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22.01.2017 08.28 | Merte | Unsere Eber streiten sich
Guten Morgen,

wir haben seit gestern ein grosses Problem!

Haben uns im vergangenen Sommer zwei Minischweine (Eber) aus einem Wurf angeschafft. Bislang lief alles prima zwischen den Beiden. Seit gestern Mittag aber ging die Hetzjagd los, sodass der Ranghöhere den Unterwürfigen pausenlos jagd und keinen Eintritt in die Hütte gewährt. Hinzu kommt das es kalt ist und wir nicht wissen, was wir jetzt machen sollen.
Lennox und Louis sollten laut Vorbesitzerangaben nun ungefähr 16 Monate alt sein und sind noch nicht kastriert. Wäre das grundsätzlich schonmal eine Option? Beziehungsweise sollten wir den Rangniedrigen aus dem Stall holen und alleine im "Restgarten" verweilen lassen? Dabei wäre das Problem, das wir keine zweite Hütte haben, diese allerdings heute errichten könnten.

Für jeden Ratschlag wären wir unheimlich dankbar!!!

Mit freundlichen Grüssen

22.01.2017 09.00 | Franziska | RE: Unsere Eber streiten sich
Hallo Merte

und herzlich willkommen im Forum!

Dass sich zwei Eber streiten, ist völlig "normal", ich wundere mich sogar, weshalb das nicht schon früher passierte. Vielleicht waren Euch die ersten kleinen Mobbings bisher einfach nicht aufgefallen, aber jetzt hat es halt geknallt.
Meine beiden Jungs (kastriert natürlich) hatten ihren ersten Kampf genau an ihrem 1. Geburtstag (waren auch Brüder), also um einiges früher als Eure beiden.
Bei zwei unkastrierten Ebern sind diese Kämpfe wohl auch härter als bei Borgs, nehme ich an.

Ich sehe zwei dringende Notfall-Massnahmen, die Ihr möglichst sofort umsetzen solltet:

Wie Ihr schon richtig erkannt habt, müsst Ihr sofort eine zweite Hütte zur Verfügung stellen, denn der Unterlegene darf vorläufig bestimmt nicht mehr in die gemeinsame Hütte. Es ist prinzipiell immer angebracht und notwendig, für 2 Schweine auch 2 Hütten anzubieten als Ausweichmöglichkeit! Das ist also die erste dringende Notfall-Massnahme, erst recht bei diesen Temperaturen. Wie kalt ist es bei Euch?

Und zweitens müssen die beiden natürlich so rasch wie möglich kastriert werden, unkastrierte Eber gemeinsam zu halten geht meines Wissens gar nicht.
Ich glaube nicht, dass hier jemand Erfahrungen dazu beitragen kann, denn auf solch eine Idee, zwei unkastrierte Eber zu halten, ist wohl noch niemand gekommen, zumindest niemand der hier aktiven User. Deshalb befürchte ich, fehlen die konkreten Erfahrungen.

Wenn wir das natürliche Verhalten von (Wild-)Schweinen als Erklärung hernehmen, so kann ich nur sagen, dass halbwüchsige Eber normalerweise in Junggesellen-Rotten leben, die sich aber mehr und mehr auflösen, da sie sich mit zunehmendem Alter immer mehr zu Einzelgängern entwickeln, die sich nur zu den Rausche-Zeiten mit den Sauen-Rotten zusammen finden.

Ehrlich gesagt sehe ich schwarz für ein weiteres Zusammenleben Eurer beiden Jungs... es ist schon schwierig genug mit zwei Borgs, da habe ich entsprechende negative Erfahrungen mit meinen kämpfenden Jungs, aber mit voll potenten Ebern (obwohl jetzt noch Teenies) geht das wohl nicht gut auf Dauer.

Aber ich lasse mich natürlich gerne überraschen, vielleicht klappt es besser nach ihrer Kastration. Bitte halte uns auf dem Laufenden wie es weitergeht mit Euren Jungs, man kann immer noch dazulernen.

