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Zum Ende der Seite springen Der letzte Gang
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Peter Peter ist männlich
*** Admin - und Penunzen-Schwein ***


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Dabei seit: 09.08.2010
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Herkunft: Umland Flensburgs

Der letzte Gang Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Moin zusammen,

auch wenn es zunächst etwas sonderbar anmuten mag, dass ich nun genau dieses Thema in genau dieser Rubrik (Anschaffung von Minischweinen) aufmache, ergibt es für mich sehr wohl einen Sinn, denn zur Verantwortung, die wir für die uns anvertrauten Wesen übernehmen, gehört nach meiner Meinung auch, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie es denn um das Ende des gemeinsamen Weges bestellt sein soll.

Es ist mir vollkommen klar, dass man (Mensch) definitiv nicht alles bis in kleinste im Vorwege planen kann und dass das "Schicksal" seine Überraschungen für uns bereit hält.

Doch sich mit der Reihe von Möglichkeiten erst in dem Moment zu befassen, in dem es darauf ankommt, eine Entscheidung zu treffen, wird der Verantwortung die wir haben nach meiner Meinung nicht wirklich gerecht.

Insofern fand ich den in einem anderen Thread artikulierten Gedanken gut und richtig, diesem Thema einen eigenen Bereich zu widmen.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Das, was für die eigenen Schweine richtig oder nicht richtig ist, kann kein Außenstehender verbindlich vorgeben, das entscheidet jeder für sich allein.

Dennoch mag es eine Hilfestellung sein, überhaupt über verschiedene Vorgehensweisen informiert zu sein und von denen, die sie bereits genutzt und/oder kennengelernt haben zu erfahren, welche Vor-, aber auch welche Nachteile damit verbunden sein mögen.

__________________

Peter

Ich bin nicht böse und gemein, das soll so.

30.10.2017 15:03 Peter ist offline Beiträge von Peter suchen Nehmen Sie Peter in Ihre Freundesliste auf
Franziska Franziska ist weiblich
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Dabei seit: 24.04.2004
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Vielen Dank, Peter, dass Du meine Anregung aufgegriffen hast. großes Grinsen

Ja, es ist ein trauriges Thema, aber wir alle kommen nicht darum herum, irgendwann mal Abschied zu nehmen von unseren Rüssels (und von andern Tieren natürlich auch).
Nicht alle dürfen so einen "schönen" Tod erleben wie Näppis ehemalige Gefährtin Josephine... gemäss Erzählung der Besitzerin kam sie zum Futter angetrottet, schnaufte etwas seltsam, fiel um und war tot (die Dame war 14 Jahre alt).
So würden wir uns das für alle Schweinis wünschen, ist leider nur selten der Fall. Unglücklich!

Ich möchte mich vor allem auf die Schilderung der unterschiedlichen Euthanasie-Methode konzentrieren, denn die Frage, wann es "soweit" ist, ist eine sehr individuelle Angelegenheit und hängt von vielen Faktoren ab.
Da ich mein gesamtes bisheriges Leben lang immer von Tieren umgeben war, habe ich schon unendlich viele von ihnen in den Tod begleitet und daher wohl einiges mehr an Erfahrung als andere, die bisher nur wenige Tiere hielten oder noch zu jung sind, um überhaupt Erfahrung beim Einschläfern von Tieren (gross oder klein) zu haben.

Um den "richtigen" Zeitpunkt des Einschläferns zu finden, beobachte ich das Tier sehr genau und versuche abzuschätzen, ob eher die Lebensqualität oder eher das Leiden/Schmerzen überwiegt. Wenn es sichtbar ist, dass das Tier eindeutig leidet und nur noch kurzzeitig (z.B. bei der Fütterung) noch etwas Lebensqualität zeigt, ist für mich der Zeitpunkt gekommen, eine Entscheidung zu treffen.

Dann ist es wichtig, einen kompetenten Tierarzt zu haben, der eine Einschläferung fachkundig und ohne Stress durchführen kann. Ich glaube, da haben viele schon sehr traumatische Erlebnisse gehabt. Huch!!

Hier in Kurzfassung meine Erfahrungen:

Calimero (Darm-Krebs mit Lungen-Metastasen), April 2010:
Calimero lag in der Garage und hatte deutliche Atemprobleme. Er blieb liegen, als der TA kam, so dass es diesem gelang, ihm eine Sedierungsspritze hinters Ohr zu geben. Natürlich sprang Calimero schreiend auf und wollte flüchten. Es gelang mir dann, ihn wieder zurück in die Garage zu locken, wo er sich wieder hinlegte.
Wir alle (TA samt Assistent) löschten das Licht in der Garage und gingen zu den Meerschweinchen, um dort über alles Mögliche zu plaudern (die TÄ waren begeistert von meiner grosszügigen Meeri-Haltung), um uns abzulenken.

