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22.01.2014 11.50 | Rosie | Unterallgäu-Jäger bekommen für jedes getötete Wildschwein eine Prämie
aus der "Augsburger-Allgemeinen" von heute, 22.1.2014

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http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Jaeger-bekommen-fuer-je
des-getoetete-Wildschwein-eine-Praemie-id28524667.html

Jäger bekommen für jedes getötete Wildschwein eine Prämie
Der Landkreis will für jedes verwertbare Schwarzwild zehn Euro zahlen. Damit sollen die Jäger entlastet und die Schwarzwildregulierung kontrolliert werden. Bayernweit ein Vorreiter
Die Jäger im Landkreis Unterallgäu sollen nach dem Willen des Kreis-Umweltausschusses künftig für jedes Wildschwein, das nicht radioaktiv verseucht oder von Fadenwürmern (Trichinen) befallen ist, eine Prämie von zehn Euro erhalten. Sie soll dazu beitragen, den Abschuss auf einem insgesamt hohen Niveau zu halten und so den stetig wachsenden Bestand zu regulieren.

Prämie für koordinierte und kontrollierte Schwarzwildregulierung
Von einer „Abschussprämie“ wollte Landrat Hans-Joachim Weirather indes ausdrücklich nicht sprechen. Im einstimmig angenommenen Beschlussvorschlag ist stattdessen von der „Bezuschussung einer koordinierten und kontrollierten Schwarzwildregulierung“ die Rede.


Mit der nimmt das Unterallgäu offenbar eine Vorreiterrolle ein. Dem Präsidenten des Bayerischen Jagdverbands, Jürgen Vocke, sind derzeit jedenfalls keine vergleichbaren Zahlungen in anderen Landkreisen bekannt. Allerdings hätte er nichts dagegen, wenn sich das ändern würde, denn: „Ich finde es sehr, sehr fair, dass hier den Jägern geholfen wird. Das ist wirklich eine gute Sache. Ich danke dem Herrn Landrat ausdrücklich.“

Die finanzielle Entschädigung ist durchaus willkommen
Zwar gehe kein Jäger auf die Jagd, um damit Geld zu verdienen, so Vocke. Doch in Anbetracht der Kosten für die Jagd und die Untersuchung der Tiere sowie der geringen Preise für das Fleisch sei eine finanzielle Entschädigung durchaus willkommen. Für die Untersuchung auf Radioaktivität und Trichinen sind derzeit zusammen mindestens 20 Euro fällig. Müssen für eine Drückjagd Straßen gesperrt und Warnschilder aufgestellt werden, kostet auch das. Demgegenüber stehen 1 bis 1,50 Euro pro Kilo Wildbret. Bei einem rund zehn Kilo schweren Frischling zahlt der Jäger also de facto drauf. Dadurch „sinkt die Motivation der Jäger, insbesondere in die Frischlingsklasse verstärkt einzugreifen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Schwarzwildbestände nehmen stetig zu
Sie zeigt außerdem auf, dass im vergangenen Jahr im Landkreis so viel Schwarzwild zur Strecke gebracht wurde, wie noch nie: 922 Wildschweine haben die Jäger im Jagdjahr 2012/2013 erlegt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 583, vor 14 Jahren 105. Schon diese Zahlen belegen, dass die Schwarzwildbestände im Unterallgäu stetig zugenommen haben.

Die Ursachen dafür sind vielfältig: Eine ist der verstärkte Maisanbau, eine andere die Klimaerwärmung. Buchen und Eichen tragen mittlerweile fast jährlich Früchte und nicht mehr nur alle sechs Jahre. Landrat Hans-Joachim Weirather fasste deshalb zusammen: „Die Schweine finden 365 Tage im Jahr einen reich gedeckten Tisch.“ Dadurch überleben mehr Frischlinge, die zusätzlich früher geschlechtsreif werden.

Die Rotten richten laut Ulrike Klotz, Leiterin der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in den Wäldern großen Schaden an und stellen eine zunehmende Unfallgefahr da. Außerdem drohe Gefahr durch die so genannte „afrikanische Schweinepest“.

Jäger sind auf Unterstützung von Politik und Landwirten angewiesen
Wolfgang Dreher, Pressebeauftrager der Unterallgäuer Kreis-Jägerschaft, versteht die Prämie als Anerkennung für die Jäger. „Die Tiere sind nicht nur die wehrhaftesten, sondern auch die intelligentesten.“ Am Waldrand halten sie sich stets im Schatten und in Mais- oder Rapsfeldern nutzen sie die Deckung der Pflanzen. Verbandspräsident Vocke sagt ebenfalls: „Wir hören sie da drin schmatzen, aber wir sehen sie nicht.“ Er appelliert deshalb auch an die Grundeigentümer, die Jäger beispielsweise mit der Anlage von Schuss-Schneisen zu unterstützen. „Ohne die Unterstützung der Politik und der Landwirte können wir das nicht schaffen“, sagt er

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