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Zum Ende der Seite springen Spaltenböden per Gesetz verbieten
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peggy
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Spaltenböden per Gesetz verbieten Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

HEIDELBERG (joe). Die Stadt Heidelberg hat nach Beanstandungen in einem Schweinemastbetrieb an die Bundesregierung appelliert, künftig Spaltenböden in Schweineställen per Gesetz zu verbieten. In dem Betrieb mussten nach Protesten von Tierschützern auf Anordnung des Heidelberger Amtstierarztes vergangene Woche 19 Schweine getötet werden. Die Tiere hatten sich beim Liegen auf dem schadhaften Spaltenboden des Stalls Abszesse und Gelenkentzündungen zugezogen. Nach einer erneuten Kontrolle seien 25 leichter erkrankte Tiere von den gesunden getrennt und artgerecht untergebracht worden. Außerdem habe das Ordnungsamt verfügt, dass der Stall innerhalb von vier Wochen vollständig geräumt und zügig umgebaut werden müsse. Der Landwirt, der den zu dicht besetzten Stall zu selten kontrolliert habe, müsse nicht nur mit einer Anzeige rechnen, sondern auch mit einer dauerhaften intensiven Überwachung seines Betriebs.

(Quelle: Stuttgarter Zeitung)
18.03.2003 13:24
Jörg Jörg ist männlich
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Hmm, der Appell ist sicherlich im Sinne des Tierschutzes. Aber "mal eben" verbieten geht ja nun (leider) nicht. Selbst nachdem das Bundesverfassungsgericht gegen die Legehennenverordnung entschieden hat, genießen sogenannte Altbetriebe natürlich "Bestandsschutz". Mit anderen Worten: nur Neubauten unterliegen schärferen Reglementierungen.

Natürlich wäre so eine Regelung auch für die Schweinehaltung sinnvoll, aber das wird wohl an zahlreichen Widerständen scheitern. Wollen wir hoffen, dass es dennoch eine gute Lösung für den Tierschutz gibt. Doch dazu braucht es einen breiten Konsenz innerhalb der Bevölkerung sowie der Politiker, Tierschützer und Landwirte...

Das wird aber wohl dauern :seufz:
18.03.2003 17:55 Jörg ist offline E-Mail an Jörg senden Beiträge von Jörg suchen Nehmen Sie Jörg in Ihre Freundesliste auf
Claus
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Moin!

Der "gute alte" Spaltenboden; immer wider für eine Pressemeldung und/oder Diskussion gut. Haben die Heidelberger Beschwerdeführer auch eine Begründung mitgeliefert, warum perforierte Liegeflächen verboten werden sollen?

Tausende von Schweinen leben allein in der BRD gut auf perforierten Böden.
Wenn der Boden
- den (festgelegten) Kriterien entspricht
- die Abteile nicht überbelegt werden
- Klima und Fütterung im Lot sind
- und der Betriebsleiter fit ist
muß kein Schwein aufgrund dieses Bodens leiden. Das möchte ich hier in aller Deutlichkeit mal festhalten. Es gibt sicherlich auch schönere Möglichkeiten, Schweine zu halten. Schöner hat in diesem Kontext jedoch nichts mit besser zu tun.
Nur weil ein Betriebsleiter gepfuscht hat, werden gleich völlig überzogene und abstruse Forderungen gestellt. In solchen Fällen sollte man mal über ein Berufsverbot nachdenken, anstatt überflüssige Debatten aufzuwärmen.


Zitat:
Selbst nachdem das Bundesverfassungsgericht gegen die Legehennenverordnung entschieden hat, genießen sogenannte Altbetriebe natürlich "Bestandsschutz". Mit anderen Worten: nur Neubauten unterliegen schärferen Reglementierungen.



Aus Eurer/Deiner Sicht ist der Bestandesschutz vielleicht ein Ärgernis. Ich denke jedoch, daß die Regierung diese Landes die Pflicht hat, Betrieben und Unternehmen jeglicher Art Rahmenbedingungen schaffen, die eine Produktion nachhaltig ermöglichen. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Hierzu gehören Übergangsfristen und der sog. Bestandesschutz.
Oder wie würdest Du einem Unternehmer erklären, daß er innerhalb von wenigen Wochen alles umstellen muß und damit seine Existenz gefährdet oder verliert?