WICHTIG: Nach der Sedierung muss man das Schwein unbedingt ruhig (und wenn möglich dunkel) halten, auf keinen Fall auf das Tier einreden, streicheln oder "trösten."
Die Sedierung muss in aller Ruhe wirken können, ohne Stress und Aufregung von aussen!
Andernfalls kann es zu einer antagonistischen Reaktion kommen, d.h. die Sedierung wirkt statt beruhigend im Gegenteil extrem aufregend, das Tier dreht durch!
Daher, ÄUSSERSTE RUHE nach der Sedierung!!!

Nach ca. 20 Min. gingen wir nachschauen, Calimero lag friedlich schlafend in der Box.

Nun konnte der TA den zweiten Schritt, d.h. die eigentliche Euthanasie vornehmen:
- Ohr gut befeuchten
- mit Taschenlampe das Ohr von unten anleuchten
- Ohrvene suchen, eine Kanüle einstechen
- das tödliche, überdosierte Medikament geben
Das war's auch schon... Schluchz!!

Calimero hatte eine einzige Aufregung und Angst nach der Spritze, das war rel. kurz. Der ganze Rest der Euthanasie verlief ruhig und schonend für ihn.

Bei Peppino im Mai 17 (schwere Arthrose) hatte ich leider einen weniger erfahrenen Schweine-Tierarzt als bei Calimero (der vorherige behandelt keine Grosstiere mehr Unglücklich! ). Dank der Erfahrung mit Calimero konnte ich ihm jedoch ganz genau erklären, wie eine Schweine-Euthanasie vorzunehmen ist. Er selber wusste das nicht.
Peppino lag in der Schlafhütte, von der man die gesamte Seitenwand wegnehmen konnte. TA und ich konnten also ungehindert zu Peppino vordringen.
Er war leider nicht genug sediert (die Stelle war wohl etwas ungünstig, das Medikament wirkte zu wenig). Auch bei Peppi gingen wir weg und warteten in Ruhe ab, aber er war trotzdem noch bei sich und bekam das Herumsuchen nach der Ohrvene noch mit. Das heisst, er hatte mehr Stress als Calimero Schluchz!!

Dass man das Ohr anfeuchten muss, hatte ich in der Aufregung vergessen, deshalb suchte der TA sehr lange nach einer Ohrvene. Erst als es mir wieder in den Sinn kam, das Ohr anzufeuchten, war er erfolgreich.

Die Möglichkeit, die Sedierung mittels Bolzenschuss vorzunehmen und dann wie beschrieben zu verfahren, finde ich gut. Ich glaube, das wäre am stresslosesten für das Schwein.

Die Variante mit einer Herzspritze würde ich selber nie wählen für meine Tiere.

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Alles über Nager: http://www.nagerforum.ch/
30.10.2017 19:56 Franziska ist offline E-Mail an Franziska senden Homepage von Franziska Beiträge von Franziska suchen Nehmen Sie Franziska in Ihre Freundesliste auf
Peter Peter ist männlich
*** Admin - und Penunzen-Schwein ***


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Dabei seit: 09.08.2010
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Themenstarter Thema begonnen von Peter
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Danke, Fränzi, für Deine Schilderungen. Ich bin sicher, dass andere hier ebenfalls über ihre "Erfahrungen" berichten werden, sobald dieses Thema ein wenig bekannter ist.
Ich werde versuchen, mich zusammen zu reißen und in den nächsten Tagen etwas über Piggys Ende zu berichten, welches leider eher nicht so wie gedacht erfolgte.
Da wir auch schon lange Zeit viele Tiere hatten/haben, blieben uns wie Dir auch bei anderen diese Erfahrungen nicht erspart. Ein trauriges Kapitel, das aber untrennbar mit den vielen glücklichen Momenten verbunden ist.

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Peter

Ich bin nicht böse und gemein, das soll so.

30.10.2017 20:12 Peter ist offline Beiträge von Peter suchen Nehmen Sie Peter in Ihre Freundesliste auf
Amy
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Dabei seit: 04.04.2004
Beiträge: 916
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Ich musste in den letzten zwei Jahren viele gehen lassen. Es war immer die gleiche Tierarztpraxis, die gleiche Art und Weise, jeder hat anders reagiert. Schluchz!!

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"Nach manchen Gesprächen mit Menschen hat man den Wunsch, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzulächeln und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen."
Maxim Gorki


www.leonbergerundschweine.de
30.10.2017 22:32 Amy ist offline E-Mail an Amy senden Beiträge von Amy suchen Nehmen Sie Amy in Ihre Freundesliste auf
Wenndy81 Wenndy81 ist weiblich
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Dabei seit: 23.03.2015
Beiträge: 29
Herkunft: Gschwend

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Sehr wichtiges thema zu dem ich gerne meine erfahrungen teilen möchte. Wir haben uns in den letzten jahren von 3 schweinedamen verabschiedet, alle 3 wegen tumorgeschehen.

Mona war 11 jahre alt und war schon schwach und schlief die meiste zeit in ihrer höhle. Eines morgens kam sie heraus und legte sich mitten vor uns in den pferdestall. Die erfahrene schweinetierärztin kam nach ein paar stunden, sie hatte unter ein paar decken schon untertemperatur. Die ta schläferte sie ohne jede gegenwehr mittels herzspritze ein. Soweit ich weiss hat das herz keine nerven, sie dämmerte augenblicklich weg.

