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03.10.2018 19.36 | Osborne | Noch länger ohne Betäubung kastrieren
https://www.tagesschau.de/inland/ferkel-kastration-101.html

03.10.2018 21.58 | Miss-Rosie |
Osborne, habe mich als SPD Ortvorsitzender diesbezüglich gestern beim Parteivorstand in Berlin beschwert, Geschenke für die Landwirte zur Landtagswahl!

04.10.2018 06.19 | Osborne |
Original von Miss-Rosie
Osborne, habe mich als SPD Ortvorsitzender diesbezüglich gestern beim Parteivorstand in Berlin beschwert, Geschenke für die Landwirte zur Landtagswahl!

:up: :up:

04.10.2018 17.18 | schweinemami |
Mir ist jetzt mal ein Bedürfnis, zu der Kastrationsfrage was zu sagen. Ich weiß, Ihr werdet wahrscheinlich jetzt über mich herfallen, aber glaubt mir, ich bin ( auch wenn ich meine Schweine esse ) ein großer Tierfreund und hab mir echt viele Gedanken wegen der blöden Kastration gemacht.
Vor ein paar Jahren hatte ich selbst einige Zuchtschweine und war natürlich mit der Kastration konfrontiert. Bei der ersten Kastration holte ich den Tierarzt, damit meine Ferkel ja nicht leiden müssen, und was machte der - schneiden ohne Betäubung, mit der Begründung, daß der Stich der Spritze genauso schmerzt, wie der winzige Schnitt.
Ok dachte ich mir, meine Nachbarin hat das jahrelang bei ihren Ferkeln gemacht, also fragte ich sie, ob sie meine Ferkel auch schneiden könnte, da ich mich da nie drüber trauen würde, weil ich es eben nicht kann.
Die Ferkel waren 4 Tage alt, am meisten schrien sie beim Festhalten, der Schnitt war wirklich nur ein Quietscher und dann war es vorbei. Das Ferkel runter gesetzt und es lief sofort zu Muttern an die Milchbar und trank. Das einzige, was mir nicht " gefiel " war, daß die Mütter wahnsinnig nervös wurden, als die Ferkel schrien. Also hab ich in Zukunft die männlichen Tiere in eine Box gesetzt und in einen anderen Raum getragen und dort wurden sie dann geschnitten, zurück zur Mutter und alles war gut.
So, dann kam bei uns in Österreich die Vorschrift, nur mehr unter Schmerzausschaltung zu kastrieren. DAS war ein Fiasko!!!!! Die Ferkel mussten eingefangen werden, Stress pur - dann ließ man sie wieder aus, da das Mittel eine halbe Stunde wirken muß, dann wieder einfangen - wieder Stress und dann die Kastration und das Geschrei beim Festhalten und der Quietscher beim Schneiden waren genauso, wie ohne Mittel. Aus einmal Stress wurden auf einmal drei Stresssituationen für die armen Tiere. Und das beste war dann das Lesen des Beipackzettels - das Mittel war gegen Schmerzen bei Lungenentzündung!!!!!!! Also so gut wie für die Katz. Ganz ehrlich, auch wenn es Vorschrift war, hab ich das Mittel niemehr verwendet.
Heute hab ich keine Zuchten mehr und brauch mich mit dem Thema gottseidank nicht mehr auseinder setzen, aber ich glaube es gibt keine Alternative zur Kastration in den ersten Lebenstagen. Und ich finde, DAS gehört überprüft, weil natürlich viele Landwirte leider länger zuwarten, weil keine Zeit, und wenn es mal über eine Woche rausgeht, dann wird der Schnitt immer größer und natürlich die Schmerzen.
Kastration vom Tierarzt - völlig illusorisch, denn die Tierärzte kämen nicht mehr mit der Arbeit nach.
Ebermast - ein völliger Schwachsinn. Dauernde Unruhe und dauernder Stress besonders für unterlegene Tiere und vor allem die Verletzungen, die sich die Eber gegenseitig zufügen, wie zerbissene Penisse.
Dann wären da noch die Vorschläge, die Schweine früher zu schlachten - find ich jetzt auch nicht so eine gute Idee, denn das hiesse, daß die Ställe noch mehr vollgestopft werden, da ja das fehlende Fleisch irgendwie ersetzt werden muß. Außerdem muß trotzdem ein Teil der Schlachtschweine entsorgt werden, da sie trotz allem " Stinker " sind, und das kann ja wohl auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein.
Meiner Meinung nach ist die Kastration das geringste Übel am Schweineleben, da fände ich es weitaus besser, wenn mal endlich die Haltungsbedingungen verbessert würden.