Im Übrigen läuft der Bestandesschutz für die Anbindehaltung von Sauen in 2 Jahren aus. In der Folge werden etliche (vermeintlich bäuerliche) Betriebe aus der Produktion aussteigen. Bestandesschutz-Regelungen sorgen auch für die Erhaltung der Strukturen, die momentan so angesagt sind.

Gruß, claus
19.03.2003 19:31
Marie-Christin
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Ich werde dann mal darauf achten ob in zwei Jahren keine Schultergurte für Sauen mehr angeboten werden.

Zu den "guten Spaltenböden": Ich glaube nicht daran, dass Spaltenböden mit Claus' genannten Bedingungen, wenn sie erfüllt werden, eine optimale Gesundheit bieten. Denn Beulen an den Beinen, die zwar nicht schlimm sind und und auch nicht mit Medikamenten behandelt werden müssen, werden auch dann nicht völlig zu vermeiden sein.
19.03.2003 20:38
Jörg Jörg ist männlich
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Tach Ferkelfan Claus !
Für mich ist der Spaltenboden nicht das Kriterium, weswegen ich generell gegen die derzeitige Schweinehaltung wettere. Es ist ein Puzzleteil aus einem Gesamtbild.

Es ist durchaus klar, dass ein Spaltenboden so seine Vorteile hat. Für den Landwirt. Keine Frage. Aber es ist doch eine Sache, etwas "tun" zu können, was keine offensichtliche Leiden (körperlich) verursacht und eine andere Sache, ob ich mir vorher überlege ob dies ethisch überhaupt vertretbar ist.
Vor einigen Wochen lief in den ZDF Hauptnachrichten ein Bericht über die mittlerweile auch wieder vergessene Futtermittel-Verunreinigung in Ostdeutschland. Es wurde ein Bauer mit 11.000 (!!!) Huch!! Schweinen interviewt. Dabei wurden in meinen Augen völlig überfüllte Boxen gezeigt und natürlich kupierte Schwänze. Die waren sogar bis zum Rücken abgehobelt :rolleyes: ! Bei solchen Bildern kommt mir echt die Galle hoch.

Es ist mir gleichgültig, ob der Spaltenboden dem Landwirt Arbeit erspart und die Schweine keine massiven körperlichen Beeinträchtigungen dadurch haben. Was meinst Du wohl, welchen Stall sich das Schwein aussuchen würde....einen mit Spaltenboden oder einen mit mehr Platz und Stroh etc ?

Wir beide legen in der Tat verschiedene Prioritäten. Du argumentierst als Landwirt, der durch das bestehende System geprägt ist. Ich als Tierschützer, der gegen genau die Fehlentwicklungen des bestehenden Systems wettert, weil es die primären Bedürfnisse der Tiere mit Füßen tritt.

Dennoch, und das sage ich auch noch mal ganz deutlich, bist Du und Deine Kollegen keineswegs ein Feind. Es ist das existierende System und die fatale Beziehung zwischen Konsumverhalten und Industrialisierung, die lediglich humanzentristisch orientiert ist und ein Tier zur bloßen Ware degradiert.

Genau an diesem System müßte nachhaltig gefeilt werden. Dann würde es vielleicht auch keine Diskussion über so einen Punkt wie den Sinn oder Unsinn von Spaltenböden geben.

Thema Bestandsschutz: bin ich ja gar nicht gegen ! Aber es gibt dabei auch die abstrusen Situationen, dass vor der Neuregelung einer Verordnung mal gaaaanz schnell noch eine ganze Menge Bauanträge für Neuställe gibt die dann nach Inkrafttreten der neuen Verordnung Altställe mit Bestandsschutz sind. Auch nicht im SInne der Erfinder, oder...