Die letzten beiden schweinedamen rosa und linde waren nicht sehr zahn und extrem misstrauisch gegenüber fremden. Absolut undenkbar auch nur eine milbenspritze zu geben. Linde hatte einen riesigen mammatumor, die klinik in hannover hatte uns geraten sie in ruhe leben zu lassen und zu erlösen wenn sie anzeichen von leiden zeigt. Als dieser punkt erreicht war, hat eine junge wildtierärztin sie mit dem blasrohr abgelegt, das war nur ein kurzes zucken mit dem hinterbein, sie hat nicht einmal aufgehört zu fressen. Dann hat sie sich friedlich im kreis gedreht, hingelegt und ist tief und fest eingeschlafen. Dann erst wurde nachgespritzt. Als dann ihre schwester rosa, kaum 8 wochen später plötzlich nicht mehr aufgestanden ist, konnten wir den besitzer eines Vergnügungsparks überreden, sie mit seinem blasrohr abzulegen, da die örtlichen tierärzte keines besitzen das gross genug ist. Ein erfahrener grosstierarzt hat dann mittels ultraschall und tasten einen riesigen tumor im bauchraum festgestellt und wir haben gemeinsam beschlossen, sie nicht mehr aufwachen zu lassen. Auch sie bekam eine spritze ins herz und ist friedlichst eingeschlafen. Beide waren erst 8 jahre alt, sportlich und agil, das kam für uns sehr überraschend, ich würde aber alles wieder so machen.

Von unseren jetzigen 4 schweinen (11 jahre), hatte eine einen tumor. Unser pferdetierarzt hat sich extra ein grosses blasrohr geliehen um sie in narkose zu legen. Das schwein hat nicht mal geschwankt, nach der doppelten dosis. Der tierarzt hat sich nicht getraut noch mehr zu geben, er hatte sich die dosierung von einem schweinekollegen geholt. Es kam wieder die wildtierärztin mit anderen narkosemitteln, die hat es geschafft Schweinchen abzulegen und den tumor zu entfernen. Damit will ich nur sagen, unsere jetzigen schweinchen sind ziemlich zahm, aber nicht gegenüber tierarzt, deswegen bestehe ich auf blasrohr, das ist sooo stressfrei. Nur muss das volumen eben gross genug sein.
31.10.2017 10:03 Wenndy81 ist offline Beiträge von Wenndy81 suchen Nehmen Sie Wenndy81 in Ihre Freundesliste auf
Barbara Barbara ist weiblich
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Dabei seit: 28.03.2011
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Herkunft: Zürich, Schweiz

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In diesem Themenbereich (wie im Themenbereich "Schweinezeit vorbei") nochmals meine Erfahrungen beim letzten Gang:

Meine ersten zwei Rüssels gingen durch TA-Euthanasie (im Abstand von ca. 3 Monaten). Sie waren auch um die 17 Jahre.
Beide lagen am Ende nur noch noch, wollten gar kein Futter und kein Trinken. Nach ein paar Tagen ohne Futter/Trinken entschied ich, sie einschläfern zu lassen.

Zuerst bekamen sie eine Sedierungsspritze. Der Borg zeigte keinerlei Regung, schlief einfach ein. Die Sau stand nach der Sedierungsspritze auf im Stall, wollte noch etwas rumlaufen, ging gegen die Stallausgangstüre. Ich kraulte sie, beruhigte sie und hielt sie etwas, dann sackte sie rasch zusammen und schlief.
Dann gab der TA die Herzspritze direkt ins Herz (bei Beiden), das ist dann die finale Spritze. Davon merken sie nichts mehr.

Aber nur schon, dass die Sau nach der Sedierungsspritze nochmals aufstand und rumlief gegen den Stallausgang ist nicht einfach zu ertragen.

Bei meinen ist die Euthanasie zum Glück akzeptabel verlaufen. Aber das ist ganz schwierig und immer unterschiedlich im Verlauf. Ich könnte mir vorstellen, dass wenn ein Schwein schon ganz alt und/oder sehr krank und sehr reduziert ist, sich das Aufbäumen eher in Grenzen hält, als wenn ein Schwein noch einige Kräfte hat. Aber man weiss es nie wirklich.

Ich bin froh, von Dir gehört zu haben, dass mit der Rinderbolzenschuss-Methode zusammen mit der finalen Herzspritze vom TA es ganz schnell und sanft ging. Werde dies, wenn es wieder mal so weit kommen sollte, auch in Erwägung ziehen.

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Wenn es im Himmel keine Schweine gibt, gehe ich dort auch nicht hin!

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Wenn es im Himmel keine Schweine gibt, gehe ich dort auch nicht hin! Oink
01.11.2017 17:40 Barbara ist offline Beiträge von Barbara suchen Nehmen Sie Barbara in Ihre Freundesliste auf
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