Schweine verfüttern !!

Schweine sind grundsätzlich Allesfresser, bevorzugen aber Grünzeug. Eine Basis-Futtermischung kann wie folgt aussehen:

Getreideschrot (grob geschrotete Gerste, Mais, Weizen, Hafer) mit Wasser zu einem dicken aber feuchten Brei anrühren (im Winter warmes Wasser nehmen), dann einen Mineralienzusatz für Schweine, gibt es auch Vitaminisiert - im Landhandel - nach Dosierung dazumischen. (Wichtig: nicht unter- oder überdosieren!!)

Der Mineralienzusatz ist wichtig, da sonst gerne Mangelerscheinungen oder Wachstumsstörungen auftreten bei heranwachsenden Minischweinen.

In diesen Brei können Sie nun noch Früchte, Gemüse oder Kleie mischen, wie es gerade zur Verfügung steht. Heu, Stroh, Gemüse und Früchte können Sie den Schweinen auch tagsüber anbieten, Sie beschäftigen sich dann damit, was wiederum gut gegen Langeweile ist.

Wieviel Sie füttern müssen, hängt von Grösse und Alter des Schweines ab. Als grobe Faustregel kann man sagen, dass Schweine 1-2 % ihres Körpergewichts am Tag an Futter benötigen. Eine generelle Empfehlung in Prozentangaben kann man nicht unbedingt geben. Es kommt auf die Zusammensetzung der Nährstoffe und Energiegehalt des Futters an.

Gefüttert wird zweimal täglich: morgens und abends. Ob sie zu festen Zeiten füttern oder "regelmässig unregelmässig" bleibt ihnen überlassen. Ist das Schwein aber daran gewöhnt morgens um 7 Uhr sein Futter zu bekommen, werden sie nie wieder ausschlafen können. Es wird als ein lautstarker Wecker fungieren.

Sie werden sehr schnell selber feststellen, ob Ihr Schwein zu dick wird, Gewicht verliert oder genau richtig in Form ist. Nicht immer wenn das Schwein quiekt, hat es auch Hunger, füttern Sie lieber weniger als mehr.

VORSICHT IST GEBOTEN IM FRÜHLING: Schweine, die nicht ganzjährig Zugang zu einer Weide haben, können sich an übermässig viel frischem Gras im Frühling Blähungen und Durchfall zuziehen. Vorallem bei jungen Tieren (aber auch bei ausgewachsenen Schweinen) kann das tödlich enden!!  

Minischweine und Kinder (zurück)

Als Rottentier begreift das Schwein Kleinkinder als seine Rivalen; und kann durchaus ein herum krabbelndes Kleinkind angreifen und verletzen. Es agiert so, in dem Bestreben seinen Platz in der Hierarchie (höher als der Rivale) zu festigen. Deshalb lassen sie NIE ein Kleinkind allein mit einem Minischwein ohne Aufsicht.

Grössere Kinder können auch aus Unverständnis für den Schmerz den sie zufügen, ein Schwein misshandeln oder dermassen ärgern, dass es nervös und aggressiv reagieren kann. Ein Schwein vergisst nie, wer es einmal misshandelt hat. Wenn Kinder das Schwein einmal misshandelt haben, wird das Schwein Ihnen das ein Leben lang nachtragen und immer ungnädig auf sie reagieren - auch wenn sie älter werden.  

Minischweine und andere Tiere     (zurück)

Als soziales Tier leben Schweine meistens im Einklang mit anderen Tieren gut zusammen, aber es kann auch Probleme geben. Vorallem mit Hunden, die das Schwein als Beute betrachten und es angreifen. Auch hier ist die Gewöhnung sehr, sehr wichtig. Sie sollten Hund(e) und Schwein(e) nie unbeaufsichtigt alleine lassen.  