In Sachen Anbindehaltung: wird echt Zeit, dass die Frist ausläuft....aber so eine eiserne Jungfrau ist ja auch nicht netter :rolleyes:

In Eile und heute früh wohl etwas gereizt Zur Decke guck!
Jörg
20.03.2003 05:02 Jörg ist offline E-Mail an Jörg senden Beiträge von Jörg suchen Nehmen Sie Jörg in Ihre Freundesliste auf
Elke Striowsky
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Hi Claus,
Du weißt, daß ich Dich nach zahlreichen Diskussionen achte und schätze. Trotzdem kommt es mir manchmal so vor, als ob Du mit Scheuklappen durch die Welt läufts. Es gibt erwiesenermaßen bestimmte Grundbedürfnisse, die Tiere haben. Deine Argumente wegen Wirtschaftlichkeit, Bestandsschutz usw. kann ich mit meinem Verstand sehr gut nachvollziehen. Nicht aber nachvollziehen kann ich, wie Du permanent diese oben erwähnten Grundbedürfnisse von Schweinen leugnen kannst. Ich könnte verstehen, wenn Du sagen würdest, aus den und den Gründen geht eine andere Haltung ( noch) nicht, aber daß Du immer wieder vehement behauptest, die Tiere seien in der Massentierhaltung vernünftig untergebracht und würden nicht leiden, kann ich echt manchmal nicht mehr ertragen.
Für Dich sind schlechte Beispiele, die an die Öffentlichkeit gelangen, immer nur einzelne Negativbeispiele. Ich denke, da machst Du Dir etwas vor. Und sofort hört man von Dir das Wort Berufsverbot. Wie vielen Kollegen willst Du denn das erteilen? Nach meinen Erfahrungen handelt es sich nämlich leider nicht um einzelne Beispiele, sondern nur um die winzige Spitze eines Eisberges, weil ja kaum ein Fall mal zur Anzeige kommt. Ich habe in den vergangenen Jahren z.B. so viele Ferkeltransporte bei meinen Nachbarn ankommen sehen. Es war nicht einer "human". Immer wurden die Tiere gequält, sinnlos geprügelt, obwohl sie ganz "brav" von der Rampe in ihre Kerker marschierten. Einmal ist eines der Ferkelchen abgehauen. Es sprang einfach über das Brett am Ende der Rampe. Und was meinst Du, was es sofort gemacht hat? Rüsselchen in die Erde, wühlen und einmal im Leben im Dreck wälzen. Das war der rührendste Moment, den ich jemals bei solch einem Transport erlebt habe. Nun - ein Fußtritt beendete diese Idylle.
Meine Tochter hat bei einem TA ein Praktikum gemacht und war zwei Wochen lang im gesamten Landkreis in Schweineställen. Sie war mit den Nerven fertig wegen der katastrophalen Zustände, die selbst in "gut geführten" Ställen herrschten. Ganz abgesehen von den berühmten "Ausnahmen", wo es dann noch schlimmer war. TÄ sind ja oft die Hände gebunden, weil sie eben auch keine Existenzen vernichten wollen und weil eben die meisten Mißstände erlaubte Tierquälereien sind. Ställe, in denen es den Tieren offensichtlich wirklich gut ging, die waren die Ausnahme.
Wenn wir die Dinge nicht alle irgendwann mal beim Namen nennen, wird sich nie etwas ändern. Dazu brauchen wir gerade so junge, aufgeklärte Landwirte wie Dich. Von Deinen Kollegen, die umgestellt haben, weiß ich, daß sie ihren Beruf viel mehr schätzen als vorher und viel mehr Freude daran haben. Die hätten doch auch nicht auf Outdoor umgestellt, wenn es sich nicht rechnen würde. Das Thema ist nicht nur ein ökonomisches, sondern in höchstem Maße ein ethisches und ökologisches.
Ich bitte Dich, einmal aus dieser Persepktive darüber nachzudenken.
Liebe Grüße, Elke
20.03.2003 17:09
Jörg Jörg ist männlich
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Zitat:
Es sprang einfach über das Brett am Ende der Rampe. Und was meinst Du, was es sofort gemacht hat? Rüsselchen in die Erde, wühlen und einmal im Leben im Dreck wälzen. Das war der rührendste Moment, den ich jemals bei solch einem Transport erlebt habe. Nun - ein Fußtritt beendete diese Idylle.


Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie hilflos Du Dich in diesem Moment gefühlt haben magst....ich wäre bei dem Anblick wahrscheinlich vollends ausgetitscht wie man so schön sagt.

