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10.10.2018 05.50 | Tanja | Nachwuchs
Guten Morgen zusammen.
Ich lese schon länger in diesem Forum mal den einen oder anderen Beitrag, aber bis heute immer nur als Gast.
Da wir jetzt jedoch seit gestern Nacht Ferkel bekommen haben, benötige ich doch Unterstützung.
Wir sind kleine Hobby-Bauern und haben einige Tiere, die wir bisher auch immer "gut durchgebracht" haben.
Wir haben unsere Minischwein-Sau Peaches nun seit knapp einem Jahr und unseren Eber Frederik seit einem 3/4 Jahr.
Da sie immer dicker wurde, haben wir auch nach Rücksprache mit unserem Tierarzt bereits uns mit dem Gedanken beschäftigt, dass wir bald Nachwuchs erhalten. Ich habe versucht mich im Internet schlau zu machen, wie ich mich jetzt gegenüber dem Nachwuchs und unseren frischen Eltern verhalten soll, aber so wirklich schlauer bin ich auch nicht geworden, da es in den meisten Beiträgen immer nur um Mast bzw. professionelle Zucht ging. Das betrifft uns nun so gar nicht.
Daher würde ich Euch gerne um Hilfe bitte.
Wie gehe ich denn nun genau vor? Soll ich erst einmal alle in Ruhe lassen und nur füttern und immer mal wieder nach dem Rechten schauen, damit sie auch meine Nähe merken oder soll ich die Kleinen gleich versuchen auch körperlich (auf die Hand nehmen etc.) an mich gewöhnen?
Reicht es, wenn ich den Kleinen eingeweichtes Ferkelkorn und ein bisschen Joghurt gebe oder brauchen sie extra eine Art Aufzuchtmilch?

Für Unterstützung bin ich sehr dankbar!:hail:
Liebe Grüße
Tanja

10.10.2018 18.25 | schweinemami |
Servus Tanja!! Erst mal eine Frage - warum Ferkel???? Gibt doch eh schon soviele " entsorgte " Minischweine, die auf Plätze warten. Aber ok, jetzt sind sie halt leider schon da.
Bei der Aufzucht von Ferkeln ist zwischen professioneller und Hobbyzucht kein Unterschied.
Die Sau braucht einmal ein gutes Futter für säugende Sauen , gibt`s im Landhandel. Solange die Sau genügend Milch gibt, das erkennst u daran, daß sich die Ferkel nach dem Saufen zufrieden hinlegen und schlafen, brauchst Du ihnen momentan nichts zufüttern. Sollten sie quiekend und murrend rumlaufen, mußt Du ihnen eine eigene Aufzuchtmolch geben. Die gibt`s für so junge Ferkel ( zumindest bei uns in Ö ) nur beim Tierarzt. Ja nicht die billige Milch aus dem Landhandel verwenden, die ist erst ab 14 Tagen und verursacht bei so jungen Tieren Durchfall, und Durchfall ist in diesem Alter tödlich. Und auf keinen Fall jetzt schon Joghurt oder sonstiges geben, damit kannst Du dann mit ca. 2 Wochen anfangen.
Die Ferkel brauchen innerhalb von 3-maximal 4 Tagen ein Eisenmittel, bekommst Du für Oral beim Tierarzt, besser ist die Spritze, die kann aber nur der TA geben. Außerdem brauchen die Kleinen Wärme. Am besten, Du bastelst ein kleines Häuschen, wo Du eine Wärmelampe drüber hängst. Wenn es den Ferkeln zu kalt ist liegen sie nämlich immer ganz bei der Sau, und die Gefahr, daß sie sie beim Aufstehen und Niederlegen erdrückt ist dann relativ groß.
Nun zu Deiner Frage, wie Du mit dem Kontakt zu allen umgehen sollst: Mach ganz normal Deine Stallarbeit und Fütterung, ohne besonders leise oder vorsichtig zu sein, so gewöhnen sich die Kleinen schon an verschiedene Geräusche, und laß sie sonst in Ruhe. Auf die Hand nehmen schon überhaupt nicht. Irgendwann werden die Kleinen schon neugierig und kommen automatisch zu Dir.
Und bitte nutze die Zeit, in der die Sau nicht bärig ist und laß den jungen Mann kastrieren, sonst geht es, sobald die Ferkel weg sind, wieder los

