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06.12.2013 12.31 | Muffel | Kontra Schwein
Liebe Leute, je mehr Infos ich sammle, desto Grösser wird der Wunsch, selbst Schweinehalter zu werden. Darum hätte ich jetzt mal ganz gerne NUR kontra-Schwein Argumente. Also her mit den Berichten über mühsame Arbeit, über Tierarztkosten, Freizeitverluste, über unschweinische Nachbarn und einfach alles "negative" was ihr erlebt habt oder euch in den Sinn kommt.

Mit was für Unannehmlichkeiten muss man als Schweinehalter rechnen und welche dieser Unannehmlichkeiten ist für euch die einschneidenste?

Vielen Dank im Voraus.

06.12.2013 14.35 | Peter | RE: Kontra Schwein
Mit was für Unannehmlichkeiten muss man als Schweinehalter rechnen und welche dieser Unannehmlichkeiten ist für euch die einschneidenste?


Hmmmm, welche Antworten erwartest Du von SchweineFREUNDEN ???

Ich fürchte, dieses Mal wirst Du tatsächlich auf den Nicht-Deko-Button Suchfunktion verwiesen, denn natürlich findest Du hier im Forum tatsächlich auch eine ganze Reihe von Berichten, die eben nicht nur "Freude pur" darstellen.

Wie ich aus anderen Deiner Beiträge entnahm (Dein Profil sagt ja bislang nichts darüber aus), stammst Du aus der Schweiz. Einige der Forenuser hier leben auch in der Schweiz und könnten Dir etwas Konkreteres zu den rechtlichen Rahmenbedingungen der Schweinehaltung dort sagen. Hier in Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Gesetzen, Regeln, Erlassen und Verordnungen, die es einzuhalten gilt. Darüber wachen bei uns unter anderem die Veterinärämter. Diese wiederum legen die Bestimmungen zum Teil recht unterschiedlich aus. Wenn an einem Ort zwingend z.B. die Doppeleinzäunung, eine Schleuse und Schutzanzüge sowie Betretungsverbot für "Nicht-Betriebsangehörige" gefordert werden, kann es im benachbarten Ort schon wieder ganz anders aussehen.

07.12.2013 08.17 | Franziska | RE: Kontra Schwein
Original von Muffel
Also her mit den Berichten über mühsame Arbeit, über Tierarztkosten, Freizeitverluste, über unschweinische Nachbarn und einfach alles "negative" was ihr erlebt habt oder euch in den Sinn kommt.


Hallo Muffel (wie heisst Du eigentlich richtig?)

und herzlich willkommen!
Ich sehe, dass die "Schweizer Fraktion" immer grösser wird... ich wohne in der Nordwest-Schweiz.

Über "negative" Erfahrungen kann ich Dir kaum was berichten, denn ich habe in bald 11 Jahren Schweinehaltung kaum negative Erfahrungen gemacht. Natürlich ist es enorm viel Arbeit, bis alles vorbereitet ist.
Meine Vorbereitung inkl. Recherchen, Besuchen und Aufbau der gesamten Infra-Struktur (Hochsicherheits-Trakt, Unterkunft, befestigte Fläche, Material-Einkauf, etc.) dauerte 7 Monate. Damals (2003) hatte ich noch kein Internet, was die ganze Sache natürlich viel mühsamer machte.

Wichtig ist vor einer Schweine-Anschaffung viel eher eine Art Check-Liste.

- wieviel Platz hast Du zur Verfügung (für 2 Schweine mind. 200 qm)?
- was brauchst Du an Material? Hütte, später mal eine zweite, Zaunmaterial, Beschaffung von Stroh, etc.
- hast Du Zeit, um zuerst einmal alles aufzubauen?
- kannst Du rund 15 Jahre lang eine Schweine-Betreuung garantieren? (Lebenszeit, falls Du mit Ferkeln starten willst)
- sind alle in der Familie mit Schweinen einverstanden?
- was sagen die Nachbarn dazu?
- wer sorgt in den Ferien für die Schweine?
- gibt es Kleinkinder in der Familie?

Das sind mal so die ersten Gedanken, die mir dazu einfallen.