Nun, die Schweinebefreiung von 1997 mit Animal Peace habe ich noch gut im Hirn...eingebrannt für immer. Auch dieser Betrieb war nach außen hin "gut geführt" und entsprach den gesetzlichen Bestimmungen. Jedoch ist nicht alles, was in Gesetz und Verordnung gegossen wurde auch "rechtens".

Zu allem was Du oben geschrieben hast, Elke: full acknowledge !!
20.03.2003 17:26 Jörg ist offline E-Mail an Jörg senden Beiträge von Jörg suchen Nehmen Sie Jörg in Ihre Freundesliste auf
Christina.B
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Hallo, Claus, Jörg und Elke,

im Schweinereport von Animals' Angels kann man auch solche Geschichten lesen. Eindrücke, die die Helfer von A.A. niederschreiben; sicher auch, um irgendwie mit den sich immer wiederholenden Bildern/Missständen fertig zu werden.
Ich bin froh, dass ich so etwas nicht regelmäßig mit ansehen muss - wahrscheinlich würde es mich krank machen.

Trauriger Grunz
20.03.2003 17:34
Jörg Jörg ist männlich
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Hallo Christina !
Gesund ist es auf Dauer jedenfalls nicht, wenn man solche most-shocking Bilder oder Videos sieht. Beim letzten Treffen haben ich das von mir geschnittene Video über die besagte Schweinebefreiung gezeigt. Ich selber war ja live dabei, habe die Szenen tausend Mal gesehen und bin dahingehend leider oder Gott sei Dank abgestumpft. Allerdings haben wir dann einen weiteren Film gesehen, den ein Praktikant von Ralf und Petra gemacht hat. Der hat bei der Vorführung bei einem Festival einige neue Vegetarier "produziert". Gezeigt wurde eine Schlachtung...also "all day life". Da war selbst ich äußerst heftig beeindruckt. Am schlimmsten fand ich die Szene, wo dem Tier das Auge herausgeschnibbelt wurde zum Kotzen! ! Übel übel...

Ich schaue mir die Sachen auch ungern an. Wenn ich es tue, versuche ich immer, die Dinge nicht so sehr an mich heranzulassen. Gelingt nicht immer...

Grüße,
Jörg
20.03.2003 17:41 Jörg ist offline E-Mail an Jörg senden Beiträge von Jörg suchen Nehmen Sie Jörg in Ihre Freundesliste auf
Sanne
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Hallo Claus,

Zitat:
Aus Eurer/Deiner Sicht ist der Bestandesschutz vielleicht ein Ärgernis. Ich denke jedoch, daß die Regierung diese Landes die Pflicht hat, Betrieben und Unternehmen jeglicher Art Rahmenbedingungen schaffen, die eine Produktion nachhaltig ermöglichen. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Hierzu gehören Übergangsfristen und der sog. Bestandesschutz.


es hat keiner hier was gegen Übergangsfristen, aber muss denn bis zum letzten Tag gewartet werden bis sich was ändert?

Man kann doch von sich aus schon einmal vorbildlich versuchen einen super Stall zu haben.
Ich war heute wieder bei unserem Bauern und habe für unser Mini Futter geholt, er war gerade am ausmisten. Die Abgesetzten leben ein Offenstall mit eingebauter Trennwand.
Dahinter pieseln und kacken sie hin. Vor der Trennwand ist das Stroh schön sauber. Wenn er die Trennwand zu macht, kann er sogar mit dem Trecker Misten.
Nur seine Sauen sind alle angebunden, leerstehend wie saugend.
Jedenfalls haben sich die "Abgesetzten" puddel-wohl gefühlt, was ich von den Sauen und dem Eber nicht sagen kann. Das ist halt so bis das Gesetz auch hier ein Riegel vorschiebt..

Wenn es wenigstens in den Köpfen mal klappen würde, den Landwirten ein Verständnis aufzubauen, für das Recht der Schweine auf bestimmte Auslebung ihrer Verhaltensweisen...