Schweine und Nachbarn  (zurück)

Schweine können unglaublich laut werden wenn sie etwas unbedingt wollen oder mit etwas ganz und gar nicht einverstanden sind. Da sie auch eine weittragende Stimme haben, bringt das manche Nachbarn schneller und gründlicher auf die Palme als ein bellender Hund. Auch wenn ein Schwein allein gelassen wird, kann es zu solchen Unmutsbezeugungen kommen. Es ist sicher von Vorteil, wenn Sie vor dem Kauf mit ihren Nachbarn darüber sprechen. Später, wenn sie in Urlaub fahren wollen, findet sich vielleicht dann sogar ein netter Nachbar, der die Schweinchen füttert während ihrer Abwesenheit.  

Wo soll das Schwein leben?     (zurück)

Während ihrer Abwesenheit sollte das Schwein sich draussen aufhalten. Der Auslauf kann sehr einfach gehalten sein, muss aber eine gute Umzäunung haben. Ihr Minischwein wird sich dort gerne die Zeit vertreiben, während Sie nicht Zuhause sind. Beachten Sie, dass die Umzäunung stark genug sein muss, um Ihr Minischwein drinnen zu halten und streunende Hunde oder zu neugierige Menschen draussen.

Während das Minischwein draussen ist, braucht es einen Platz um vor Wind, Kälte, Sonne und Regen geschützt zu sein. Deshalb ist ein kleiner Stall unumgänglich. Ideal für 2 Minischweine ist eine Behausung von einer Fläche ca. 1,5 x 1,5 m und ca. 1,2 m hoch. Die Wände sollten isoliert sein, der Stall an allen vier Seiten geschlossen mit einer ca. 50 cm hohen Öffnung als Eingang. Er sollte dick mit Stroh eingestreut sein.

Ihr Schwein muss jederzeit Zugang zu Frischwasser haben. Während der Sommerzeit muss es sich schützen können vor zu grosser Hitze. Schweine haben keine Schweissdrüsen und erleiden so schnell einem Hitzschlag. Hellhäutige Schweine kriegen auch sehr schnell Sonnenbrand. Es muss einen Schattenplatz haben. Richten sie ihm doch eine Suhle ein. So ein herrliches Schlammbad kühlt die Haut und schützt vor Insekten. Vielleicht ein kleiner Pool? Schweine sind ausgezeichnete Schwimmer. 

Rutschige, glatte oder weiche Böden     (zurück)

Schweineklauen sind wie Kufen. Wenn die Böden auf denen sie gehen, rutschig oder glatt sind, können sie sehr leicht ausrutschen, hinfallen und sich verletzten. Ihre Klauen sind auch sehr hart und können in weichen Bodenbelägen kleine Löcher hinterlassen. Deshalb sollten Sie auf rutschigen oder weichen Böden unbedingt Teppiche oder Läufer hinlegen.  

Reaktionen von Mitmenschen     (zurück)

Seien Sie darauf vorbereitet, dass ein Schwein viel Aufmerksamkeit erregt und die verschiedensten Reaktionen hervorruft (positive wie negative). Manche werden sich interessieren und Ihrem Schwein und Ihnen mit Freude und Interesse begegnen.

Andere werden Sie und Ihr Schwein überhaupt nicht akzeptieren können, da sie in den Vorurteilen über Schweine regelrecht gefangen sind. Sie werden weder verstehen noch tolerieren, dass Sie ein Minischwein als Haustier halten. Leider kann es dann auch vorkommen, dass ein solcher Mensch, alles daran setzt - auch gerichtlich - Ihnen die Schweinehaltung zu verbieten.

Klären Sie unbedingt vor dem Kauf ab, ob Ihre Nachbarn, Vermieter und die jeweilige (Stadt-) Verwaltungsämter keine Einwände haben gegen ein Schwein als Haustier.  