PS. Noch vergessen.. wieviel Fläche insgesamt haben die beiden zur Verfügung?

22.01.2017 09.09 | Merte | RE: Unsere Eber streiten sich
Vielen lieben Dank Franziska für den raschen, ausführlichen Ratschlag!
Das Kastrieren werden wir direkt morgen früh in die Wege leiten.
Um die zweite Hütte kümmern wir uns gleich!
Sollen wir diese dann im Gehege errichten, sodass die Beiden konfrontiert sind, oder lieber ausserhalb?
Mein Gewissen wäre auf jeden Fall beruhigter, wenn Lennox nicht auf Louis treffen kann!!!
Unsere Gedanken kreisen wie wild zur Zeit!
Ist es wirklich ratsam, einen abzugeben?

22.01.2017 11.17 | Franziska | RE: Unsere Eber streiten sich
Wieviel Platz insgesamt habt Ihr denn zur Verfügung für die beiden?

Es ist eigentlich unmöglich vorherzusagen, wie sich die Situation entwickelt bei Euch. Ich persönlich würde die beiden zumindest für den Moment trennen, d.h. jeder eine Hütte, jeder seinen Auslauf/Weide. Es ist jetzt Winter und extrem kalt (heute Nacht hatten wir hier - 12.6 Grad kalt!!!!), das erschwert die ganze Aktion noch zusätzlich.

Im Sommer können sich solche Situationen eher beruhigen, weil sie durch das Grasen und Wühlen eher noch abgelenkt sind und sich vielleicht auch besser aus dem Weg gehen können. Aber jetzt im Winter und bei dieser Kälte(?), sollte nicht noch zusätzlich sozialer Stress dazukommen für beide (Gefahr von Unterkühlung, geschwächtes Immunsystem, etc.).

Ich musste meine beiden auch trennen, sind jetzt aber Mädel und Borg (der eine Bruder starb an Darm-Krebs). Im Winter lasse ich mich auf keine Experimente ein. Mehr dazu hie
r.

Auch wenn Ihr sie jetzt kastrieren lässt, müsstet Ihr sie sowieso trennen, damit sie sich gut erholen können nach der Narkose.
Wie plant Ihr diese Kastration, fahrt Ihr in eine Klinik mit den beiden? Zuhause kastrieren in dieser Kälte wäre wohl nur möglich, wenn Ihr Wärmematten und/oder Rotlicht-Lampen zur Verfügung habt, um sie warm zu halten nach der Kastration.
Bei halb erwachsenen Ebern ist dieser Eingriff natürlich viel grösser und riskanter als bei Ferkeln. Ganz wichtig ist Wärme nach der Narkose, weil die Wärme-Regulation bei Narkose und hinterher nicht mehr richtig funktioniert und der Körper unterkühlt.

Vielleicht reicht es, wenn Ihr erstmal konsequent trennt und dann etwas wärmere Temperaturen abwartet, bis Ihr sie kastrieren lässt. Danach dauert es etwa 6 Wochen, bis die Hormon-Produktion einigermassen runtergefahren ist, d.h. Ihr könntet frühestens 6 Wochen nach der Kastration einen Versuch der Zusammenführung machen. Wichtig ist dabei seeeeehr viel Platz mit vielen Ausweich-Möglichkeiten.

22.01.2017 13.53 | Merte |
Wir haben knapp 800 m2 zur Verfügung.
Die zwei sind jetzt einmal im Hauptgehege von 6x7m und der Andere im "Ersatzgehege" von 2,5x6m. Allerdings machen die einen riesen Aufstand, da sie sich sehen und hören und ca Luftlinie 10 m auseinander sind.
Haben vorhin einmal die Türen geöffnet sodass sie kurz aufeinander trafen, dabei blieb die Hetzjagd erspart.
Louis sieht aber wirklich nicht besonders toll aus und wenig geschlafen haben wir alle hier.
Sind mit unseren Ideen irgendwie am Ende! :sz:

