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14.04.2012 10.08 | *Zora* | Animal Hoarding
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/harz/tiere2345.html

Ich fahre dort jeden Tag mehrfach vorbei...Es wirkte immer komisch,aber es ist nie etwas aufgefallen von außen. An einem Morgen sah ich Beamte dort-von da an hatte ich immer ein komisches Gefühl im Bauch,wenn ich dort lang kam...
Mir blutet das Herz bei dem gedanken daran...

14.04.2012 10.15 | Sabine |
Moin

Ja, habe auch davon gelesen..und man wundert sich oft, was hinter geschlossenen Türen passiert und niemand bekommt was mit.
Traurig, sowas.

15.04.2012 12.41 | Petra1 |
oh sowas ist schlimm und leider fehlt oft die richtige Strafe für solche Menschen.

12.05.2012 09.03 | ilka |
Animal Hoarding - das ist wie eine schleichende Krankheit.

Ich glaube, das diese Menschen am Anfang einfach nur ein sehr großes Herz für Tiere hatten, dann irgendwann den Überblick verloren haben, sich nicht rechtzeitig eingestehen, dass sie überfordert sind und dann alles aus dem Ruder läuft.
Wir hatten dieses Problem vor Jahren auch bei uns im Dorf. da ging es um einen Husky - Züchter. Am Anfang war alles prima, die Hund waren in angemessener Zahl und gut im Futter. die Zucht ging weiter und dann wurde er die Welpen nicht mehr rechtzeitig los.
Fazit - mehr Hund - mehr Arbeit - mehr Kosten.
Da die Hunde auf dem nicht einsehbaren Hof untergebracht waren, fiel es natürlich nicht sofort auf. Erst als die Nachbarschaft durch Geruchsbelästigung und anhaltendes Gewinsel aufmerksam wurde, kam die Sache ans Tageslicht.
Alle Hunde konnten damals noch gerettet werden.
Der Züchter glaubte wirklich es kämen bessere Zeiten und er würde das schon schaffen.

12.05.2012 10.01 | Sabine |
Moin Ilka

Ich denke auch, das das in etwa so geschieht. Ist nur die Frage ob der Husky-Züchter auch darunter fällt? Aber wahrscheinlich ist die Grauzone sehr gross.

Im Normalfall, wenn man davon überhaupt sprechen kann, sind es oft Einzelpersonen die nicht "nein" sagen können, und alles aufnehmen was "in Not" ist. Und dann das Maß verlieren.

Was mich aber besonders bei dieser Krankheit ängstigt, ist die Rückfallquote von 100%.

12.05.2012 10.32 | ilka |
Moin, moin,
hab mal gegoogelt

Aus Wikipedia

Tierhorten (auch: Tiersammelsucht, engl. animal hoarding) ist eine psychische Störung, die zum unkontrollierten Halten und Sammeln von lebenden Haustieren führt. Die Haltungsbedingungen unterschreiten alle Standards der Tierhaltung (Hygiene, Pflege, Fütterung, tierärztliche Versorgung). In späten Stadien kommt es zur völligen Verwahrlosung des Tierbestandes. Der Tierhorter ist dabei unfähig, diese Missstände zu erkennen und zu beseitigen. In den USA sind über 1000 Fälle jährlich mit hunderttausenden Tieren belegt.

Betroffene dieser noch nicht wissenschaftlich anerkannten Störung sind meist weiblich (ca. 3/4 aller belegten Fälle), alleinstehend und älter (über 50 % der Fälle älter als 50, 46 % sind 60 Jahre oder älter.) und sehen sich selber als Tierliebhaber oder als engagierte Tierschützer. Da die betroffenen Menschen ihren Lebensstil und die Privatsphäre oft ähnlich wie Messies nach außen hin verbergen, wird dieses Verhalten oft erst in einem sehr späten Stadium entdeckt, wenn Nachbarn vom Lärm gestört oder durch Gerüche darauf aufmerksam werden.

In der Fachwelt herrscht – wie auch bei dem Messie-Syndrom – derzeit noch Unklarheit darüber, ob es sich bei der Tierhortung um eine Krankheit oder eine tiefer gehende Störung handelt. So ist auch die Tierhortung nicht explizit in DSM-IV oder ICD-10 aufgeführt.

Die wichtigste Ursache ist Einsamkeit und die Angst vor totaler Isolation. Die Haustiere werden als „Partnerersatz“ oder als „Ersatzfamilie“ betrachtet. Jedes neue Tier bedeutet ein weiteres Glücksgefühl. In manchen Familien, bei denen Tiere gegenüber den Kindern bevorzugt werden, entwickelt sich auch ein Hortungsverhalten. Ein anderer Grund ist das zwanghafte Bedürfnis zu helfen. Das kann beispielsweise dann eintreten, wenn Tiere ausgesetzt werden oder aus einem Tierheim nicht vermittelbar sind.