Aber ich sehe sowieso, dass Du Dich sehr sorgfältig vorbereitest, was ich super finde! :up:

07.12.2013 16.13 | Franziska | RE: Kontra Schwein
Als Ergänzung hier noch ein Grössenvergleich:

http://www.bilder-hochladen.net/files/big/5mv-2c0-3277.jpg

Falls Dich auch so ein Bild nicht abschrecken kann, inkl. Hauer, so bist Du auf einem guten Weg, in absehbarer Zeit Schweinehalterin zu werden (falls die Platzbedingungen vorhanden sind).

07.12.2013 18.15 | Kunibert | RE: Kontra Schwein
Ach Franziska, da kann man sich doch nur verlieben bei solche schöne Bilder

LG
Ellen

07.12.2013 19.21 | Barbara | RE: Kontra Schwein
Hallo Muffel

Und du musst dich von einem "englischen Rasen/Blumen" verabschieden. Die Rüssels graben oft, vor allem die jüngeren, das ganze Gehege um und reissen auch kleine Sträucher und Büsche aus.

Dann gibts natürlich immer spezielle Situationen, wo man (manchmal unter Zeitdruck) nach Lösungen suchen muss.
z.B. Schwein krank, muss ins Tierspital. Mit Hund oder Katz kein Problem, aber wie bringst du ein 80 kg Schwein ins Tierspital? Transportbox her, Auto her, Schwein in Box treiben, Leute die Verladen etc.
Oder Schwein muss eine Spritze erhalten im Gehege: Treibbretter vorhanden?
Und ein guter Tierarzt muss gefunden werden. Schweine sind nicht einfach zu behandeln.

Dann gibts auch Schweinemädel, die in der Jugend manchmal während der Rausche laut schreien. Oder Rangkämpfe unter den Rüssels, die sind dann durchzustehen.
Und wie Franziska schrieb: es muss ein sehr guter Zaun her! In meiner ganzen Schweinekarriere (ca. 20 Jahre) hatte ich zwei Ausbrüche, meine Güte, ich hatte Glück. Zweimal brachte die Polizei die Ausreisser unversehrt zurück/half mir mit Einfangen und ich war mit den Nerven am Ende.

Und auch wichtig: wenn man Ferkel nimmt, weiss man nicht, was für ein Charakter das Schwein haben wird. Es kann ein zutrauliches Schweinchen werden, ein eher zurückhaltendes, ein dominantes, ein scheues etc. Nicht alles Schweine sind/werden Schmuseschweine.

Aber für alles gibts Lösungen, denn wir lieben ja unsere Dicken.

lg Barbara

08.12.2013 14.20 | Rosie |
Als Neuling hier, kann ich noch eines hinzufuegen, dumme Kommentare von Leuten, wie letztens hier, na ja wenigstens ist der Weihnachtsbraten gesichert.....Kann man entweder in eine Diskussion gehen oder ignorieren, Gruss aus Irland, Alexander

08.12.2013 16.23 | Muffel |
Vielen Dank für die Antworten!

Und danke Franziska für die Bilder. Nein, die Grösse schreckt mich nicht ab, im Gegenteil.
Ich selbst hätte am allerliebsten die ganz Grosse Sorte, aber da macht mein Mann nicht mit. Er meint, ein Tier das bis zu seiner Schulterhöhe anwachsen kann würde ihm Angst machen. (Lustigerweise machen ihm "Kleine" 100kg Schweine mit Hauer in Weichteilhöhe keine Angst. :o

Konkrete Frage noch zu der Umzäunung: Das Grundstück ist beinahe rundherum von einer sehr soliden Steinmauer umgeben. Aber eben nur beinahe. Ein Teil ist mit mannshohem Maschendrahtzaun abgetrennt. Ich nehme nicht an, das so einer eine kleine Horde Schweine aufhalten wird, wenn sie denn da durch wollen... Gibt also diesbezüglich sicher noch zu tun.

Nehmen wir mal an, die Voraussetzungen für eine Anschaffung sind erfüllt, was kommt danach auf einen zu?
Wie gross ist etwa der tägliche Zeitaufwand? (Das klingt jetzt furchtbar, ich hoffe ihr versteht mich richtig)

09.12.2013 12.58 | Barbara |
Das mit dem Zeitbedarf kommt drauf an wie du dich mit den Rüssels beschäftigen willst.