Sanne
20.03.2003 19:32
Christina.B
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Hallo, Jörg,

Zitat:
Der hat bei der Vorführung bei einem Festival einige neue Vegetarier "produziert". Gezeigt wurde eine Schlachtung...also "all day life". Da war selbst ich äußerst heftig beeindruckt. Am schlimmsten fand ich die Szene, wo dem Tier das Auge herausgeschnibbelt wurde


Hm, kann ich mir gut vorstellen. I
ch werde mit solchen Vorkommnissen gut fertig, wenn ich weiß, dass die Tiere tot sind. Dann habe ich nicht so dass Problem damit. Ich habe die Auffassung, dass das Tier es eben nicht mehr merkt, weil es tot ist. Es muss keine Schmerzen, keine Panik, keine Todesangst mehr fühlen, denn es spürt nichts mehr. Deshalb kann ich mich auch nicht wirklich darüber aufregen,

Was mich immer wieder am meisten bedrückt und wirklich am Boden zerstört, sind die Dinge, die das Tier ertragen/erleben muss. Das sind die Sachen, über die ich wirklich verzweifeln kann.

Geschah denn das mit den Augen, als das Tier noch lebte ???? Schockiert Schockiert
21.03.2003 08:14
Sanne
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Hallo Christina,

ich war auch da und habe diesen Film gesehen... nein das Tier lebte nicht mehr als das mit den Augen war.

Der ganze Film drehte sich um liebes Schweinchen mit roter Schleife und als es groß genug war wurde es halt geschlachtet. Zum Schluß saß Vater und Mutter am Tisch und aßen ein saftiges Steak und die Tochter suchte ihr Schwein.

Ich glaube das mit der Tochter die ihr Liebling sucht, war wohl das schlimmste in meinem Augen an diesem Film. Schlachtungen kenne ich ja von früher, als ich noch ein Kind war. Außer beim Tötungsakt war ich da mit bei und habe bei Hausschlachtungen meiner Eltern geholfen.


Sanne
21.03.2003 09:23
Elke Striowsky
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Hi Christina,
nein, das Schwein lebte nicht mehr. Trotzdem war der Anblick in Großaufnahme sehr brutal. Für mich war allerdings noch viel brutaler, daß diese Geschichte eben die Freundschaft zwischen einem Kind und seinem Schweinchen zeigte. Bei mir - als Muttertier - regten sich sofort ganz andere Gefühle als bei den anderen Zuschauern, weil ich um die innige Liebe zwischen meinen Kindern und unseren Schweinen weiß. Meine Kinder würden verrückt werden, wenn wir ihnen dergleichen antun würden.
Kurz zum Inhalt des Films:
Ein kurzer Rückblich zeigt, wie ein kleines Mädchen ein Schweinchen geschenkt bekommt. Rote Schleife um den Hals und alles , was dazu gehört. Sie spielt fröhlich mit dem Ferkel im Garten, so wie meine Kinder das immer tun. Zwei Jahre später sieht man die riesen Sau, immer noch in enger Verbundenheit mit dem Kind. Die Eltern stehen kopfschüttelnd daneben, wenn Kind und Schwein schmusen. Und dann komt mit lautem Knall einer eisernen Schlachthofstür der Wechsel. Man sieht das Schwein zitternd im Todeskampf, wie es ausgeblutet wird, wie es in seine Einzelteile zerlegt wird. Alles in Großaufnahme, alles echt!
Szenenwechsel: In einer Bratpfanne windet sich ein Kotelett ( stilistisch unglaublich gut gemacht!). Die Eltern prosten sich lachend zu und hauen sich ein dickes Stück Fleisch rein-------
Und draußen im Garten sucht ein verzweifeltes Kind seinen besten Freund...

Das war schon sehr bewegend. Der junge Mann, der den Film gedreht hat, hat wohl eine große Karriere als Filmemacher vor sich. Ich habe selten einen so gut gemachten Spot gesehen.