So jetzt hab ich mir die Finger wund geschrieben, und hoffe, daß Ihr mich jetzt nicht lyncht, aber ich glaub bei DEM Thema gibt`s einfach keine richtige Lösung

04.10.2018 19.03 | Osborne |
Interessant das zu lesen, weil ich gehe bei einer Kastration ohne Betäubung von großen Schmerzen aus (bin ein Mann :sorry:) doch mal im ernst so wie du es schilderst ist es fast besser ohne Betäubung, wenn es früh genug und (professionell) gemacht wird. Und mit den Haltungsbedingungen haste du ja sowas von recht.

04.10.2018 19.15 | Patrol |
Hi,

ich kenne die Betäubung mit Lachgas die Ferkel bekommen jeweile eine Plastikbox in den Stall (mit Wärmelampe). Wenn alle Ferkel drin sind wird lachgas eingefüllt (dauert 1 Min.) Alle Ferkel sind sediert und können ohne Probleme kastiert werden. Nach 5 Min. ist alles vorbei und die Ferkel kommen zurück und wirken noch 2 Stunden wie betrunken. Danach ist wieder alles Ok.

Aber Lachgas wird wohl nicht im Großbetrieb genutzt werden. Das dauert einfach zu lange bis alle Ferkel unter der Lampe liegen und Lachgas ist auch zu teuer.

05.10.2018 17.11 | schweinemami |
Original von Osborne
Interessant das zu lesen, weil ich gehe bei einer Kastration ohne Betäubung von großen Schmerzen aus (bin ein Mann :sorry:) doch mal im ernst so wie du es schilderst ist es fast besser ohne Betäubung, wenn es früh genug und (professionell) gemacht wird. Und mit den Haltungsbedingungen haste du ja sowas von recht.

Es ist ja das Problem, daß das keine Betäubung ist, da es einfach ( und eigentlich auch gut so ) verboten ist nach dem Betäubungsmittelgesetz, Narkosemittel an Laien abzugeben.


Das mit dem Lachgas - ich weiß nicht genau, ob das nicht das Narkosemittel ist, das früher auch bei Menschen eingesetzt wurde. Wenn es das ist, dann ist das nicht lustig. Ich erinnere mich heute noch nach 50 Jahren an die Narkose mit dem Gas, das Gefühl zu ersticken und der extrem grauenvolle Geschmack im Mund. Damals bekam ich das bei der Mandeloperation. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob das Lachgas war.

06.10.2018 08.43 | Silke (wutzwutz) |
Was bei dieser ganzen Sache nicht bedacht ist, wenn Schweine schreien (egal wie alt) ist es Unmut, Angst oder Streß.
Schmerz ist stumm!!
Wenn es also richtig übel weh tut hört man nichts mehr.
Daß die Ferkel danach direkt zur Mama laufen und andocken, wen wundert das? Rennen Kinder nicht zu ihrer Mama wenn sie aua haben und lassen sich ggf. mit Schokolade trösten?