Minischweine hinterlassen Spuren    (zurück)

Auch wenn Ihr Schwein die meiste Zeit drinnen lebt, es wird schnüffelnd, tastend und manchmal auch wühlend Möbel, Wände, Türen, Pflanzen, etc. untersuchen.  Der Rüssel ist nass und somit wird es Spuren hinterlassen, so oder so... Wenn das Schwein gerade von draussen hereinkommt, können seine Klauen voller Steinchen und Dreck sein, den es dann mehr oder weniger gleichmässig im Haus verteilt. Manche Minischweine "schauen" alles mit dem Mund an, besonders wenn sie denken, dass etwas Fressbares in der Nähe ist. Menschen die mit Minischweinen leben, werden öfter mal Böden und andere Flächen aufwischen müssen und Flecken aus Teppichen entfernen - oder ganze Teppiche reinigen lassen müssen!

Ihr Schwein wird auch Ihren Garten umgestalten. Speziell angebautes Gemüse wird sein Ziel sein. Sie müssen für gute Umzäunungen sorgen, damit das Schwein in dem Teil des Gartens bleibt, den sie ihm zugedacht haben.  

Wer ist ideal um ein Schwein zu halten?    (zurück)

Minischweine sind ein gutes Haustier für Sie, wenn:

    • Sie nicht entmutigt sind, trotz des hier beschriebenen "Horrors". ;-)
    • Sie Ihr Leben teilen möchten mit intelligenten und freundlichen Wesen.
    • Sie - im Idealfall - einen Tierarzt finden, der etwas von Schweinen versteht und sie behandeln darf.
    • Ihre Minischweine einen Teil des Tages drinnen und draussen verbringen können (oder ganzjährig draussen). 
    • Sie entschieden und konsequent, doch liebevoll agieren können.
    • Sie sehr viel Zeit mit Ihren Minischweinen verbringen können.

Ein gut behandeltes Minischwein ist ein freundliches und sanftes Haustier. Jedes Schwein hat eine starke individuelle Persönlichkeit. Ein Schwein wird Ihre Entschiedenheit, Konsequenz und Liebe belohnen mit grosser Treue und gutem Betragen. Es wird Ihnen immer zeigen, wie sehr es sie liebt und an Ihnen hängt, indem es immer Ihre Nähe suchen wird. Es wird Ihnen auch grunzend erzählen, was ihm alles passiert ist, was es bewegt und was es von verschiedenen Dingen und Vorkommnissen hält!

Wenn ein kleines energisches Ferkelchen älter wird, wird es ruhiger werden und sich umso glücklicher von Ihnen den Bauch schrubbeln lassen oder ein Schläfchen mit seinem Besitzer halten.  

Impfungen     (zurück)

Wir empfehlen ihnen ihr Schweinchen gegen Rotlauf, Parvovirose, Mykoplasmen (Schweinegrippe), Tollwut (je nach Gebiet) und Tetanus impfen zu lassen. Tetanus kommt bei Schweinen nicht häufig vor, aber damit sind sie auf der sicheren Seite. Die meisten Minischweine sind bei artgerechter Haltung und Fütterung sehr robust und werden nur selten krank.

Entwurmen     (zurück)

2-mal jährlich sollten Sie Ih(e Schweine mit einem Breitband- Entwurmungsmittel (fragen Sie Ihren Tierarzt) entwurmen.  

Erste Krankheitsanzeichen     (zurück)

Wenn Sie mit Ihrem Schwein zusammenleben und viel Zeit mit ihm verbringen, wird Ihnen eine allfällige Veränderung im Verhalten schon auffallen, bevor Sie überhaupt die ersten Krankheitsanzeichen sehen können.

Gehen sie zum Tierarzt wenn Sie folgendes beobachten:

Erbrechen über 24 Stunden

Futterverweigerung über 24 Stunden

Durchfall über 24 Stunden

Verstopfung über 24 Stunden

Länger als 8 Stunden nicht mehr aufstehen

Temperatur rectal > 39,5°C beim ausgewachsenen > 40,5 beim Ferkel

Temperatur rectal < 37,0° C (Untertemperatur)

Absolute Bewegungsunlust

Bauchschmerzen, Koliken

Anhaltende Blutungen

Blutiges Erbrechen

Blutiger Stuhl

Plötzliche gravierende Verhaltensänderungen

Beschleunigte Atmung

Anhaltendes Humpeln (Lahmen)

Wenn Sie gesehen haben, dass das Schwein giftige oder nicht geeignete Stoffe aufgenommen hat.