Aber mich erschrecken tatsächlich auch eher die Bilder eines langen Lebensleidensweges. Was nach dem Tod passiert, spüren die Schweine ja tatsächlich nicht mehr. Daß man ihnen kein LEBEN gegönnt hat, das ist das Schlimme.
Liebe Grüße, Elke
21.03.2003 09:31
Elke Striowsky
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Hi Sanne,
da haben wir ja gleich doppelt geantwortet.- Komisch, als ich meinen Beitrag schrieb, war Deiner noch gar nicht da. Konfusion Er kam jetzt erst nach meinem plötzlich dazwischen großes Grinsen Ist schon witzig manchmal. Interessant, daß Du das auch so bewertet hast wie ich. Wir Mamas mal wieder, gell!
Liebe Grüße, Elke
21.03.2003 09:47
Christina.B
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Hallo, Ihre beiden "Muttertiere" großes Grinsen ,

puh, klingt nach einem Film, bei dem ich an Ort und Stelle wahrscheinlich völlig unkontrolliert in Tränen ausgebrochen wäre (selbst jetzt hoffe ich, dass nicht gerade jemand ins Büro kommt - der würde nämlich meine feuchten Augen sehen und sich wundern).

Das, was Ihr beschreibt, ist ja ein Horrorszenario und würde mich genau wie Euch a) wegen des Tieres und b) wegen des Kindes sehr bedrücken. Wobei ich aber auch die Eltern überhaupt nicht verstehen kann. Ich meine, wie kann man seinem Kind so etwas antun (jetzt ist es passiert - es kam jemand rein) ?? Schockiert Schockiert
So, wie Ihr es schildert, war es offensichtlich, dass Schwein und Kind eng verbunden sind, das kann man doch als Eltern nicht übersehen und nimmt doch ganz automatisch Rücksicht auf die Gefühle seines Kindes. Also, ohne selbst Kinder zu haben, würde es mir schier das Herz brechen, so etwas mit anzusehen.

SCHRECKLICH !!!

Puh, ich muss mich jetzt erst mal wieder fassen und gehe jetzt eine rauchen.
21.03.2003 10:24
Sanne
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Hallo Christina, jooh da kommen einem die Tränen, uns ist das auch so ergangen. Elke kann das aber viel besser in Worten fassen wie ich, Hut ab..

Der Film war außer die Schlachtung als solches nur gestellt, das Schwein das da mit dem Kind rumgelaufen ist, ist eines von Petra. Und dem gehts noch gut, habs selbst gesehen.

Der Film schlägt zwar hart ins Gericht mit armes Kind...aber da wollen wir doch eigentlich nicht hin? Es soll den Schweinen ja nun mal gut gehen bevor es zu Steaks verarbeitet wird. Es soll nicht im dunklen Stall stehen angebunden und außer fressen und schlafen auch mal wühlen dürfen, das Tageslicht sehen und auf Stroh liegen komunizieren mit Artgenossen usw.

Sanne
21.03.2003 10:51
Elke Striowsky
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Hallo Christina,
ja, die Szenen waren natürlich bis auf die Schlachtszene gestellt. Sämtliche "Schauspieler" entstammten der Familie Siebeck. Obwohl wir das wußten und obwohl wir wenige Minuten vorher mit den schweinischen Darstellern geschmust hatten, wirkte das alles so echt und waren wir so nah dran, daß zumindest ich große Probleme hatte, nicht in Tränen auszubrechen. Den anderen ging es, glaube ich, nicht besser.
Wenn es auch sicher nicht täglich passiert, daß Schweine zu Spielgefährten von Kindern werden und anschließend ihr Leben lassen müssen, so halte ich es zumindest auf Bauernhöfen für ein realistisches Szenario. Auch ich habe mich als Kind mal rührend um ein Bullenkalb auf einem Nachbarhof gekümmert. Niemand hat mir gesagt, wohin mein "Schnäuzchen" dann eines Tages plötzlich verschwunden war. In unserem Spielkreis habe ich gerade erlebt, wie Eltern ihren Kindern drei Kaninchen weggeschlachtet haben. Die Kaninchen waren ausdrücklich als Schmusetiere angeschafft worden und stammten alle von meinem "Herkules" ab. Den Kindern hat man erzählt, sie hätten sich gegenseitig totgebissen Unglücklich! Unglücklich! Unglücklich!
So was halte ich für eine Sauerei und einen totalen Vertrauensbruch den Kindern und den Tieren gegenüber. Meine Kinder würden mir dergleichen nie im Leben verzeihen, weil alles seine Gültigkeit verlieren würde, was uns bislang wichtig war - Liebe und Vertrauen.
Liebe Grüße, Elke
21.03.2003 13:21
Jörg Jörg ist männlich
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Wow, wie ich sehe, hat das Filmchen ja jetzt Kreise gezogen. Ich kann es ja nur aus meiner Sicht schildern und dabei viel mir eben die Augenszene megamäßig auf. Vielleicht auch, weil Augen ja auch eine hmmm...wie sag ich's...eigene Aura haben. Alles andere was die Schlachtung anbelangte war aber nicht minder heftig. Für mich war es ja gänzlich neues Material, nicht etwas, was ich schon vorher einige Male gesehen habe.
Es war aber auch ziemlich drastisch in Szene gesetzt...dagegen war "mein Film" ja ein Hühnerschiss Ungläubig!

