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29.10.2007 21.04 | Elodia06 | Schweinefreundschaften
Da ich froh bin, mal leute gefunden zu haben, die, wenn auch unter anderen vorraussetzungen, schweine auch lieben, möchte ich, auch um mal ein bisschen einblick in meine arbeit zu gewährleisten, zwei schöne erlebnisse berichten...

da ich jeden tag die verantwortung für rund 250 zuchtsauen samt nachwuchs trage, hat für mich das "erforschen" des verhaltens von schweinen eine besondere stellung. zum einen, um ihnen die möglichkeit zu geben, so viel wie es unter den gegebenen umständen möglich ist, ihr natürliches verhaltensrepotier auszuleben und, um möglichst stress zu vermeiden. letzteres bringe ich immer in verbindung zu dem umgang zwischen mensch und tier. schweine müssen nämlich nicht gewaltsam irgendwohin getrieben werden, auch wenn die zeit noch so knapp ist. das mittel zu einem guten umgang ist in meinen augen vertrauen. daher habe ich immer versucht, nach der devise "hart aber gerecht" mit meinen schweinen umzugehen. das bedeutet, die rangordnung wird hart ausgemacht, wenn die sau es wissen will, aber dann ist es auch gut und der stock dient nur noch als richtungsweiser. nie hätte ich aber mit einem anderen vertrauensbeweis gerechnet als mit dem mut, trotz anfänglicher angst ine ine richtung zu gehen, die ich bestimme.

ich befand mich zum misten in einer gruppenbucht mit tragenden sauen verschiedenen alters. nun weiss ich, das die kritischen rangordnungsphasen als jungsau, als sau zum 2. wurf und dann bei den alten sauen sind. und an diesem tag wollte es eine alte wissen, wer der chef ist. aus den augenwinkeln sah ich sie schräg hinter mir zum angriff starten, und sie hätte mich auch voll erwischt, wenn sich nicht eine jüngere sau regelrecht dazwischen geworfen hätte und den angriff voll geblockt hätte. wenn man sich eine wütende masse von 300 kg vorstellt, kann man sich ungefähr ausmalen, was mit mir passiert wäre...

das zweite ist unser eber. nicht nur, das er aufs wort hört (er geht wirklich in die bucht, wenn ich ab ins körbchen sage) sondern mag auch kraulungen. da bei ebern aufgrund von arbeitsschutz der direkte kontakt nicht gewünscht ist, wird er halt eben über das gitter gekrault. in letzter zeit hatte er aber probleme mit den beinen bekommen. um ihn linderung zu verschaffen, musste ich in die bucht. laso, noch vitamintabs in die tasche gesteckt (die schmecken ihm nämlich) und ab in die bucht. eigentlich hatte ich abwehrverhalten erwartet, weil ich eben in seine bucht eingebrochen bin. aber er ließ sich die kranken beine massieren und, legte sich neben mich, um das ganze besser geniessen zu können. ihr kennt das vielleicht, für mich war aber so ein großer vertrauensbeweis vollkommen unbekannt! und ich schliesse daraus, das ich es wohl doch geschafft habe, mit meinen tieren ein gutes verhältniss aufzubauen. und ich freue mich darüber!!

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