06.10.2018 15.35 | schweinemami |
Naja Silke, daß der Schnitt völlig schmerzlos ist, wird auch niemand behaupten. Ich wollte nur anmerken, daß eben dieses Schmerzmittel im Prinzip nichts bringt, das Ferkel aber mehreren Stresssituationen ausgesetzt wird.
Es ist sicher ein schwieriges Thema, und ich bin ganz bestimmt nicht DER Bauernfreund, aber man kann nicht immer nur dem Landwirt sämtliche Kosten und Arbeiten aufhalsen und der Handel zahlt immer noch weniger und weniger, damit die Leute ihr billiges Fleisch haben. So ehrlich und fair sollte man dann schon sein.
Ich bin nach wie vor der Meinung, daß die Kastration das geringste Problem im kurzen Leben eines Schweines ist.

07.10.2018 07.17 | Sabine |
Moin

Sorry, aber der Schmerz ist ganz und gar nicht stumm.
Anhand der Frequenzhöhe der Schmerzschreie der Ferkel bei der Kastration, hat man überhaupt erst mal untersucht ob es Unmut oder Schmerz ist. Und die Schreie bei der Kastration sind in der Frequenz SEHR hoch. Und zwar deutlich höher als bei Unmutsäusserungen.
(Der Adrenalinspiegel wurde dabei auch gemessen.)

Vorher dachte man nämlich, die KÖNNEN gar keinen Schmerz empfinden.
Dazu noch eine kleine Nebeninfo: bis in die 60er Jahre dachte man, das Säuglinge auch keine Schmerzen empfinden, z.B. bei Operationen etc. Man dachte tatsächlich, das dass Schmerzempfinden noch nicht ausgebildet sei.
Mit heutigem Wissen...unfassbar.

Vor ein paar Jahren gabs in den USA einen Professor Rose, der den Tieren, ja allen, komplett das Schmerzempfinden absprach. Ob der heute noch aktiv ist, habe ich nicht weiter verfolgt.

07.10.2018 09.09 | Silke (wutzwutz) |
Ich kann den Gedanken an das was diesen hilflosen Geschöpfen angetan wird kaum ertragen. Wir, also die Verbraucher, könnten das beeinflussen. Wenn wir uns weigern solch ein Qualprodukt zu kaufen wird sich was ändern. Das Einzige was etwas ändert ist wenn es an die Umsätze sprich ans Geld geht.

@Sabine Das wusste ich nicht, danke für die Info!

07.10.2018 12.16 | Franziska |
Original von schweinemami

Das mit dem Lachgas - ich weiß nicht genau, ob das nicht das Narkosemittel ist, das früher auch bei Menschen eingesetzt wurde. Wenn es das ist, dann ist das nicht lustig. Ich erinnere mich heute noch nach 50 Jahren an die Narkose mit dem Gas, das Gefühl zu ersticken und der extrem grauenvolle Geschmack im Mund. Damals bekam ich das bei der Mandeloperation. Aber wie gesagt, ich weiß nicht, ob das Lachgas war.

Nein, das was Du bei der Mandel-OP bekommen hast, war wohl Äther, das kenne ich auch, stinkt wirklich fürchterlich.
Lachgas ist geruchlos, soviel ich weiss.

07.10.2018 16.33 | schweinemami |
Original von Silke (wutzwutz)
Ich kann den Gedanken an das was diesen hilflosen Geschöpfen angetan wird kaum ertragen. Wir, also die Verbraucher, könnten das beeinflussen. Wenn wir uns weigern solch ein Qualprodukt zu kaufen wird sich was ändern. Das Einzige was etwas ändert ist wenn es an die Umsätze sprich ans Geld geht.

Genau so ist es, aber das wird leider ein Wunschdenken bleiben. Ich persönlich hab 15 Jahre überhaupt keine Fleischprodukte gegessen, erst seitdem ich die Möglichkeit habe, mir selber Schweine zu halten, esse ich es wieder, und zwar nur das meiner Tiere. Ich hab mir auch das Wursten beigebracht, damit ich auch sowas wieder essen kann. Sorry ich esse halt einfach gerne Fleisch.



Nein, das was Du bei der Mandel-OP bekommen hast, war wohl Äther, das kenne ich auch, stinkt wirklich fürchterlich.
Lachgas ist geruchlos, soviel ich weiss.

Ach ja genau, das war Äther, danke

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