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26.03.2017 18.06 | Peter | Loslassen
Moin zusammen,
viele von Euch wissen, dass meine Frau und ich nicht nur (in Maßen) Schweine zu retten versuchen, sondern auch so manch anderes "Notfell".
So konnten wir vor 5 Jahren nicht anders, als wir von einer Zwangsräumung eines Animalhoarderhofes erfuhren, bei der viele Tiere "über" waren und etlichen die Schlachtung drohte.
Wir haben uns angesehen, unsere Möglichkeiten durchdacht und einen kranken Haflingerwallach (Momo), eine schneeweisse Zwergziege mit ihrem vielleicht drei Monate alten Töchterchen (Marie und Amelie) sowie zwei megasüße Exmoorpony-Mix-Babies (Hengstjährling und seine evtl. zweijährige Halbschwester Anton und Pünktchen) zu uns nahmen.
Momo litt an einem optisch unschönen generalisierten equinen Sarkoid (Wucherungen an verschiedenen Körperstellen, aber kein Krebs), hat bei uns noch etwas mehr als zwei erfüllte und schöne Jahre gehabt, bevor wir ihn erlösen mussten. Was war er für ein toller, gutmütiger und ausgeglichener Kerl, den beiden Winzlingen ein hervorragender Ziehvater...
Anton und Pünktchen kannten und konnten nichts, aber auch rein gar nichts.
Es war ein Riesenakt, beide auf einen Pferdeanhänger und zu uns zu bringen, Anton wäre vor Angst fast ohnmächtig geworden. Pünktchen hingegen zeigte sich vom ersten Tag an uns gegenüber sehr aufgeschlossen, anhänglich und manchmal sogar frech, aber nie bösartig. Sie schmust für ihr Leben gern.
Es hat auch enorm lange gedauert, bis Anton sich von uns berühren ließ, notwendige Hufschmiedtermin jedes Mal ein Staatsakt sondern gleichen.
Dennoch gelang es uns im Laufe der Zeit, ihm ein wenig mehr Sicherheit zu geben.
Aber er blieb ein mega-nervöser Wallach (ja, wir ließen ihn legen).
Allesamt haben sich sehr schnell tief in unsere Herzen vorgearbeitet, daher hat uns der Verlust Momos damals schon ziemlich mitgenommen.
Wer Tiere hat, muss Tiere hüten, wer seine Tiere liebt, muss auch loslassn können. Klingt logisch und plausibel, kann aber auch verdammt weh tun.
In letzter Zeit mussten wir nüchtern (ernüchternd) feststellen, dass wir Anton und Pünktchen nicht dauerhaft das bieten können, worauf sie als solche Youngsters ein Anrecht haben: dass sie eben nicht nurgut versorgt werden, sondern auch eine Aufgabe haben, gearbeitet und gefordert werden.
Zum Reiten sind sie zu klein, zum Fahren (Kutsche) fehlten uns Zeit und Mittel, die Bodenarbeit füllte sie nicht aus, Spaziergänge am Führstrick (jedes Mal ein wundervolles Erlebnis) boten nicht genug, da ja nur im Schritt.
Was tun? Es ignorieren, dass sie evtl. vor Langeweile krank werden?
Nein, das war keine Option. Tief in uns drin fühlten wir, dass die beiden mutmaßlich in anderen, erfahreneren Händen mit anderen Möglichkeiten besser aufgehoben wären, um ein lebenswertes Pferdeleben für die nächsten gut 30 Jahre erfahren zu dürfen.
So haben wir uns schweren Herzens dazu entschlossen, ihnen diese Möglichkeit über die "Pferdeklappe" in Norderbrarup (bei facebook unter Petra Teegen oder Pferdeklappe zu finden) zu eröffnen.
Nach Vorkontakten mit Petra sind die beiden von uns gestern dort hin gebracht worden.
Die Tränen wollen nicht aufhören zu laufen, aber wir nehmen unsere Verantwortung für die uns anvertrauten Geschöpfe eben sehr ernst, auch wenn es für uns heißt, loszulassen.
Dennoch auch über diesen Weg noch einmal vielen Dank an Petra und ihr Team, die eine wunderbare Arbeit für Pferde leisten, so wie wir hier für die Schweine.

Wenn ich also in der nächsten Zeit hier ein bißchen rarer sein sollte, hat es damit zu tun, dass ich mich und mein Gefühlsleben einmal neu sortieren muss.

27.03.2017 06.32 | Silke (wutzwutz) |
Lieber Peter,

ich kann Euch nachfühlen wie schwer das ist. Es zerreißt einem das Herz, wenn man viel Liebe und Zeit und Energie aufgewendet hat um einem Tier ein besseres Leben zu schaffen und es dann weggeben muss. Aber es ist eine Entscheidung aus Liebe zum Tier! Damit ist klar Ihr liebt die Tiere mehr als Euch selbst. Wenn der Schmerz abflaut ist der Gedanke etwas Gutes für die Süßen getan zu haben etwas tröstliches.

Liebe Grüße
Silke

27.03.2017 17.18 | Barbara |
Lieber Peter

Respekt. Ihr habt das Wohl der Tiere an die erste Stelle gesetzt, auch wenn es sehr, sehr schmerzt.

Liebe Grüsse, Barbara

01.04.2017 00.47 | Miss-Rosie |
Da fehlen einem die Worte, trotzdem Hut ab vor dieser couragierten Entscheidung, es muss höllisch weh tun Peter

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