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29.12.2016 07.15 | Franziska | Molly dreht durch
Hallo zusammen

Ich bin grad rel. verzweifelt, denn ich habe eine schlaflose Nacht hinter mir... x(

Wie einige von Euch wissen, musste ich vor ca. 2 Monaten Peppino und Molly trennen, denn Molly wurde plötzlich sehr aggressiv zu ihm und verprügelte ihn bei jeder Gelegenheit. Peppino (13.5 Jahre alt) hatte daher so grosse Angst vor ihr, dass er sofort loskreischte, sobald sie in seine Richtung marschierte.

Seit gestern nun dreht Molly völlig am Rad, ich vermute eine heftige Rausche bei ihr, was kein Wunder ist bei wochenlangem Sonnenschein.
Sie marschiert ruhelos und laut jammernd im ganzen Gehege herum und bleibt bei den Stangen stehen, welche sie von Peppinos trennen. Dort rüttelt sie an den Stangen und will uuuunbedingt zu ihm. Die beiden sehen sich ja täglich, sind nur durch den Zaun getrennt, aber bei Rausche spielen die Hormone natürlich verrückt.

Hat jemand Erfahrung mit so heftiger Rausche und Ruhelosigkeit? Ich kannte das bisher nicht von ihr, ihre Rausche-Zeiten war bis jetzt rel. unauffällig.

Diese "Anfälle" gingen die ganze Nacht so weiter, präzise alle halbe Stunde ging ihr Gejammer los. Da sie dabei direkt unter meinem Schlafzimmer steht, wurde ich aus jedem Einschlafversuch wieder aufgeschreckt, da sie genau um xx:13 und xx:43 Uhr mit ihren Wanderungen loslegte.
Ihr Schlafnest ist ein wildes Durcheinander, da sie offenbar die ganze Nacht keine Ruhe fand.

Ich hoffe, dass der Tierarzt erreichbar ist, zwischen den Jahren ist das wohl nicht so einfach und "irgend einen" Tierarzt kann ich nicht kommen lassen. Es muss schon der Schweine-Spezialist sein, den es zum Glück hier in der Nähe gibt.

Hat mir jemand gute Tipps, was ich machen soll?
Ach ja, Ovaria comp. habe ich hier, werde ihr davon mal 5 Globuli geben.

29.12.2016 08.43 | Daisy | RE: Molly dreht durch
Hallo Franziska,

versuchs mal mit Mönchspfeffer (Agnus Castus), hat bei meinem Blümchen gut geholfen, bei ihr war es allerdings nicht so dramatisch.

Liebe Grüße
Dagmar

29.12.2016 12.54 | Barbara | RE: Molly dreht durch
Liebe Franziska

Rausche kenn ich von meinem ersten Schweinemädel. Nicht ganz so ausgeprägt wie bei Deiner Molly. Aber "rumgewandert" (teilweise auch in der Nacht) wurde auch ab und zu, gefiept auch (zum Glück nicht in der Nacht).

Grundsätzlich ist das ja nicht schlimm, solange du keinen Aerger mit den Nachbarn kriegst wegen gefiepe (und du mit Ohropax schläfst) ;) . Und nach wenigen Tagen ist der Spuk ja vorbei.

Wenn sie unbedingt zu Peppino will, könntest du ja evt. mal die Stangen wegnehmen und schauen, was passiert. Vielleicht wird sie dann ruhiger. Ich denke, sie wird den Peppino in der Rausche nicht angreifen sondern einfach etwas aufdringlich sein. Aber wenn dem Peppino das dann zuviel wird, bzw. ihn stresst, dann würde ich die Stangen wieder ranmachen.

Liebe Grüsse, Barbara

30.12.2016 08.05 | Franziska |
Vielen Dank! :)

Unterdessen hat sie sich etwas beruhigt, obwohl sie noch immer ruhelos und unglücklich ist. Sie tut mir schrecklich leid. :heul:

Ich habe ihr gestern Mönchspfeffer besorgt und heute morgen ins Futter gegeben. Soviel ich gesehen habe, hat sie die Tablette gefressen. Ich hoffe, dass die schlimmste Rausche-Zeit jetzt vorbei ist und die nächsten Rauschen nicht mehr gar so heftig werden.
Ich bin sicher, dass dieser Hormon-Schub vom wochenlangen Schönwetter kommt. Soooo viel Sonne kriegt man normalerweise nicht mitten im Winter...

30.12.2016 23.19 | Wenndy81 |
Können solche extremen steigerungen des rauscheverhaltens bei schweinen nicht von eierstockszysten kommen?allgemein die Aggressivität gegenüber ihrem Kumpel? Kenne das von stuten.

31.12.2016 08.22 | Silke (wutzwutz) |
Wie alt ist Molly?