LG Ilka

12.05.2012 11.01 | Curly5 |
Original von ilka
Moin, moin,
hab mal gegoogelt

Aus Wikipedia
Die wichtigste Ursache ist Einsamkeit und die Angst vor totaler Isolation. Die Haustiere werden als „Partnerersatz“ oder als „Ersatzfamilie“ betrachtet. Jedes neue Tier bedeutet ein weiteres Glücksgefühl. In manchen Familien, bei denen Tiere gegenüber den Kindern bevorzugt werden, entwickelt sich auch ein Hortungsverhalten. Ein anderer Grund ist das zwanghafte Bedürfnis zu helfen. Das kann beispielsweise dann eintreten, wenn Tiere ausgesetzt werden oder aus einem Tierheim nicht vermittelbar sind.

LG Ilka

Also dann wäre ich eigentlich auch ein Horder. :cop:
Es ist immer wieder seltsam, warum es bei einigen Menschen dann irgendwann kippt.

Ich nehme ja auch seit vielen Jahren immer wieder Tiere hier auf, manchmal auch mehr als mir lieb ist.
Dennoch schaffe ich es aber immer meine Grenzen zu erkennen und ab einen gewissen Punkt dann STOP zu sagen. Warum dies einige schaffen, andere jedoch irgendwann nicht mehr ist sicher ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Ich denke, viele Tierschützer haben ein gewisses Helfersyndrom, aber Gott sei Dank schaffen es die meisten ihre Grenzen zu ziehen.
Ich habe in den vielen Jahren im Tierschutz schon einige Horder kennen gelernt und die meisten haben vor Jahren ganz harmlos angefangen. Dann aus unerklärlichen Gründen kippte die Lage und alles wurde chaotisch.
Animal Hording ist auf jeden Fall eine ernst zu nehmende Erkrankung und deshalb ist es wichtig, dass man auch den Menschen in solch Situationen hilft, denn eigentlich haben sie es mal ganz gut gemeint. Ich kenne bis heute keinen Horder, der es jemals böse mit einem Tier meinte.
Aber warum er eines Tages weder den Kot, noch den Gestank, noch die kranken Tiere tatsächlich mehr wahrnimmt, entzieht sich auch meiner Kenntnis und das ist es was wohl nur ein Psychologe erkennen und erklären kann.

12.05.2012 19.09 | Daan V. |
Nun ja, Claudia.

Wir haben uns da schon drüber unterhalten, der Übergang von Normalität bis zur krankhaften Haltung ist fließend. Ist man gut situiert, fällt es oft weniger schnell auf. (Düsseldorf) Das Problem ist wie bei anderen Krankheiten, dass man sie selber nicht erkennt, oder entsprechend abstreitet.
Sabine hat mir gesagt, dass die Rückfallquote bei animal hoarding enorm hoch ist.
Du hast dich tatsächlich vom zweiten Schwein trennen können, insofern gehörst du anscheinend nicht zur Risikogruppe. ;)

lG Daan

12.05.2012 19.41 | Curly5 |
Original von Daan V.
Nun ja, Claudia.

Du hast dich tatsächlich vom zweiten Schwein trennen können, insofern gehörst du anscheinend nicht zur Risikogruppe. ;)

lG Daan
mir schweiß von der stirn nun wisch :lach:

Ich weiß nicht ob ich zur risikogruppe gehöre, aber ich denk eher mal nicht :hail:

Kennt einer die Geschichte von der Gesa K.
Sie war damals bei VOX, als sie dort Polarfüchse aufzog, welche dann auch im Gut Aiderbichl ein Dauerzuhause fanden.

Das war eine so sympatische Frau, hatte eine gut gehende Hundeschule, hatte wunderbare Hunde, arbeitete im Tierschutz und bei ihr war alles blitzblank und sauber. Schließlich überließ ihr Sonja Zietlow einen Hof preiswert zur Miete oder Pacht.
Was daraus geworden ist, hat sicher jeder in den Medien erfahren können. in diesem konkreten Fall frage ich mich heut noch: Was war der Auslöser im Fall Gesa K.? Wie konnte die Situation vor Ort derart kippen? Warum hat diese junge und tolle Frau es soweit kommen lassen?
Inzwischen ist sie völlig untergetaucht und ich hoffe, sie hat psychatrische Hilfe bekommen und diese auch angenommen.
Der Fall damals hat mich sehr bewegt und ich denke heut noch oft daran...
Eigentlich hat sie genau das getan was ich auch heute noch tue. Aber etwas ist schief gelaufen und das hat mir damals fast Angst gemacht...

Naja, mein TH wird auf mich ein scharfes Auge haben... :nono: :floet:

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