Hier ist es dann auch wichtig, dass Sie einen Tierarzt haben, der das Schwein als Ihr Haustier behandelt und nicht als einen grossen Rollbraten!  

Krankheiten und ihre Ursachen     (zurück)

Krank macht: falsche Fütterung oder schlechtes, verdorbenes Futter; ungeeignete Futtermittel, zuviel oder zuwenig Futter, Süssigkeiten.

Krank macht: schlechtes Stallklima; Zugluft, Staub, zu hoher Ammoniakgehalt, zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Krank macht: ungünstige oder untaugliche Stallböden; glatte Böden, zu wenig Einstreu, verletzungsträchtige Stalleinrichtungen (scharfe Kanten, vorstehende Nägel etc.).

Krank macht: schlechte Stallhygiene; Ratten und Mäuse, schlechte Stallreinigung.

Krank macht: Parasitenbefall; Zecken, Läuse, Würmer.

Krank machen: Infektionserreger; Bakterien, Pilze, Viren  

Ein luftiger, sauberer Stall, ausgewogenes und gesundes Futter, genügend Einstreu sowie eine liebevolle Betreuung der Schweine bewahren vor mancher Krankheit.

Kleine Hausapotheke für's Schwein     (zurück)

Folgende Grundausstattung sollte sie enthalten:

- Wund- bzw. Desinfektionsspray oder -Puder - Wundheilsalbe - Mittel gegen Ektoparasiten wie Zecken, Milben, Läuse und Flöhe - digitaler Fieberthermometer - kleine Zange und Schere - Taschenlampe - Verbandszeug - Notizen über Körpertemperatur und Herzfrequenz   des gesunden Schweines  

Wo finde ich ein Minischwein?     (zurück)

Aufgrund der Vielzahl der inzwischen wöchentlich zu vermeldenden Abgabetiere, raten wir jedoch jedem künftigen Halter, einem dieser Schweinchen ein gutes, neues Zuhause zu bieten. Wir bieten auf unserer Website eine grosse Anlaufstelle für all diejenigen, die ein Schweinchen abgeben müssen und natürlich auch für diejenigen, die ein Minischwein aus zweiter Hand nehmen möchten. Wir können nur jedem zukünftigen Minischweinhalter raten, einem dieser Racker eine zweite Chance zu geben, bevor man einem Züchter mehrere Hundert Euro in die Hand drückt.

In der Zwischenzeit gibt es eine Fülle von Züchtern, bei denen man sich ein Minischwein besorgen kann. Wir können Ihnen aber keinerlei Empfehlungen für einen jeweiligen Züchter geben, da dies unsere Kapazitäten bei weitem übersteigt. Auch arbeiten viele der populärsten Züchter mit reichlich unseriösen Methoden, die wir in keinster Weise billigen können. Es gibt keinerlei Zuchtstandards in Deutschland, jeder Züchter kann daher von "Rassen" sprechen, obwohl man lediglich von Zuchtlinien sprechen könnte. Prüfen Sie daher genauestens alle Details, bevor Sie sich ein Tier bei einem Züchter besorgen. Vergleichen Sie mehrere Züchter und stellen Sie viele Fragen. Es gibt niemanden, der dies seriös für Sie übernehmen könnte! Werfen Sie auch einen Blick auf unsere diesbezüglichen Hinweise zu Minischweinzüchtern.

Fragen oder Anregungen zu unseren Ausführungen? Kontaktieren Sie uns per Mail oder Telefon bzw. diskutieren Sie mit uns in unserem Forum!

 

 

 

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