11.10.2018 04.59 | Tanja |
Moin.
Und vielen Dank @ Schweinemami für Deine Rückmeldung.
Warum Ferkel? Unser Eber sollte eigentlich kastriert sein, jedoch scheint das wohl nicht wirklich gelungen gewesen zu sein. Deswegen sind wir auch die ganze Zeit davon ausgegangen, dass sie nicht schwanger ist und zusammen mit dem Tierarzt hatten wir schon diverse Ernährungsumstellungen in den letzten drei Monaten versucht, bis dazu hin, dass ihr jetzt eigentlich Blut abgenommen werden sollte.
Ich habe auch am meisten Angst davor, dass jetzt Leute kommen, die Ferkel mitnehmen und diese danach im Tierheim wieder landen. Aber ich denke, davor ist leider kein Tier mehr geschützt. Es geht auf Weihnachten zu. Da landen Ende Januar wieder mehr Tiere im Heim, als einem lieb sein kann. Ich werde versuchen, so viel wie möglich von den neuen Besitzern zu erfahren, um sie in gute Hände abzugeben. Andernfalls müssen sie halt alle hier bleiben. Wie Du bereits sagst: Jetzt sind sie nun mal da.

Die Kastration werde ich selbstverständlich umgehend noch einmal einleiten. Selbstverständlich bei unserem Arzt. Es tut mir nur für unseren Frederik leid, der das jetzt noch einmal über sich ergehen lassen muss.
Vielen Dank für den Hinweis mit dem Joghurt und der Aufzuchtmolch. Auch hier werde ich bei dem heutigen Tierarzttermin gleich noch einmal mit ihm sprechen.
Das Eisenpräperat habe ich bereits schon in Pulverform, aber auch hier werde ich den Tierarzt noch einmal zu befragen. Ich hoffe nur, dass dieser auch an die kleinen Ferkel rankommen wird.
Eine Wärmelampe habe ich bereits gekauft, so dass ich die Kleinen damit hoffentlich schon einmal glücklich gemacht habe.
Vielen Dank für die Unterstützung.

11.10.2018 08.29 | Franziska |
Hallo Tanja

und herzlich willkommen im Forum! :winke:

Zum Glück seid Ihr auf diesen "Ferkel-Segen" eingerichtet und könnt Euch damit arrangieren. Aber besser wäre es natürlich gewesen, wenn Fredrik richtig kastriert gewesen wäre. Das kommt immer mal wieder vor, ich weiss nicht, woran das liegt. :sz:

Hast Du Fredrik von Peaches getrennt? Hoffentlich ja, sonst wäre nämlich gleich ein zweiter Wurf zu erwarten.

Etwa fünf bis zehn Tage nach dem Abferkeln kommt die Sau bereits wieder in die Rausche und kann erneut gedeckt werden.
Quelle: Zucht von Schweinen

Ich hoffe, dass Ihr gute Plätze für die Kleinen findet. Leider ist das gar nicht so einfach, aber Du bist Dir dieser Schwierigkeit offenbar bereits bewusst. :up:

11.10.2018 15.36 | schweinemami |
Ach so Tanja, das hast Du ja nicht geschrieben, daß der Eber eigentlich kastriert hätte sein sollen. Dann ist das natürlich mit den Ferkeln eine blöde Geschichte. Wieviel hast Du eigentlich?