31.12.2016 10.00 | Franziska |
@Daisy, vielen Dank für Deinen wertvollen Hinweis auf Mönchspfeffer! :hail:
Ich habe mich ausgiebig damit befasst, auch die Apothekerin nahm sich enorm viel Zeit, um alle Möglichkeiten und Darreichungs-Formen abzuklären.

Heute morgen wartete Molly völlig ruhig und gelassen auf ihr Morgenfutter (mitsamt Mönchspfeffer-Tablette natürlich...). Ihre ruhelosen Runden, markiert durch eine lange Spur von Strohhalmen quer durchs Gehege, haben aufgehört. Ich hoffe, dass diese Beruhigung anhält.

Ich bin gespannt, wie sie sich in 3 Wochen verhält, wenn die nächste Rausche fällig wäre. Je nach Witterung kann diese aber wieder unauffällig verlaufen wie bisher (hoff). Theoretisch kann in drei Wochen tiefster Winter herrschen...

Ich habe lange hin- und hergerechnet, wie alt sie sein könnte.
Die Vorbesitzerin sagte mir, dass sie 6 Jahre bei ihr war, bei mir ist sie jetzt seit 3 Jahren. Das heisst also, 9 Jahre sind schon mal abzuschätzen.

Bei der Übernahme versuchte ich herauszufinden, wie alt sie war, als sie in dieses Ziegengehege kam. Gemäss Aussage der Vorbesitzerin wurde sie ihr vom Tierschutz gebracht, sie sei aber bei ihr nicht mehr weitergewachsen(?).
Ich vermute, dass sie ein Wohnungsschwein war, denn sie ist extrem zutraulich und verschmust, kann Sitz und Pfote geben, ohne dass ich ihr irgendwas beigebracht hätte.
Erfahrungsgemäss werden Wohnungsschweine meist im Alter von 2, max. 3 Jahre abgegeben ("abgeschoben"), deshalb schätze ich Molly auf mind. 11 Jahre, evtl. auch älter, falls die Aussage der Vorbesitzerin wirklich stimmt, dass sie sich grössenmässig nicht mehr geändert habe in diesen 6 Jahren, welche sie dort lebte. Sie ist ein rel. kleines Schwein, ich schätze mal ca. 60 kg schwer.

Im Extremfall könnte sie sogar 13 - 14 Jahre alt sein, sie ist aber sehr fit im Vergleich zu Peppino, welcher halt schon eher ein "alter Mann" ist mit Arthrose. Gemeinerweise macht ihm das Fressen am meisten Mühe, weil ihm das Vornüberbeugen offenbar schmerzt. Er spreizt dann die Vorderbeine wie eine Giraffe beim Trinken, verliert aber leicht den Halt oder rutscht weg. Geraudeaus laufen kann er noch problemlos, sogar sehr leichtfüssig traben gelingt ihm super.

@Wenndy81, Du hast völlig recht mit Deiner Vermutung betr. Eierstock-Zysten. Das kenne ich ebenfalls von Stuten, sehr häufig auch bei Meerschweinchen. Auch hier sollte der Mönchspfeffer regulierend wirken.

Jetzt kann ich nur abwarten und weiter beobachten.

01.01.2017 07.00 | Silke (wutzwutz) |
Das mit dem Mönchspfeffer hat bei einigen schon geholfen. Ich drück mal fest die Daumen. Kannst Du die Futternäpfe leicht erhöht stellen? Dann wär es nicht mehr so schwierig für die Senioren. Gibt es eine Klinik oder einen guten Tierarzt in der Nähe, der mal schauen kann evtl mit Hormonspiegel?

Gruß
Silke

01.01.2017 16.31 | Franziska |
Ich habe schon auf x-verschiedene Arten versucht, den Napf irgendwie erhöht zu stellen, aber dann traut sich Peppi nicht mehr zum Napf ran, weil er aus anatomischen Gründen ja sehr nahe am Napf stehen muss, um fressen zu können.

Wenn ich den Napf auf eine Gartenplatte erhöht stelle, versucht er diesen mit dem Rüssel näher zu sich heran zu ziehen und kippt dann meistens das ganze Futter auf den Boden.
Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass ich ihm den Napf schräg hinstelle, indem ich die eine Seite auf einem Backstein aufstütze. So kann er besser fressen.

Das generelle Problem bleibt aber trotzdem, z.B. bei Streufutter in der Wiese oder beim ganz normalen Grasen. Wenn es schlimmer wird, müsste ich ihm leider dauernd Schmerzmittel geben, was ich so lange wie möglich noch vermeiden möchte. Momentan geht es mit Traumeel einigermassen gut.

Molly ist übrigens wieder "normal"... mal schauen, wie lange es anhält.
Falls sie auch bei der nächsten Rausche wieder völlig ausflippt, müsste ich ihr wohl Blut nehmen lassen, Hiiiiilfe! :O
Ja, ich habe einen schweineerfahrenen Tierarzt in der Nähe.