Ich würde mal so sagen als "Mindestzeit pro Tag". 1 Std (für 2 Schweine).

Und zwar: 2 x füttern/tränken etc. pro Tag:

Morgens ca. 30 Minuten: Futter zubereiten (Gemüse/Obst schneiden etc.), füttern, tränken, Futterspielzeuge auffüllen/Futter verstecken, Hinterlassenschaft im Garten zusammenkehren, Schweine beobachten ob alles ok, Gehege schnell checken ob alles i.O.
Das gleiche abends wieder 30 Min.

Dann natürlich zusätzlich Kuschelzeit für Kraulen, einfach bei den Rüssels sein und zuschauen was sie machen, unter Aufsicht auf anderer Wiese grasen lassen, evt. "Kunststücklein" üben, etc.

lg Barbara

09.12.2013 14.14 | schweinebrück |
Hey
Also das verwirrt mich jetzt etwas. Obst schneiden???? Warum das? Sind die Rüssels schon so alt oder noch zu jung? Die haben doch Zähne und jede Menge Kraft im Kiefer. Also Lui und Luise zerknacken mit Wonne riesige "Pferdewurzeln" oder ganze Äpfel und Birnen. Da wird nichts geschnitten. Melonen ja, die werden halbiert, damit sie an das innere auch rankommen, aber sonst? Außerdem lassen sich die "großen" Sachen auch viel besser verschleppen, damit man sie in Ruhe fressen kann. :floet: Macht vor allem Lui gerne, da Luise ranghöher.

09.12.2013 14.42 | Barbara |
Ich zerschneide einen Teil des Obstes/Gemüse damit ich es im Gehege verstreuen kann, in Futterspielzeuge füllen kann und/oder verstecken unter Laubhaufen oder Holzschnipseln.
Da habe sie eine Zeit bis sie alles zusammengesucht haben :].

Ich geb Zwischendurch auch mal einen ganzen Apfel, Melone oder ne Riesemöhre zum Verschleppen und zum Beissen, aber mit Zerschnippelten sind sie viel länger beschäftigt.

lg Barbara

10.12.2013 07.11 | Muffel |
Danke für die lieben Antworten. Jetzt hab ich grad ein bisschen Zeit, ich erklär mal warum ich sowas frage. Nicht, dass ihr hier denkt, ich wolle mir zwar Schweine anschaffen um mich dann so wenig wie möglich mit ihnen "abzugeben". Ich frage deshalb, weil ich abklären muss, wer im Notfall für die Schweine sorgen könnte, z.B wenn ich unvorhergesehenerweise einen längeren Spitalaufenthalt brauchen sollte. Da müsste es möglich sein, für jemanden der 100% arbeitet nebenbei vorübergehend noch die Schweine zu versorgen.

10.12.2013 07.58 | Silke (wutzwutz) |
Hallo Muffel,

es ist einfach so, daß Du wesentlich mehr Zeit mit Deinen Schweinen verbringen wirst wie jemand der sie versorgt weil Du nicht kannst. Mit genug Auslauf und mind. zu Zweit wobei drei natürlich besser ist können die Rüssel durchaus damit leben wenn ausser Futter, Wasser und sauber nix passiert. Sie sind nicht wie z.B. Hunde auf unsere Gesellschaft angewiesen. Schweine können auch ohne uns!
Und genau das ist das Schöne sie entscheiden sich für uns.

Damit schrumpft der Zeitaufwand für die Versorgung auf das Nötigste bei einer Vertretung.

Übrigens Melonen (am besten die mit 15 und mehr Kilo) und Kürbis so groß es geht sind für meine immer ein echter Spaß. Am Stück in den Garten gelegt und dann: Macht mal :D

Gruß
Silke

10.12.2013 08.05 | Muffel |
Genau, Silke! Genau das meine ich. Hab gerade ein paar Gedanken dazu ins Forum gestellt. Eben mit dem Hunde-Beispiel.

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