Zu den Müttern: klar, dass Ihr beiden auch den anderen Bezug seht (Kind verliert Freund). Mangels eigener Kinder kann ich den Aspekt nur ungenügend würdigen. Aber ich kann mir ja vorstellen, wie es wäre, wenn mein Schwein das gewesen wäre Huch!!

@Christina: Schnibbeleien am toten Tier kann ich auch nicht wirklich gut ertragen...bin da wohl hypersensitiv Grins
21.03.2003 15:12 Jörg ist offline E-Mail an Jörg senden Beiträge von Jörg suchen Nehmen Sie Jörg in Ihre Freundesliste auf
Claus
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Hallo!

Speziell an Elke + Jörg:
Schön, daß wir trotz unterschiedlicher Meinungen so kultiviert kommunizieren können.

Ich habe wortwörtlich geschrieben, daß es sicherlich auch schönere Methoden (als den perforierten Boden) gibt um Schweine zu halten. Aber das schöner in diesem Kontext nichts mit besser zu tun hat.
Um das zu verdeutlichen: ich will keineswegs den perforierten Boden als das ultimative Haltungssystem bezeichnen. Sicher gibt es da Probleme, selbst wenn man als Betriebsleiter alle Haltungsbedingungen weitestgehend optimiert (im Sinne von Artgerechtheit). Von den zahlreichen Betrieben, auf denen sehr vieles im Argen liegt ganz zu schweigen. Und: schöner finde ich es auch, wenn Ferkel und Sauen sich im Stroh wälzen.
Aber mal abgesehen von den (arbeits-) wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Zwängen: ist es tatsächlich besser für die Tiere? Was bedeutet besser? Wie wollen wir die Argerechtheit eines Haltungssystems messen und beurteilen? Um die Antworten auf diese Fragen streiten Ethologen, Biologen und Veterinäre. Fernab von "ideologischer" Beeinflussung versuchen sie, gültige Parameter zu entwickeln.
Es soll doch bitte keiner glauben, daß das so einfach ist. Schwein auf Stroh = glücklich, Schwein auf perforiertem Boden = leidend? Das kann`s doch wohl nicht sein. Wie gesagt: schöner ist natürlich das Stroh. Aber besser? Es gibt Betriebe, die auf Stroh über 27% Saugferkelverluste haben. Oder bei deren Schweinen zunächst klinische Symptome und später in Schlachtkörpern eine ungewöhnlich hohe Mykotoxinbelastung festgestellt wird. Klar, nicht bei allen. Aber es gibt diese Fälle. Wie wollen wir das unter Tierschutz-Aspekten beurteilen?

Provokante Anmerkung am Rande: viele Betriebe haben nicht freiwillig auf Outdoor umgestellt, sondern das war die einzige Möglichkeit zu wachsen (geringerer Kapitalaufwand).

Wie ich schon mal an anderer Stelle geschrieben habe: die Haltung von Tieren (ob im Stall, im Haus oder auf der Wiese) geht immer mit Beeinträchtigungen der Artgerechtheit einher. Ich als landwirtschaftlicher Tierhalter kann und will versuchen, trotzdem ein Höchstmaß an Artgerechtheit zu erreichen. Und ich weigere mich zu glauben, daß ich damit zu einer krassen Minderheit unter den Landwirten gehöre. Ich kann nur hoffen, daß ich mich nicht täusche, obwohl ich natürlich auch Extremfälle kenne...

Gruß, claus
01.04.2003 14:47
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