Franziska, das ist mir jetzt vollkommen neu, daß eine Sau, die Ferkel säugt, während dessen schon wieder rauschig wird. Normalerweise wird sie erst mit dem Absetzen der Ferkel wieder bärig, aber vielleicht ist das mit der Anwesenheit eines Ebers anders.

11.10.2018 16.34 | Franziska |
Original von schweinemami

Franziska, das ist mir jetzt vollkommen neu, daß eine Sau, die Ferkel säugt, während dessen schon wieder rauschig wird. Normalerweise wird sie erst mit dem Absetzen der Ferkel wieder bärig, aber vielleicht ist das mit der Anwesenheit eines Ebers anders.

Ja, bei Säugetieren mit hoher Reproduktions-Rate (wozu die Schweine ganz bestimmt gehören) gibt es das, dass die Muttertiere kurz nach der Geburt sofort wieder aufnahmefähig sind (nur einmal, soviel ich weiss).

Man kennt das vor allem bei Meerschweinchen, wie gesagt auch bei Schweinen, bei Pferden redet man von der "Fohlen-Rosse", usw.
Ich weiss nicht genau, bei welchen Tierarten diese Eigenheit sonst noch auftritt, wird aber häufig vergessen, wenn ein unkastrierter Vater auch nach der Geburt noch anwesend ist.

Also: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

11.10.2018 16.38 | schweinemami |
Danke Franziska!! Ich hatte das halt nie in den ca. 10 Jahren, wo ich 20 Zuchtschweine hatte, aber es war halt auch kein Eber dabei

12.10.2018 22.45 | Tanja |
Hallo Franziska,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Selbstverständlich würde ich die Ferkel jetzt nie einfach fahrlässig weggeben oder mich nicht um sie kümmern. Die Schweine können ja nichts dafür. Und trotz allem, sind sie super süß und ganz tolle kleine Kerlchen. Sie laufen jetzt schon außerhalb des Stalls und sind total quirlig.
Frederik habe ich noch nicht getrennt. Ich wusste nicht, dass es so schnell wieder passieren kann. Momentan darf er aber nur mal den Kopf zu der Mama und den Ferkeln reinhalten und dann weißt Peaches ihn eigentlich schon in die Schranken. Wir werden jetzt schnellst möglichst eine zweite Kastration wohl anmelden müssen.
Ja, das mit dem "richtigen" Zuhause finden, wird nicht einfach, aber ich werde einfach auf mein Bauchgefühl hören und den "normalen" Menschenverstand einschalten ;-)

@Schweinemami: 6 Stück sind es. Die Aufzuchtmilch benötige ich wohl nicht. Die Ferkel finden die Lampe jetzt super und quieken nicht. Ich denke das reicht. Aber ich wollte mich jetzt rechtzeitig auf die nächsten Tage und Wochen vorbereiten, nur kann ich mich bei den ganzen Angeboten im Internet wirklich nicht entscheiden. Habt Ihr vielleicht Erfahrungen mit Ferkelfutter? Ist es wirklich notwendig ständig bzw. fast alle zwei Wochen zu wechseln?

13.10.2018 14.53 | Franziska |
Original von Tanja
Ist es wirklich notwendig ständig bzw. fast alle zwei Wochen zu wechseln?

Öööööhm, verstehe ich nicht. :sz:
Weshalb solltest Du alle zwei Wochen wechseln? ?(

13.10.2018 16.50 | schweinemami |
Das versteh ich jetzt auch nicht, warum man ständig wechseln sollte. Es gibt Ferkelstarter, den man in den ersten Wochen füttert, allerdings halt so, daß die Elternschweine nicht dazu kommen. Und dann wird es wahrscheinlich ein eigenes Ferkelfutter für Minischweine geben. Da muß ich allerdings passen, ich hatte normale Mastferkel.

13.10.2018 16.52 | schweinemami |
Ach ja und vergiß nicht, die männlichen Ferkel kastrieren zu lassen. Je kleiner sie sind, desto unkomplizierter ist das ganze

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