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04.09.2012 23.31 | Das Faultier | Reviergrenzen und gutes Benehmen
Hat jemand Erfahrungen damit, seinen Schweinen gewisse Regeln beizubringen ?

Es geht um einfache Dinge, wie z.B. auch einen Leichtbauzaun als Grundstücksgrenze zu akzeptieren, einen Hühnerstall unangetastet zu lassen oder eine evtl. offen stehende Haustür nicht als Signal für eine Plünderung zu sehen.

Das Faultier

04.09.2012 23.53 | Tashunga |
Hallo "Faultier"

Natürlich kann man seinen Schweinen gewisse Regeln beibringen.
Sie sind nämlich furchtbar intelligent und ich habe schon aus eigener Erfahrung gelernt, daß Sie sogar in der Lage sind gewisse Folgen aus Ihrem Handeln im voraus abschätzen zu können (wenn ich das nun mache, passiert das...)

Aber wenn Du denkst, Du hast Ihnen beigebracht einen Leichtbauzaun als Grundstücksgrenze zu akzeptieren, den Hühnerstall in Ruhe zu lassen und an einer offenen Haustüre vorbeizumarschieren bzw. sich brav wartend davor hinzusetzen... :freak:
Klar machen Sie das alles brav wenn Sie verstanden haben was Du von Ihnen willst, aber... drehe Ihnen den Rücken zu und dann gehts los! Auch bei Schweinen ist immer alles doppelt so interessant, was verboten wurde und dann muss genau DAS umgehend untersucht werden!

Schweine können einen unheimlich gut verar...(piep) und sind die liebsten Tiere der Welt solange sie unter Aufsicht stehen!

Hätte ich meine Stromschnur nicht, würde ein Schwein das Gatter mit dem Rüssel anheben und das andere gleichzeitig solange dagegenrappeln bis es aufspringt (Halt eben Teamwork - Zigmal passiert und beobachtet!)
Wäre der Hühnerstall nicht eingezäunt und abgeschlossen hätte ich kein einziges Frühstücksei mehr und wenn meine Terrassentür unbeaufsichtigt offen wäre...darüber will ich lieber nicht nachdenken! :O Macht aber alles kein Schwein solange ich in der Nähe bin! Sie denken daß ich denke ich hätte sie prima erzogen! Und hauen sich wahrscheinlich heimlich darüber vor Lachen auf den süßen Speckbauch! :lach:

05.09.2012 11.53 | Barbara |
Genau so ists mit den Rüssels :)

Unter Aufsicht: die liebsten und brävsten Steckdosen.
Ein kleines Nein genügt, und die Blumen, die Sträucher, die Stuhlkissen etc. werden in Ruhe gelassen, auch Ausbruchsversuche zu den Nachbarn werden vertagt, bis die "Alte" aus den Augen ist :floet:, dann aber los, alle Mann an Bord und es wird umgestaltet was das Zeug hält.

Umgestalten dürfen sie auch wie sie wollen, aber nur in ihrem stabil eingezäunten, grossen Gehege. Dort können sie unbeaufsichtig machen was sie wollen.

Lg, Barbara

05.09.2012 12.07 | Peter | RE: Reviergrenzen und gutes Benehmen
Original von Das Faultier
Hat jemand Erfahrungen damit, seinen Schweinen gewisse Regeln beizubringen ?
Das Faultier

Mit der Perspektive, später auf dem Teller zu landen, wäre mir auch ein gewisser Ungehorsam zu eigen, meine Lernbereitschaft hielte sich in ganz engen Grenzen.

Schweine sind - entgegen anderslautenden Behauptungen - nicht nur intelligente, sondern auch sensible Wesen, die eine gewisse "Eigenwilligkeit" auszeichnet.
Sie sind dennoch fähig, oftmals auch willens, eine enge Bindung zu "ihren" Menschen aufzubauen.

Was funktionieren mag, könnte eine Form der Konditionierung sein, die erwünschtes Verhalten abrufbar macht, auch dies wäre sicherlich eine Form des "Beibringens".

Bonne chance.

05.09.2012 22.28 | Das Faultier |
Nach meiner Erfahrung verstehen Schweine einfache Signale, sie können sich gut nach Tagesplan einrichten und sie können auch Menschen aufgrund ihres Verhaltens einschätzen.
Aber sind sie wirklich nur durch den Massivzaun zu bändigen ?