23.01.2017 08.18 | Tobias |
Hallo nach Geldern,

da habt ihr euch ein paar gewichtige Probleme eingebrockt. In der Schweinegesellschaft sind Eber Einzelgänger, die nur zur Rauschezeit der Sauen die Nähe der Rotte suchen. Hatte Franziska ja schon erklärt. Sobald sie aber kastriert sind, dürft ihr sie auf keinen Fall einzeln halten. Das ist nicht artgerecht.
Wie ist das mit dem Gehege? Halten sich die beiden bisher normalerweise den ganzen Tag in diesen 6x7 Metern auf? Das wäre viel zu wenig. Sie brauchen mindestens 100m² pro Tier, besser 200m². Dann können sie sich auch mal aus dem Weg gehen.
Eine Sache noch: Bitte geht nicht mit den beiden Spazieren. Wenn ihr keine besondere Genehmigung dafür habt, ist das verboten und gerade, wenn ihr Wildschweine in der Gegend habt auch sehr gefährlich, wegen Seuchen.


Das ist auch hilfreich, falls noch nicht bekannt: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&u
act=8&ved=0ahUKEwiA_tuWgdjRAhXBCCwKHVPHDfIQFggcMAA&url=http%3A%2F%2Fwww.tie
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01.02.2017 19.32 | Nelly1901 |
Hallo zusammen,

Gilt dies auch für zwei Sauen, sie sind jetzt ca. 6 Monate alt und ich habe das Gefühl, dass sie sich in ihrer Hütte streiten!

Danke für eine Antwort!

Grüße aus Gangelt

Manuela

01.02.2017 19.47 | Silke (wutzwutz) |
Ja mit 6 Monaten findet die erste Pubertät statt. Da ist ein wenig Zickenkrieg normal

01.02.2017 19.55 | Nelly1901 |
Danke für die schnelle Antwort, also brauche ich mir keine große Sorgen machen?

Gruß

Manuela

01.02.2017 20.03 | Franziska |
Original von Nelly1901
Danke für die schnelle Antwort, also brauche ich mir keine große Sorgen machen?


Dauerstreit ist Stress für die Schweine = Immunsystem wird geschwächt.

Für zwei Schweine sollten auch zwei Hütten zur Verfügung stehen, damit sie wechseln können bei Bedarf.
Das kann von Woche zu Woche ändern, mal schlafen beide gemeinsam in einer Hütte, mal will jede in der eigenen Hütte schlafen, ratsam ist es auf jeden Fall, soviele Hütten wie Schweine anzubieten.

01.02.2017 21.03 | Silke (wutzwutz) |
Bei Schweinen von 6 Monaten würd ich mir da keine großen Sorgen machen. Das sind Kinder da gehört Streit zum Tagesgeschäft.

01.02.2017 22.18 | Franziska |
Ich beziehe mich nicht explizit auf 6-monatige Schweine, sondern generell, dass man einen Plan B bereithalten sollte.

Zwei Schweine auf Gedeih und Verderb in einer einzigen Hütte zu halten, finde ich riskant, ausser wenn es eine dieser riesigen Freilandhaltung-Hütten wäre, in der sie sich ausweichen können. Als Molly kürzlich durchdrehte, genügte aber auch die ganze Garage nicht mehr für beide... Molly schmiss Peppino kompromisslos und in hohem Bogen x-mal zur Garage raus, bis er völlig eingeschüchtert war.

Schweine sind beim Streiten sehr rigoros, wie wir alle wissen. Schlimmstenfalls muss dann der Unterlegene irgendwo draussen übernachten, was grad im Winter wohl nicht sehr prickelnd bis gefährlich sein kann. Ob das jetzt passiert oder erst in ein paar Monaten, weiss niemand.

Deshalb plädiere ich immer für mehrere Hütten, um den Schweinen freie Wahl zu lassen, ob sie gemeinsam in einer Hütte schlafen wollen (was natürlich optimal ist, auch von der Wärme her) oder wenn der Haussegen mal schief hängt, halt eben nicht...

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