01.01.2017 18.04 | Daisy |
Du kannst ihr den Mönchspfeffer mal drei Monate geben und dann eine Pause machen.

Liebe Grüße
Dagmar

03.03.2017 10.43 | Franziska |
Ich möchte zu diesem Thema mal wieder einen Update geben:

Den ganzen Winter lang behielt ich die beiden getrennt, denn ich hatte Angst davor, dass Peppino dann irgendwo im tiefen Schnee verprügelt wird von Molly oder nicht mehr rein darf in die Wärme.

Das Problem mit dem erhöht Füttern konnte ich unterdessen lösen, indem ich eine schwere, runde Trinkschale mit rutschfester Teppichunterlage fest umwickelte und verklebte. Somit habe ich jetzt einen richtigen schweren "Klotz", auf den ich Peppis Futternapf stelle.
Ich achte zudem immer darauf, dass ich ihn so "manövrieren" kann, dass sein Hinterteil in einer Ecke steht, er sich also anlehnen kann. So geht es viel besser, und er weiss genau, wie er sich hinstellen muss.
Er ist nach wie vor verfressen und munter, Laufen geht gut, Stehenbleiben oder Fressen nicht so gut, da wackelt und zittert er in der Hinterhand. Aber ansonsten ist er guter Dinge und geniesst die warme Frühlingssonne.

Seit letztem Wochenende öffne ich die Absperrstangen, wenn ich zu Hause bin, so dass sie sich wieder im gesamten Auslauf gemeinsam bewegen können. Es gab keine Rangeleien, als sie wieder zusammen kamen, das hatte ich auch nicht erwartet, denn sie hatten ja regelmässig Kontakt am Weidezaun, rüsselten oder stritten sich wie gewohnt zwischen den Stangen hindurch... wie ein altes Ehepaar halt.

Beide gehen sich vorsichtig aus dem Weg, das ist ganz gut so. Es herrscht aber deutlich mehr Entspannung als zu den schlimmsten Zeiten, als Molly Peppi regelmässig verprügelte, bzw. er laut schreiend flüchten musste.
Seit 3 Monaten bekommt Molly täglich eine Mönchspfeffer-Tablette. Ich weiss nicht, ob diese jetzt die Lage beruhigt hat oder ob es einfach am Winter und weniger Tageslicht lag.
Aber jetzt werden die Tage wieder länger, die Frühlings-Rauschigkeit steht vor der Tür. Ich bin gespannt, wie sie sich verhält und ob sie wieder dermassen durchdreht wie im Herbst.

Im Moment ist alles Friede, Freude, Eierkuchen... aber ich traue der Ruhe nicht so ganz.

04.03.2017 16.17 | Franziska |
Original von Franziska

Im Moment ist alles Friede, Freude, Eierkuchen... aber ich traue der Ruhe nicht so ganz.

Ich muss mich leider gleich wieder korrigieren, nehme alles zurück... :down: da ist nix mehr von "Friede, Freude, Eierkuchen." x(

Es klappt, solange sie entweder Streufutter einsammeln können in der Weide oder gemütlich in der Sonne liegen und schlafen.
Sobald jedoch wieder Bewegung in sie reinkommt, schreit Peppino zetermordio los, sobald Molly nur in seine Richtung guckt oder auf ihn zu trottet.
Sie hat sich sofort wieder die Garage gekrallt und steht dort wie ein Rache-Engel... Peppino hat keine Chance, in sein Bett zu gelangen und muss schreiend wieder rauslaufen.

Ich glaube, Molly tut gar nicht so viel, als nur dazustehen und ihn zu fixieren. Ich finde keine Wunden bei ihm, aber er hat panische Angst vor ihr und weiss nicht, wohin er flüchten soll oder wo er sich hinlegen kann.
Also musste ich das Experiment abbrechen und die Stangen wieder schliessen. ;(

Da er definitiv nicht mehr gesünder oder wehrhafter wird als er jetzt ist, muss ich Rücksicht auf den alten Mann nehmen und darf ihn nicht diesem Dauer-Stress aussetzen. Sie sind ja trotzdem zu zweit, rüsseln am Zaun herum, fressen gemeinsam, nur halt immer durch die Stangen getrennt.

05.03.2017 10.28 | Barbara |
Einen Versuch war es wert. :up:. Anscheinend ist es ist mehr die Angst von Peppino vor Molly als wirkliche Angriffe. Aber wie du schreibst, das ist ein grosser Stress für den alten Mann, das geht so nicht.

Die Lösung mit den Stangen finde ich gut. Wer weiss, sollte Molly eines Tages auch nicht mehr ganz fit sein, sieht die Sache vielleicht wieder anders aus. Dann haben beide Altersgebrechen und finden wieder zusammen :D.

Liebe Grüsse, Barbara

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