Ich hab auf dem Grundstück z.B. Beerenobst. Etwas davon bekommen die Schweine ja auch, aber sie bekommes es - und nicht alles. Ich fürchte, diese notwendige Einschränkung werden sie wohl nicht akzeptieren wollen, jedenfalls nicht ohne clevere Methoden.

Ich denke, daß bei einer kleinen Gruppe auch Gruppenlernen und Gruppenzwang funktioniert. Nur ein Anfang muß gemacht werden, mit der ältesten Sau.
Mal sehen, ob ich es nächstes Jahr hinbekomme, sie an den Erdbeeren vorbeizuführen. Wenn sie gut mitmacht, bekommt sie noch was Besseres, vielleicht Trüffelpralienen.

05.09.2012 22.46 | Tashunga |
Original von Das Faultier
Mal sehen, ob ich es nächstes Jahr hinbekomme, sie an den Erdbeeren vorbeizuführen. Wenn sie gut mitmacht, bekommt sie noch was Besseres, vielleicht Trüffelpralienen.

Vergiss es!

Für Dein Erdbeerfeld würde ich schon mal Kartoffelsetzlinge für nächstes Jahr holen.

Ich hoffe nur inständig, daß durch eine mangelnde Einzäunung und Deinem Glauben Sie würden Deinen gelernten Anweisungen folgen nichts Schlimmes passiert! Damit meine ich bei Ausbrüchen das Rennen auf die STraße, vor Autos etc.

Ansonsten glaube ich, Du musst Deine Erfahrungen mit einer ungenügenden Einzäunung, den Erdbeeren und dem Beerenobst selber machen! Versuch es mal hiermit:

06.09.2012 09.40 | Franziska |
Original von Das Faultier
Nach meiner Erfahrung verstehen Schweine einfache Signale, sie können sich gut nach Tagesplan einrichten und sie können auch Menschen aufgrund ihres Verhaltens einschätzen.

Schweine verstehen nicht nur einfache Signale, sondern auch komplexe, denn sie sind weitaus intelligenter als Hunde. Gemäss Intelligenz-Tests stehen sie ungefähr auf der Stufe eines 3-jährigen Kindes wie auch Delphine oder Schimpansen.
Ganz allgemein werden die Intelligenz und die Gefühle bei Tieren in der Regel unterschätzt.

Original von Das FaultierIch denke, daß bei einer kleinen Gruppe auch Gruppenlernen und Gruppenzwang funktioniert. Nur ein Anfang muß gemacht werden, mit der ältesten Sau.
Mal sehen, ob ich es nächstes Jahr hinbekomme, sie an den Erdbeeren vorbeizuführen. Wenn sie gut mitmacht, bekommt sie noch was Besseres, vielleicht Trüffelpralienen.

Schweine sind extrem lernfähig, aber sie lernen lieber (und besser), was sie tun sollen, um ein Leckerli zu kriegen, nicht was sie nicht tun sollen. Ein Vermeid-Verhalten antrainieren zu wollen, ist bedeutend schwieriger, als erwünschtes Verhalten.

Schau mal, diese Diskussionen haben wir regelmässig:
Was Schweine alles lernen können

Deine "Chef-Sau" wird das Erdbeeren-Feld sofort entdecken, aber wenn Du ihr das "verbieten" willst, so wird sie denken: "Ganz schön blöd, mein Rottenführer", (gibt es übrigens nicht bei Schweinen, die sind ein Matriarchat)..., "wenn der nur an diesem tollen Feld vorbeilaufen will, dann hole ich mir die eben selber."

Nebenbei: Ich habe Peppino auch schon Erdbeeren angeboten... die liess er liegen.
Erst Stunden später hat er sie dann trotzdem noch mit "spitzen Lippen" gefressen.

09.09.2012 22.16 | Das Faultier |
Wenn ich jetzt das Fazit ziehen soll, dann brauch ich wohl einen guten Lieferanten von Trüffelpralinen.
Alternativ beginne ich ab Dezember schon mal mit dem Holzeinschlag für den Massivzaun. Soll nicht heißen, ich würde an meinen pädagogischen Fähigkeiten zweifeln, aber ich mach mal einige Abstriche an der Zielstellung.

Hab heute übrigens mal Fallobst für Nachbars Schweine hingebracht und bin zum Füttern mal selber in den Auslauf gestiegen. Die haben mich glatt zum Schlammbad eingeladen. Das versteh ich als Kompliment für all die feinen Früchte, die ich ihnen schon mitgebracht hab.

Das Faultier

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